Zweibrücken Fesselnder Swing, der in die Beine geht
20 Jahre gibt es ihn schon, und die Freude an Musik und Gesang ist bei den etwa 30 Sängerinnen und Sängern um Chorleiter Bernd Jost ungebrochen: Der Chor Cantamus feierte sein Jubiläum am Samstagabend mit einem großen Konzert zusammen mit Magic Tam Tam, Tonart Lambsborn und Thema Lulex im Dorfgemeinschaftshaus in Käshofen.
Der große, gemütliche Raum war voll besetzt, überall an den liebevoll dekorierten Tischen mit Servietten mit Noten oder der Aufschrift „Schön, dass ihr alle da seid“ saßen fröhliche Menschen bei Bier und Würstchen und genossen die Musik. An die hundert Besucher, auch Kinder, hatten sich hier trotz Schnee und Glätte eingefunden, um mit Cantamus zusammen zu feiern. Das Programm war sehr breitgefächert, von Weltmusik über Schlager und Filmhits bis zu Blues und Dixie, aber auch Liedern aus dem kirchlichen Kontext reichte das künstlerische Spektrum. „Wir haben den Anspruch, das zu singen, was Spaß macht, und uns nicht zu spezialisieren,“ betonte Klaus Fuhrmann, der erste Vorsitzende des Chores Cantamus, der aus dem Gospelchor an der Carl-Orff-Grundschule Wiesbach hervorgegangen ist und seinen jetzigen Namen seit 2004 führt. „Und heute wollen wir keine strenge Konzertaufführung machen, sondern gemeinsam feiern.“ Gut gelaunt führten Hill Hamm-Rittershofer und Klaus Fuhrmann durch den Abend, immer wieder antworteten sie auch spontan auf Zurufe aus dem Publikum. Überhaupt war die Atmosphäre sehr familiär, kleine Späße zwischen Sängern und Besuchern lockerten immer wieder die Stimmung auf. Auch das Programm ließ Raum für so manchen Spaß wie den „Mittwochabend-Probenblues“ für Dirigent Bernd Jost, der Cantamus seit 2012 leitet. Der befreundete Chor Tonart Lambsborn fesselte die Zuhörer mit einer augenzwinkernden Interpretation des Udo Jürgens-Hits „Aber bitte mit Sahne“, rockig ließen es die Gäste aus Lambsborn dagegen mit dem Ray-Charles-Song „Hit the Road Jack“ angehen. Dixie und Swing waren das Thema der Band Thema Lulex, die aus dem Chor Cantamus hervorgegangen ist. Die jungen Musikerinnen und Musiker um Luisa Fuhrmann ließen mit ihren malerischen Kostümen und ihrem schwungvollen Spiel Stimmung und Sound der Tanzcafés der 30er Jahre wieder lebendig werden. Elemente osteuropäischer Folklore klangen in den schweren Taktzeiten des Dixies „That’s a Plenty“ an, peppige Akzente setze der flott-beschwingte Alabama-Jubilee, bei dem man sich als Zuhörer direkt auf ein Showboat auf dem Mississippi in den Golden Twenties versetzt fühlte. „Five Foot Two, Eyes of Blue“ animierte viele Besucher spontan zum Mitklatschen, doch die vertrackten Rhythmen dieses Dixie brachten sie sehr schnell wieder aus dem Takt. Da war Zuhören und genießen doch besser. Einfacher war das Mitklatschen bei den Weltmusik-Songs und den kirchlichen Liedern. Glockenklar, wie mit einer einzigen Stimme, sangen die Chöre Cantamus und Tonart zusammen das Lied „Pacem“, voll und klangschön und doch sehr beweglich. Fesselnder Ausdruck und lautmalerische Klangfarben zeichneten die Interpretation dieses Songs aus. Swingender Jazz, in dem sich Leichtigkeit und Ernst harmonisch verbanden, charakterisierte die Jazz Cantate, ein Strophenlied, dessen anspruchsvollen Rhythmus die beiden Chöre mit untrüglicher Sicherheit hielten. Klezmer brachten die Chöre mit „Lo Yisa Goi“ ins Spiel, dessen nostalgisch klagende Geigenmelodie abrupt in eine rasante Tanzweise umschlug, deren feurige Rhythmen so richtig in die Beine gingen. Zusammen mit den Gästen ließen die Chöre einen zauberhaften, stimmungsvollen Abend ausklingen mit „Jampatadi“, das Jost aus einer Melodie von Giora Feidman konzipiert hat.