Zweibrücken Flashmob gegen Gewalt an Frauen: Premiere von „One Billion Rising“ in Zweibrücken
Einen Flashmob der besonderen Art haben am Samstagvormittag rund 60 Tänzerinnen und Tänzer vor dem Oberlandesgericht in Zweibrücken auf dem Schlossplatz gebildet. Unter dem Motto „One Billion Rising“ trafen sich die Menschen erstmals in Zweibrücken, um Teil einer weltweiten Aktion gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu sein. Aus der aufgestellten Box kam Musik, auf den Stufen des Schlosses tanzten Jasmina Tüllner und Sarah Brenner von der Tanzschule Srutek vor, und viele Frauen aller Altersstufen und vereinzelt auch ein paar Männer tanzten mit. Von der Kälte – es waren etwa drei Grad am Samstagmorgen – ließen sich die Teilnehmer an der Aktion genauso wenig schrecken wie vom grauen Himmel.
Der Frauennotruf Zweibrücken, der zu dem Flashmob eingeladen hatte, hatte Informationsmaterial mitgebracht. Nach der rund halbstündigen Tanz-Performance traten aber auch Sprecherinnen ans Mikrofon und hielten kurze Reden zum Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Sie nannten teilweise erschreckende Zahlen und berichteten von schlimmen Einzelschicksalen. Birgit Kerner vom Frauennotruf Zweibrücken sagte: „Schätzungen zufolge sind Milliarden Frauen weltweit im Laufe ihres Lebens von Gewalt betroffen, laut UN-Schätzungen betrifft das Problem jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens. Und es betrifft natürlich auch Frauen in Zweibrücken.“
Eine Milliarde erhebt sich
Seit einigen Jahren gehen Menschen weltweit am 14. Februar auf die Straßen, um gemeinsam zu tanzen und sich in Solidarität gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu positionieren: „One Billion Rising“, eine Milliarde erhebt sich.
Viviane Hoffmann vom Frauennotruf Zweibrücken freute sich, dass nun auch Zweibrücken neben vielen anderen deutschen Städten auf der Liste stand. „Es gehört dazu, dass auch kleinere Städte wie Zweibrücken Haltung zeigen und sich engagieren. Wir haben auf großen Zuspruch gehofft und sind begeistert, dass wirklich so viele Leute gekommen sind – von der Tanzschule Srutek, aber auch Passantinnen“, sagte sie. Eine Wiederholung der Veranstaltung im kommenden Jahr könne sie sich gut vorstellen.