Zweibrücken Früher drogensüchtig, jetzt im TV: Zweibrücker bei Kochshow
Drogen, Schlägereien und Konflikte mit der Polizei – das Leben des Zweibrückers Eric Püttmann war nicht einfach. Nachdem er als Jugendlicher seine Ausbildung zum Metzger absolviert hatte, folgten schwierige Jahre. „Ich geriet auf die schiefe Bahn. Hatte mit den falschen Leuten zu tun“, erzählt der 33-Jährige. „Es war ein Schrei nach Liebe. Man wollte gesehen und gehört werden, um jeden Preis“, erklärt er sein Verhalten von damals.
Heute sei er ein anderer Mensch, führe ein anderes Leben. Zu verdanken habe er das dem Kochen, das er mit 25 Jahren für sich entdeckt habe. „Ich fand darin eine Ersatzbefriedigung. Das hat mich erfüllt. Und mir geholfen, mich von meinem damaligen Umfeld zu lösen“, erzählt er mit nachdenklichem Blick.
Sein Vorbild damals wie heute: Tim Mälzer. Um tiefer in die Materie einzutauchen, hat Püttmann drei Jahre später eine Weiterbildung zum Lebensmitteltechniker absolviert. Um anderen Menschen zu helfen, denen es ähnlich geht wie ihm damals, hat Püttmann einen Youtubekanal namens „Mrgoodcooking“, in dem er eigene Kreationen vorkocht. Sein Ziel: „Ich will Kindern und Jugendlichen, die es auch nicht einfach haben oder auf der schiefen Bahn sind, Kochen als Hilfe vermitteln.“
Als Inspiration für seine Videos besorge er sich zu einem Gericht viele Rezepte aus dem Internet und kreiere dann seine eigene Version, erzählt er. „Am liebsten mag ich italienische Küche, aber ich koche auch gerne deutsch und amerikanisch.“ Und was mag er gar nicht? „Tofu, Brokkoli und Pilze“, sagt er entschieden. Mehr als 30.000 Menschen haben seinen Youtube-Kanal abonniert.
Den Auftritt in der Fernsehshow „Masterchef Germany“ bescherte ihm sein Instagramkanal, auf dem er ebenfalls Kochvideos postet. „Die haben mich Anfang Dezember angeschrieben. Ihnen hatten meine Videos, meine Persönlichkeit und mein Kochstil gefallen.“ Richtig fassen konnte Püttmann sein Glück anfangs noch nicht. Schließlich seien nur sehr wenige Kandidaten angeschrieben worden. „Ein paar Hundert hatten sich von sich aus beworben.“ In der Show treten Kandidaten aus ganz Deutschland um den Titel des besten Hobbykochs an.
Dann – kurz vor der Abreise zu den Dreharbeiten in Istanbul – traf ihn die Hiobsbotschaft: „Mein Vater war an Lungenkrebs erkrankt.“ Doch schließlich ist er sogar wegen seines Vaters abgereist. „Er hat sich immer gewünscht, einmal nach Neuseeland zu reisen. Wenn ich gewinne, bekomme ich 20.000 Euro Preisgeld. Davon kann ich ihm seinen Lebenstraum erfüllen“, erklärt Püttmann.
Pleite gleich am ersten Show-Tag
Der Start in der Show lief für Püttmann gar nicht gut. In den ersten drei Tagen bekam jeder der 23 Teilnehmer eine sogenannte Mystery-Box mit einer ihm unbekannten Zutat hingestellt. Binnen einer Minute mussten sie sich ein Rezept überlegen, was sie daraus kochen. Am ersten Tag war ein Hähnchen in der Box. „Ich zerlegte es, aber in der Metzger-Routine löste ich dabei die Haut von der Brust ab. Das war nicht erlaubt und ich durfte an dem Tag nicht weitermachen“, erzählt Püttmann. Glücklicherweise lief der zweite Tag besser: Diesmal war ein Rotbarsch in der Box, den es zu filetieren galt. „Obwohl ich noch nie einen Fisch filetiert hatte, gelang mir das sehr gut.“ Und welches Gericht hat er daraus gezaubert? „Selbstgemachte Pasta mit gebratenem Rotbarsch in Zitronenbutter.“
Risotto hat Bezug zu Persönlichkeit
Richtig überzeugt hat der Zweibrücker die Jury aber erst am dritten Tag, als die Teilnehmer ein „persönliches Gericht“ vorstellen sollten. Püttmanns Wahl fiel auf ein Safranrisotto mit Mailänder Schnitzel und eine Tomatensoße. „Das Risotto hat einfach Zutaten, aus denen man ein großartiges Gericht zaubern kann. So wie man auch aus sich selbst in kleinen Schritten etwas herausholen kann“, erklärt Püttmann seinen persönlichen Bezug zu dem Gericht.
Ab dem dritten Tag kochte er nur noch mit 15 Teilnehmern um die Wette. „Am schwierigsten war es, sich in einer Minute für ein Rezept zu der Mystery-Box zu entscheiden. In dem Moment gehen einem so viele Ideen durch den Kopf. Dann gilt es, schnell abzuwägen, welches Gericht in der vorgegebenen Zeit machbar ist und die Jury überzeugt.“ Außerdem sei es auch schwierig gewesen, sehr anspruchsvolle Gerichte von Sterne-Köchen nachzukochen, die er vorher noch nie zubereitet habe.
Ob er den Titel des besten Hobbykochs in Deutschland erreicht hat, darf er noch nicht verraten, aber er spricht schon über seine nächsten Pläne: „Ich möchte auf Schulen und Kinderheime zugehen und mit den Jugendlichen und Kindern ehrenamtlich kochen.“ Auch seine Youtube-Videos will der Zweibrücker weiter produzieren und vielleicht auch online Kochkurse anbieten.
Dass Püttmann heute in Videos für Tausende von Menschen und sogar im bundesweiten Fernsehen kocht, hätten er und seine Familie sich früher nie vorstellen können. Denn: „Als ich Drogen genommen habe, war ich sehr introvertiert, ruhig und zurückhaltend“. Bis das Kochen sein Leben verändert hat.
Sendezeiten
Wer sich anschauen möchte, wie sich Püttmann in der Kochshow „Masterchef“ auf Sport1 schlägt, kann das montags bis mittwochs und freitags jeweils um 20.15 Uhr auf Sport1 tun.