Golf RHEINPFALZ Plus Artikel Framas Open künftig noch internationaler?

Abschlag am Finaltag: Der Rodalber Linus Keiper (EGW) spielte erstmals die 72 Loch bei den Framas Open und verbesserte sein Hand
Abschlag am Finaltag: Der Rodalber Linus Keiper (EGW) spielte erstmals die 72 Loch bei den Framas Open und verbesserte sein Handicap an den vier Turniertagen deutlich.

Vier Tage Jugendgolf auf Top-Niveau. Das waren die Framas Open auf dem Hitscherhof – letztmals bei der German-Junior-Golf-Tour. Zu den besonderen Herausforderungen zählten in diesem Jahr die Wetterbedingungen. An zwei Tagen war die 40-Grad-Marke in Sichtweite. Der Finaltag hingegen war kaum eröffnet, da ertönte das Gewitter-Warnsystem. Ein Nachwuchsgolfer aus Rodalben hatte gerade abgeschlagen.

Der Zeiger auf der Uhr am Golfplatz Hitscherhof rückte Richtung 8 Uhr. Zwei Nachwuchstalente des Ersten Golfclubs Westpfalz, Jan Fremgen und Sophia Sarridis, waren bereits gestartet. Zwei weitere EGW-Golfer, Felix Habermann und Linus Keiper, standen bereit, um abzuschlagen. Drei kräftezehrende Turniertage bei heißen Temperaturen lagen zu diesem Zeitpunkt hinter ihnen. „Man gewöhnt sich daran, kommt damit klar“, sagt Linus Keiper. Der Zwölfjährige aus Rodalben spielte erstmals bei den Framas Open vier Runden über die Gesamtdistanz von 72 Loch. An den beiden heißen Tagen hatte er um 11 beziehungsweise kurz nach 12 Uhr abgeschlagen. Zur Finalrunde hieß es ganz früh aufstehen.

Am ersten Turniertag hatte Keiper eine 81er-Runde auf dem aktuellen Par-71-Platz gespielt. Sein bisher bestes Ergebnis. Als er am 18. Loch den letzten Putt erfolgreich setzte, jubelten seine Teamkameraden. „Zum Erstaunen mancher Gäste aus den anderen Clubs, die das so nicht kennen“, erzählte Linus’ Mama Prisca, die an den vier Tagen als Caddy die 40 Kilometer Turnierstrecke mit zurücklegte. Der Zusammenhalt der EGW-Nachwuchsgolfer sei „schon gut“, freut sie sich und ist immer wieder erstaunt, „wenn die, kaum dass sie eine Runde gespielt haben, schon wieder kleine Wettbewerbe beim Putten austragen. Egal bei welchen Wetterbedingungen.“ Golf soll – bei allem sportlichem Ehrgeiz – vor allem Spaß machen.

Gewitter zwingt zu Pause

Der Finaltag beginnt mit angenehmen Temperaturen, aber dunklen Wolken. Als Sechsjähriger hat Linus – neben Mama Prisca spielt auch Papa Jürgen beim EGW – mit dem Golfen begonnen. Bei seinem zweiten Hobby ist ein größerer Ball im Spiel: Der Schüler des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums spielt auch Handball bei der TS Rodalben. Jetzt gilt die Konzentration dem kleinen weißen Ball. Kurz einschwingen, dann trifft der Schläger hörbar etwas verrutscht den Ball. Der Ball ist kaum gelandet, da setzt Regen ein.

Das hat Seltenheitswert in diesem Golf-Sommer. Die Caddys spannen die Regenschirme über den Golfwagen auf. Die Markierung, um den Ball auf Bahn eins weiterzuspielen, hat Keiper gerade gelegt, als es donnert. Sekunden später meldet sich die Gewitterwarnanlage des EGW unüberhörbar mit einem Sirenenton. Die Anlage misst automatisch Blitze im Umfeld und löst aus, sobald Gefahr für die Golfer besteht. Nun muss die nächste Schutzmöglichkeit aufgesucht werden. Da alle noch in Clubhaus-Nähe sind, füllt sich dieses schnell.

