Eishockey
Fanclub „Bad Company Zweibrücken“ heizt „Hornets“ mächtig ein
„Unser Fanclub besteht aktuell aus 21 Personen. Das ist immer ein bisschen ein Auf und Ab“, erzählt Ulf Bürger aus dem vielköpfigen Organisationsteam der „Bad Company Zweibrücken“ (auf Deutsch: Schlechte Gesellschaft). „Bei den Spielen schließen sich immer noch Zuschauer dem Support an, so dass wir hier schon was auf die Beine stellen“, sagt Bürger. Zu finden sind die „Hornets“-Fans bei Heimspielen der ersten Mannschaft in den obersten beiden Reihen im Block C. Dass die Mädels und Jungs mit Trommel und Co. richtig Stimmung machen können, hat sich rumgesprochen.
„Wir waren schon bei einem Handballspiel des SV 64 Zweibrücken und sind mal mit dem Traktor von der Eishalle zum Fußballspiel des SV Palatia Contwig gefahren, um die bei einem Heimspiel zu unterstützen“, sagt „Trommler“ Michael Schumacher. „Die Fahrt mit dem Traktor war, wie man es von Kerwefahrten kennt.“ Die Anfragen zur lautstarken Unterstützung kamen damals von Bekannten des Fanclubs, die die Stimmung in der Eishalle toll fanden. „Als nächstes wollen wir auch mal den Nachwuchs beim Spiel lautstark unterstützen.“
Mit dem Traktor auch schon mal nach Contwig
Nicht nur befreundete Vereine erfahren Unterstützung der „Bad Company“. Auch der Verein selbst bekommt nicht nur bei jedem Heimspiel moralischen Halt: Vor der letzten abgebrochenen Saison wurden in mühevoller Kleinarbeit Untersetzer aus Schiefer mit dem „Hornets“-Logo verkauft. Der Erlös ging nach Abzug der Unkosten komplett an den Klub. „Corona hat den Verein gebeutelt. Da wollten wir helfen“, hieß es. „Das Verhältnis ist sehr positiv. Vor der jetzt beginnenden Saison hat die Vorstandschaft uns auch gefragt, ob wir einen Fanbeauftragten stellen können“, sagt Bürger. „Die Wahl fiel dann auf mich; wahrscheinlich, weil ich einfach der Lauteste bin“, erklärt er lachend. „Das hat natürlich für uns als Fanclub positive Seiten. So ist die Kommunikation noch mal besser geworden also ohnehin schon.“
Bangen um weitere Saison
Es ist für beide Seiten eine Win-win-Situation, vor allem was das Organisieren und Planen von Auswärtsfahrten betrifft. „In Spitzenzeiten, bei Play-off-Spielen, hatten wir schon zwei Reisebusse und zwei Neunsitzer im Einsatz“, erinnert sich Fanclub-Mitglied Bianka Stauter. In der Saison sind zumindest in der Hauptrunde keine Busfahrten mehr geplant. „Die restlichen Auswärtsspiele sind entweder freitagsabends recht früh oder sonntags zu spät. Da bekommen wir einen Bus nicht voll“, erklärt Fanclub-Kollegin Louisa Kehrel. Die Verantwortlichen des Clubs haben sich daher was überlegt: „Wir haben eine Mitfahrerbörse auf Facebook eingerichtet. Interessierte an einer Auswärtsfahrt können sich hier anmelden, wir organisieren das mit Kleinbussen oder privaten Pkws“, sagen Stauter und Kehrel. „Hier danken wir dem Autohaus Wagner und der Firma Alois Omlor, die uns die Kleinbusse sehr günstig zur Verfügung stellen.“
Spätestens zum Beginn der Play-offs sollen auch wieder Busse zu den Auswärtsspielen fahren. Wenn da nicht das böse Corona-Wort wäre. „Die Angst vor dem Saisonabbruch ist latent da. Gerade aktuell, wo die Mannschaft so gut drauf ist, wäre das bitter“, bangen alle um das Fortsetzen der Runde. „Für uns ist es egal ob 3G, 2G oder 2G-plus: Für viele von uns ist die Eishalle über den Herbst und Winter das zweite Wohnzimmer. Wir fiebern den Spielen entgegen, da nehmen wir es sogar in Kauf, uns vor jedem Spiel zu testen wie letzten Sonntag in Pforzheim“, sagt Bürger. „Wir alle wollen Eishockey sehen.“
Bald eingetragener Verein?
Andere geplante Aktivitäten fielen dagegen aus. „Wir hatten einige Pläne: Waffeln oder Crêpes backen, Bratwürste verkaufen und, und, und. Ideen haben wir genug, aber aktuell scheitert es an der Umsetzbarkeit“, meint Vorsänger Bürger. So fehlt auch dem Fanclub Geld für Trommeln, Fahnen oder Konfettiregen. „Wir sind auf Spenden angewiesen. Unser Ziel ist es, uns in nächster Zeit als Verein eintragen zu lassen. Das hätte finanzielle Vorteile für uns: Wir könnten Mitgliedsbeiträge generieren, noch mehr Mitglieder werben, egal ob aktiv oder passiv“, sagen die Verantwortlichen.
So wird trotz Corona-Krise fleißig die Zukunft geplant. „Momentan sind wir gut aufgestellt. Es ist zwar immer ein Auf und Ab bei den Mitgliedern. Aber mit über 20 haben wir zurzeit eine so gute Basis wie nie“, freut sich Bianka Stauter. „Wir sind eine schöne Gruppe, jeder bringt sich ein. Und wir freuen uns über jedes neue Mitglied.“
Info
Wenn man bei Facebook oder Instagram nach „Fanclub Bad Company“ sucht, findet man den Fanclub der „Hornets“.
Vor dem Heimspiel des EHC Zweibrücken gegen Heilbronn
Antwort auf erste Niederlage gesucht Wie haben die „Hornets“ die erste Saisonniederlage zuletzt in Pforzheim verkraftet? Die Antwort darauf können die Cracks um Trainer Ralf Wolf am Sonntagabend (18 Uhr, Ice-Arena) im Heimspiel gegen die „Eisbären“ Heilbronn geben.
„Das Spiel in Pforzheim ärgert mich heute noch. Die gingen früh in Führung, und wir sind dann nicht mehr so richtig rangekommen“, sagt der Sportliche Leiter des EHC, Thorsten Rehfeld. „Am Ende war die Niederlage zu hoch. Drei der zehn Gegentore haben wir in den letzten drei Minuten kassiert. Aber egal jetzt, Schwamm drüber, weiter geht’s.“
Veränderung bei den Torhütern
Beim Heimspiel am Sonntag fehlt der wegen einer Spieldauerstrafe in Pforzheim gesperrte Erik Betzold. Fraglich ist der Einsatz von Felix Stokowski. Änderungen sind auf der Torhüterposition zu vermelden: Neuzugang Tom Schickedanz wird nach seiner Hüft-Operation nicht fit und fehlt noch mindestens sechs weitere Wochen. Steven Teucke fehlt aufgrund der Corona-Auflagen für unbestimmte Zeit. Die Verantwortlichen arbeiten daher an der Verpflichtung eines neuen Goalies. Seit Mittwoch ist das Transfer-Fenster wieder geöffnet.
Info
Da am Sonntag auch alle geimpften und genesenen Zuschauer beim Halleneintritt einen tagesaktuellen Test vorlegen müssen, hat ein Corona-Testcenter direkt vor der Eishalle ab 14 Uhr geöffnet. „Hornets“-Besucher können sich hier kostenlos testen lassen. Um Wartezeiten zu vermeiden, ist eine frühe Anreise notwendig.