Fussball
Flügelflitzer mit raumgreifenden Schritten
Wie ein Wirbelwind flitzte Jascha Conzelmann, schon als er noch beim FK Pirmasens spielte, über die Außen. Der 28-Jährige aus Wallhalben spielt mittlerweile beim SC Weselberg in der Fußball-Bezirksliga, hat aber auch eine Vielzahl von Oberliga-Partien für den FKP bestritten.
Immer häufiger wurde der drahtige Conzelmann in den vergangenen Partien von seinem Trainer Felix Assel in Weselberg auf die Position des rechten Außenverteidigers gestellt. In den Pokalspielen trieb er dabei auch gegen höherklassige Kontrahenten sein Unwesen. „Insgesamt ist das für mich nicht Neues. Ich habe auch schon beim FK Pirmasens auf dieser Position gespielt, sie liegt mir. Als Außenverteidiger habe ich dann noch mehr Platz nach vorne“, erklärt der Controller der Firma Ring Maschinenbau in Pirmasens, der mit seinen raumgreifenden Schritten die Gegenspieler regelmäßig in Grund und Boden läuft.
Zuckerwerte richtig abwägen
Mithalten kann der Wallhalber, der über Jahre in der Ober- und Verbandsliga auflief, auch in der Jugend schon für den FK Pirmasens kickte, jedenfalls hochklassig. Doch viele Verletzungen stoppten den Außenspieler, der gerne auch mal à la Arjen Robben von der Außenlinie nach innen zieht und den Torabschluss sucht. „Im letzten Jahr beim FK Pirmasens war es ein Knorpelschaden. Auch an den Bändern habe ich mich schon oft verletzt. Ich will ein bisschen vorsichtiger sein und lieber mit Freunden Spaß am Spiel haben. Diesen Schritt habe ich dann bei meinem Wechsel von Herschberg nach Weselberg vollzogen“, erklärt Conzelmann, den zuletzt auch muskuläre Probleme beschäftigten.
Irritierend ist für manchen Zuschauer etwas anderes. Regelmäßig vor der Partie schleppt Conzelmann irgendein koffeinhaltiges Süßgetränk in Richtung Auswechselbank. Der Grund: Conzelmann ist seit seinem achten Lebensjahr an Diabetes erkrankt. „Ich habe wenig Probleme damit. Es ist extrem selten, dass ich deswegen ausgewechselt werden muss“, sagt der 28-Jährige, der einen Spieleinsatz aber auch mal wegen eines schlechten Zuckerwertes abwägen muss. „Für mich ist es normal, damit zu leben. Ich habe das schon so lange. Ich muss eben zu bestimmten Zeiten essen. Aber das gehört für mich alles zur Vorbereitung zum Spiel dazu.“
Sonnenplatz in Bezirksliga
Mit seinem SC Weselberg steht Jascha Conzelmann derzeit auf dem Sonnenplatz der Liga. „Der Fokus liegt in diesem Jahr schon auf der Liga“, bekräftigt der pfeilschnelle Akteur, der auch immer wieder gerne das Dribbling sucht. Dennoch waren die SCW-Pokalerfolge, vor allem deren Zustandekommen, imponierend. Unlängst wurde Landesligist TuS Hoppstädten mit 6:1 überdeutlich in die Schranken gewiesen. Zuvor wurde mit dem SV Hinterweidenthal schon ein weiterer Landesligist klar besiegt (3:0).
Nun jedoch folgte am Mittwoch die Königsaufgabe auf dem Weselberger Rasen. Ein Flutlichtspiel war angesagt. „Für den größten Teil des Kaders ist es sicher eines der wichtigsten Spiele der Karriere“, meinte Conzelmann noch vor der Partie im Achtelfinale des Verbandspokals gegen den drei Klassen höheren spielenden Oberliga-Aufsteiger FC Speyer, der völlig überraschend mit 2:1 (1:1) besiegt wurde.
Dabei flitzte Conzelmann diesmal ungewohnterweise 89 Minuten den linken Flügel hoch und runter, weil er mit der Bewachung des ebenfalls sprintstarken Speyerer Kapitäns Julien Jubin betraut war, den er komplett ausschaltete. Am Ende feierten die Weselberger einen Sieg, an dem der Wallhalber wesentlich beteiligt war, weil er im Spiel nach vorne immer wieder Nadelstiche setzte und die Abwehr der Gäste ein ums andere Mal in Bedrängnis brachte.