Spiel der Woche
Ficht und Schöb führen FCK zum Kantersieg
Die Trikotwerbung eines Wassersportvertriebes trugen die Spieler des FC Kleinsteinhausen auf ihren weißen Jerseys. Einen passenderen Sponsor gab es am Sonntag wohl nicht, beim komplett verregneten 6:0 (1:0)-Heimspielerfolg des FC Kleinsteinhausen gegen den TuS Wattweiler – inklusive Starkregen. Der FC Kleinsteinhausen tauschte nach dem Sieg mit dem TuS die Plätze in der C-Klasse West. Der kleine FCK ist nun Zweiter, vor Wattweiler.
Als es noch keine Standprobleme auf dem aufgeweichten Boden gab, machten es die Gastgeber aber nicht wegen ihres Trikotgönners besser als der TuS Wattweiler. Die Kleinsteinhauser versuchten es gleich mit schnellen Angriffen über ihre linke Seite. Immer wieder trat Jayden Abbosh an der Seitenlinie an und lief seinem Gegenspieler davon. Allerdings brachte FCK-Spieler Begir Qela zweimal (2. und 4. Minute) das Kunststück fertig, den Ball aus wenigen Metern nicht über die Linie zu bekommen.
Diskussion – und doch das Tor
„Das sind zwei Hundertprozentige. Das kann nicht sein, konzentriert euch mal“, schrie FCK-Trainer Walter Schöb dazu aufs Spielfeld. Mit Fortdauer der Spielzeit kamen die Gäste, die fünf Stammkräfte ersetzen mussten, immer besser mit dem Spielgeschehen und den Platzverhältnissen zurecht. Kleinsteinhausen wurde immer passiver, verlor zu schnell die gewonnenen Bälle. Die Gastgeber vernachlässigten die Raumaufteilung.
Dazu zogen die Außen nun zu sehr in die Mitte. Damit wurde das Spielfeld für ihre beiden Sechser, Julian Sefrin und Quentin Schöb, zu eng. Durch das statische Verhalten ihrer Mitspieler ergaben sich kaum Anspielstationen für die beiden in der Zentrale. Wattweiler war jedoch selten einmal in der Lage, aus dem größeren Ballbesitz die ungeordneten Kleinsteinhauser so auszuspielen, dass es zu gefährlichen Szenen für den Kasten von Hans Bodmer kam.
Schon leicht frustriert, weil er wieder mal keine Anspielstation fand, ging Quentin Schöb in einem Zweikampf mit Gästespieler Matheus Golomb zu Boden und spekulierte auf einen Freistoßpfiff. Der blieb zu seiner Verwunderung aus. Als der quirlige Spielmacher das bemerkte, stand er wieder auf und flankte auf den losgelaufenen Heiko Ficht. Während Schöb mit Schiedsrichter Frederik Mayer vergeblich wegen des ausgebliebenen Pfiffes diskutierte, markierte Ficht die 1:0-Führung (22.).
Über den Platz gehumpelt
„Schiri, da muss man auf Ballhöhe sein. Dann sieht man, dass das Abseits war“, echauffierte sich TuS-Trainer Jürgen Bachert über den Rückstand, respektive das Verhalten des Unparteiischen, der als Einziger in Turnschuhen auf dem nass-glatten Untergrund agierte. Heiko Ficht war es egal. Dabei wollte sich der Torschütze schon nach zehn Minuten auswechseln lassen, nachdem er sich bei einem selbst ausgeführten Freistoß verletzt hatte. Ficht humpelte längere Zeit über den Platz, versuchte den Schmerz wegzulaufen, beim Flugball von Schöb lief er wieder rund.
Mit der schmeichelhaften, etwas umstrittenen Führung ging es in die Pause. Bis auf einen Fernschuss von Pascal Feß (55.), der erst abgefälscht für Hans Bodmer gefährlich wurde, brachte der TuS aber offensiv in Durchgang zwei nicht viel zustande.
Ficht erst kurz vor Ende raus
Der FCK zog das Spiel an sich. Sefrin und Quentin Schöb sicherten im Mittelfeld die Bälle und verteilten sie. Mit einem ansehnlichen Flugkopfball erhöhte Nathan Schöb (51.) auf 2:0. Der weiter angeschlagene Ficht lauerte ständig am Rande des Abseits’ in vorderster Linie. Sobald er den Ball am Fuß hatte, schienen die Schmerzen aber weg zu sein. Er legte Nathan Schöb das 3:0 (60.) und Julian Sefrin (70.) das 4:0 vor 45 Zuschauern auf. Nathan Schöb gelang mit dem 5:0 zudem ein Dreierpack (80.). Den Deckel machte Addison Qelaj (84.) mit dem 6:0 darauf, wieder auf Ficht-Vorlage.
Der ließ sich danach auswechseln. „Das war schon brutal am Mittwoch mit 120 Minuten Pokalspiel. Jetzt geht nichts mehr, der Schmerz war am Ende zu groß“, erklärte der 28-jährige Ficht und fasste sich an die linke Leiste. „Die erste Halbzeit war ausgeglichen, obwohl wir die meiste Zeit am Drücker waren, in der zweiten haben wir es auch spielerisch für uns optimal gelöst.“ TuS-Trainer Jürgen Bachert fand die Niederlage zu hoch, aber verdient. „Es soll keine Ausrede sein. Aber wenn dir so viele Spieler fehlen, dann wird es halt hinten raus schwer“, so Bachert.