Handicap verbessert

Jetzt heißt es warten. Nach 90 Minuten Unterbrechung erfolgt der Neustart des Turniers, das Linus Keiper neben Spaß und Turniererfahrung auch die Verbesserung seines Handicaps bringen wird. 21,3 vor dem Turnier, jetzt steht er bei 16,3 „und hat mich eingeholt“, stellt Mama Prisca fest. „Das Turnier hat mir Spaß gemacht. Das war gut“, bilanziert Linus Keiper nach seinen ersten Framas Open über die lange Distanz.

Martin fehlt Spielglück

Zu der Zeit hatte bei den Mädchen Keipers Clubkollegin Marie Martin den Sieg im Visier. Am ersten Spieltag hatte EGW-Nachwuchsgolferin Anna Bonerz geführt. An Spieltag zwei kletterte Martin nach einer 73er-Runde auf Rang eins. Martin spielte an Turniertag drei eine richtig gute 69er-Runde, aber Joy Johnson (GC St. Leon-Roth) hielt dagegen und schloss mit einer 67er-Runde zu Martin auf. „Am Finaltag hat Marie ein bisschen das Spielglück gefehlt“, analysiert EGW-Vize-Präsident Klaus Veith. Das hatte Johnson. Dass bei ihr alles passte, zeigte sich auf Bahn 18. Die beendete sie mit einem Birdie. Franz Martz vom Turniersponsor Framas aus Pirmasens gratulierte den Siegern und dem EGW-Nachwuchs.

Bei den Jungs hatte Maximilian Kukuk vom GC Rheinhessen mit einer starken 65er-Runde am Dienstag das Turnier eröffnet, bewies damit, auf welch hohem Niveau bei den Framas Open gegolft wird. 2021 war bei dem Turnier der noch immer gültige Platzrekord von 63 Schlägen aufgestellt worden. Der Konstanz von Tim Hesselbach aus Baden-Württemberg, der für den GJ Königsfeld spielt, hatte Kukuk über vier Spieltage aber nichts entgegenzusetzen. Hesselbach trotzte den heißen Bedingungen: 66-68-66-69 und damit 15 unter Par lautete das überzeugende Endergebnis des Siegers.

Über Bundesgrenze hinaus sichtbarer

Letztlich 150 Nachwuchsgolfer waren vier Tage hochmotiviert auf der Anlage des EGW unterwegs, auf der die Greenkeeper auch Höchstleistungen boten, um gute Spielbahnen zu gewährleisten. Die dritten Framas Open „waren für die Teilnehmer sicher ein sportlich interessantes Turnier“, zieht Veith ein Fazit. Die Framas Open werden bleiben. Den nach drei Jahren ausgelaufenen Vertrag mit dem Ausrichter German-Juni-Golf-Tour aus Berlin verlängert der EGW nicht. Veith: „Wir sind in Verhandlungen mit Ausrichtern, die weltweit, zum Beispiel in den USA, Golfturniere organisieren.“

Man wünsche sich beim EGW eine internationalere Ausrichtung des Turnieres. In Deutschland haben die Framas Open dazu beigetragen, den EGW auf der Golf-Landkarte sichtbarer zu machen. Das soll im Idealfall über die Ländergrenze hinaus gelingen.

Turnier in Zahlen

Jungs (72 Loch): 1. Tim Hesselbach (GJ Königsfeld) –15 Schläge, ... 40. Nicolas Winandy (Erster Golfclub Westpfalz/ +17), 63. Maxime Morn (EGW/+36); 91. Felix Habermann (EGW/+71), 92. Jan Fremgen (EGW/+72), 93. Linus Keiper (EGW/+75)

Mädchen (72 Loch): 1. Joy Johnson (GC. St. Leon-Roth/-1), 2. Marie Martin (EGW/+3), ... 6. Maxime Holletschek (EGW/+13), 15. Anna Bonerz (EGW/+13), 19. Emma Lahaije (EGW/+33), 20. Lisa Steingrube (EGW/+36), 28. Sophia Sarridis (EGW/+68).

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