Zweibrücken Flucht vor den Narren

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Während viele Menschen an diesem Wochenende fröhlich Fasching feiern, gibt es auch solche, die mit den närrischen Tagen so gar nichts anfangen können. Einige Faschingsmuffel pilgern dieser Tage nach Zweibrücken. Der Grund: Sie wollen abschalten, nichts mitkriegen vom Fasnachtstrubel. Mehrere Hotels und Gaststätten in der Umgebung haben die Faschingsverweigerer als Zielgruppe für sich entdeckt und bewerben ihre Betriebe als Zufluchtsorte vor den Narren.

Ein einziger Faschingstermin steht auf dem Veranstaltungskalender der Zweibrücker Zadra-Gruppe: „In der Festhalle findet am Sonntag der Kinderfasching der VT Zweibrücken statt – und das war’s auch schon“, teilt Judith Schlachter mit, die bei der Zadra-Gruppe für den Bereich Marketing verantwortlich ist. Die Firma rund um Geschäftsführer Roland Zadra betreibt in Zweibrücken neben der Festhalle auch das Hotel Rosengarten am Park, das Fasanerie-Hotel sowie die „Zett“-Gastronomiebetriebe im Outlet. „Bei uns gibt es keinen großen Faschingstrubel“, erklärt Schlachter. „Im Gegenteil: Im Fasanerie-Hotel bieten wir zum Beispiel ein spezielles Arrangement für Leute an, die mit der Fasnacht nichts am Hut haben und lieber ihre Ruhe haben wollen.“ Das Wellness-Paket mit dem Namen „Faschingsfrei“ gebe es im Hotel seit über zehn Jahren – laut Schlachter wird es während der Fasnachtstage tatsächlich auch gezielt angefragt und von Gästen aus weiter entfernten Karnevalshochburgen wie Köln oder Mainz gebucht. „Wir haben einige Stammgäste aus diesen Gebieten, die jedes Jahr wiederkommen“, sagt sie. In den anderen Betrieben der Zadra-Gruppe gebe es zwar keine speziellen Anti-Faschings-Angebote. „Aber auch im Hotel Rosengarten oder in unseren Gastronomiebetrieben herrscht kein großer Fasnachtstrubel“, sagt Schlachter. Man wolle gezielt Abstand vom Faschingsrummel nehmen. Die beiden Hotelbetriebe würden während der närrischen Tage jedoch nicht nur von Faschingsflüchtigen aufgesucht. „Viele Leute haben an den Tagen frei und nutzen diese Zeit ganz einfach zum Reisen“, erklärt Schlachter. Auch im Hotel Kloster Hornbach wird man dieser Tage wohl kaum auf kostümierte Kamellen-Werfer treffen. „Wir haben viele Gäste, die vor dem Karnevalstrubel in den Städten fliehen“, erklärt Hotelbesitzerin Christiane Lösch. Karneval und Kloster, das passe auch nicht so gut zusammen, findet sie. Früher habe man auch im Hornbacher Hotel ein spezielles Arrangement für Karnevalsmuffel angeboten. Davon sei man jedoch abgekommen – die Karnevalsflüchtigen kämen auch so. „In der Tat ist das Rheinland als Karnevalshochburg unser stärkstes Einzugsgebiet während der närrischen Zeit. Gäste aus Köln, Düsseldorf und Umgebung sind stark vertreten“, sagt Lösch. Und auch unter ihnen gebe es Wiederkehrer, die das Klosterhotel jedes Jahr aufsuchen. Viel Platz für Kurzentschlossene, die sich hinter den Klostermauern vor dem närrischen Treiben verstecken wollen, gibt es laut Lösch allerdings nicht mehr. „Wir sind sehr gut gebucht. Über das Wochenende und bis einschließlich Rosenmontag haben wir bis auf zwei Zimmer alles verkauft“, sagt sie über die Auslastung ihrer beiden Häuser, des Klosterhotels und des benachbarten Landhauses Lösch für Freunde. Komplett ausgebucht über die Faschingstage sei das Hotel Landgrafenmühle in Wallhalben, heißt es dort auf Anfrage. Ähnlich wie das Fasanerie-Hotel bietet auch die Landgrafenmühle ein Arrangement während der Faschingstage an – Titel: „Narrenfreiheit“. Nähreres war nicht zu erfahren. Die Geschäftsführung des Hotels war in den vergangenen Tagen auf telefonische Anfrage nicht erreichbar. (awac)

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