Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel Früherer Top-Stabhochspringer steht für den TTC Käshofen II an der Platte

Ralf Schmidt spielt seit seiner frühen Jugend Tischtennis – mit kleinen Unterbrechungen aus einem bestimmten Grund. Er freut sic
Ralf Schmidt spielt seit seiner frühen Jugend Tischtennis – mit kleinen Unterbrechungen aus einem bestimmten Grund. Er freut sich vor allem darüber, mit einer schönen Truppe zusammenzuspielen.

Ralf Schmidt aus Käshofen zählte einst zu den Top 50 der Welt im Stabhochsprung. Heute spielt „Käsi“ Tischtennis in der Kreisklasse A.

Im Jahr 2002 beendete Ralf Schmidt aus Käshofen seine Karriere im Stabhochsprung. „Es ist mir zu viel geworden. Ich habe bei der Stadtsparkasse gearbeitet und habe vor und nach der Arbeit trainiert. Es gab damals auch Unstimmigkeiten im Verein, da wollte ich mich raushalten. Aber es ist einfach insgesamt zu umfangreich gewesen“, sagt Schmidt dazu rückblickend. Heute arbeitet er als Fahrdienstleiter bei der Bahn, sportlich fühlt er sich beim Tischtennis-Club (TTC) Käshofen bestens aufgehoben.

Tischtennis spielte Schmidt schon zu seinen Schülerzeiten. „Ich habe dann aber mit zehn Jahren auch mit dem Stabhochsprung angefangen. Da ich schon immer in Käshofen wohne, war klar, dass ich dort Tischtennis spiele. Wir waren früher eine Tischtennis-Hochburg. Es gab nichts anderes im Dorf“, erzählt Schmidt, der in Zeiten seiner größten Erfolge im Stabhochsprung den Schläger auch mal beiseitegelegt hatte. „Ich war aber nie ganz weg vom Tischtennis“, stellt er fest.

Starke Konkurrenz in Deutschland

5,51 Meter überflog der 1975 geborene Schmidt zu seinen Glanzzeiten. „Ich bin bestimmt 20-mal über 5,50 Meter oder 5,51 Meter gesprungen, aber nie höher“, resümiert der Familienvater. Damals, Ende der 1990er Jahre, gab es viele Top-Athleten unter den deutschen Stabhochspringern. Der inzwischen verstorbene Tim Lobinger (der erste deutsche Sechs-Meter-Springer), LAZ-Kollege Andrei Tivontchik (Gewinner der Bronzemedaille bei Olympia 1996 in Atlanta), Michael Stolle und Björn Otto machten es Schmidt schwer, in die nationale Spitze zu gelangen.

„Zu einer anderen Zeit wäre ich bestimmt auch mal zu internationalen Meisterschaften gefahren. Wäre ich für ein anderes Land gestartet, wäre ich sicher dabei gewesen“, weiß der mehrfache deutsche Jugend- und U23-Meister. „Ich habe zur Top 50 der Welt gehört, war aber nie hauptberuflich Leichtathlet. Damals konnte man damit nicht wirklich gut Geld verdienen“, sagt Schmidt, der einst bei der VT Zweibrücken mit dem Stabhochsprung begonnen hatte, später dann als eines der Gründungsmitglieder zum LAZ Zweibrücken wechselte.

Rituale spielen eine Rolle

Die Konzentrationsphase war ein besonderes Merkmal Schmidts. „Ich bin immer ein Ritual im Kopf durchgegangen. Das hat länger gebraucht. Heute habe ich auch noch Rituale. Beim Tischtennis spiele ich mich immer mit langer Hose ein“, betont Schmidt, der zu Stabhochsprungzeiten „Käsi“ gerufen wurde. „Na ja, ich war aus Käshofen, und meine Haut war ziemlich blass, also käsig. Da war der Spitzname doch naheliegend“, bemerkt er lachend.

Schmidt verfolgt den Stabhochsprung immer noch. „Zu Zweibrücken habe ich keine Berührungspunkte mehr. Ich kenne die meisten aber noch“, sagt er. Dass der Schwede Armand Duplantis den Weltrekord gerade auf 6,30 Meter verbessert hat, kommentiert er so: „Der frühere Rekordhalter Sergej Bubka hätte auch schon höher springen können. Bei ihm hat die Sowjetunion aber diktiert, dass er immer nur um einen Zentimeter steigern durfte. Duplantis ist ein Überflieger von klein auf. Da kann wegen seines Alters noch viel kommen“, urteilt Schmidt.

Tischtennis für den Spaß

So ehrgeizig Schmidt beim Stabhochsprung war, so locker sieht er den Sport mit dem kleinen weißen Ball. „Tischtennis war schon immer ein reines Hobby, für den Spaß. Ich will mein Spiel gewinnen; wenn nicht, ist es nicht so dramatisch. Das ist anders als im Stabhochsprung. Da wollte ich immer gewinnen und meine Leistung bringen.“ Tischtennis sei für ihn vor allem die Freude, mit einer schönen Truppe zusammenzuspielen.

Im jüngsten Spiel bei den BTTF Zweibrücken IV musste sich „Käsi“ aber nicht ärgern. Mit 10:0 gewann sein Team TTC Käshofen II in der Kreisklasse A West, gab nur fünf Sätze ab. Im Doppel mit Mannschaftsführer Ralf Klein holte er einen Vier-Satz-Sieg gegen das Bickenalbtaler Duo Peter Weinmann/Laura Juhasz. Im Einzel besiegte Schmidt zuerst BTTF-Spitzenspieler Werner Brück in vier Sätzen, anschließend blieb er nach drei engen Sätzen auch gegen den defensiv spielenden Harald Heil Sieger.

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