Leichtathletik
Familien-Express Port rollt weiter nach Ludwigshafen
Timo Port holte sich mit 64,37 Metern aus dem vierten Versuch bei den deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm im Hammerwerfen der U18-Klasse seinen ersten deutschen Meistertitel. Seine Mutter Christine war im Weitsprung der Altersklasse W40 im saarländischen Dillingen überlegen Südwestdeutsche Meisterin geworden.
„Das war sehr aufregend. Ich habe mich an das Winterwurf-Meeting in Sindelfingen erinnert gefühlt, da lief es auch nicht gut“, meinte Timo Port rückblickend zum jetzigen Wettkampf in Ulm. Die ersten beiden Versuche des Hammerwurf-Asses aus dem saarländischen Biesingen landeten nämlich im Netz des Käfigs und waren ungültig, so dass er um die Teilnahme am Endkampf mit drei weiteren Versuchen richtig bangen musste. „Dabei war schon der zweite Versuch ein Sicherheitswurf mit nur drei Drehungen“, erklärte der 16-Jährige. So machte er es dann auch beim dritten Versuch: Der landete bei 58,76 Meter, das reichte aber für das Finale. „Vielleicht war es auch schwieriger und hat unterbewusst eine Rolle gespielt, dass ich Favorit war“, mutmaßte der Schüler der Gemeinschaftsschule in Gersheim.
Port freut sich jetzt auf das EM-Jugendlager
Im vierten Versuch klappte es dann aber: 64,37 Meter. „Mein Trainer Jörg Zimmermann hat auch ein bisschen geschwitzt vorher. Er hat mich aber beruhigt und gesagt: Der nächste Wurf wird besser“, berichtet Port. Am Ende hatte er damit seinen ersten DM-Titel in der Tasche. Am Wochenende startet Timo Port, der Anfang Juli bei seinem internationalen Debüt bei der U18-Europameisterschaft in Israel den siebten Platz belegt hatte, noch mal bei den süddeutschen Meisterschaften in Ludwigshafen, „und danach mache ich erst mal Pause“. Obwohl noch ein weiterer Höhepunkt für ihn ansteht: Er ist bei der Europameisterschaft der Aktiven in München (15. bis 21. August) beim einwöchigen Jugendlager des Leichtathletik-Verbandes Pfalz dabei. „Die hatten vor längerer Zeit eine Mail geschickt, ob ich Lust habe“, erzählt Port. Hatte er, und jetzt kann er sich die Großen mal vor Ort anschauen.
Stabhochspringer Jakob Legner vom LAZ Zweibrücken landete in Ulm mit 4,40 Metern in der Altersklasse U20 am Sonntag auf dem sechsten Platz. „Mit der Platzierung kann ich leben, mit der Höhe eher nicht“, meinte der 18-Jährige, dessen Bestmarke bei 4,71 Metern liegt. Körperlich habe alles gestimmt, „aber ich habe ein, zwei technische Fehler drin, die sich schon durch die ganze Saison ziehen und die mich Höhe kosten“. So hole er bei den letzten Schritten des Anlaufs den Stab von zu weit hinten, wodurch er zu große Schritte mache und zu nah an die Latte käme.
LAZ: Legner und Henkel im Rahmen ihrer Möglichkeiten
Technisch sei es zwar schon besser gewesen als in den letzten Trainingseinheiten zuvor. „Aber wir haben seit dem letzten Jahr die Technik generell umgestellt, das System muss sich noch einspielen“, sagte Legner. „Dafür war es nicht ideal, aber in Ordnung“, analysierte sein Trainer Alexander Gakstädter. In Ludwigshafen will Legner den Fokus nun noch mal ganz stark auf die Technik legen, „ich habe immer noch das Ziel, noch in dieser Saison meine Bestleistung anzugreifen und zu verbessern“.
Sprinter Thorben Henkel vom LAZ Zweibrücken war in Ulm bereits am Freitag dran. Der 17-jährige Schüler der elften Klasse der IGS Contwig landete über 400 Meter der Altersklasse U18 in 52,21 Sekunden auf Platz 16 und verpasste das Finale. „Das war absolut okay“, fand seine Trainerin Ulrike Beyerlein. Ihr Schützling habe unlängst mit einem dicken Infekt und Fieber im Bett gelegen. „Wir haben aber gesagt: Wir haben die Norm, also fahren wir auch hin“, meinte sie. Das, was sie mit ihrem Schützling ausgemacht hatte, habe er erfüllt: „Er hat in einem der schnellsten Vorläufe den Abstand zu den beiden Läufern rechts und links von ihm gehalten.“ Am Wochenende will Henkel in Ludwigshafen noch mal über 100, 200 und 400 Meter starten.
Saalstadter Lars Klein wieder mit neuer Bestzeit
Lars Klein vom TV Lemberg ist über 2000 Meter Hindernis in der U20-Altersklasse mit Bestzeit auf Rang acht unter elf qualifizierten Startern gelaufen. Klein war bisher in jedem seiner diesjährigen Rennen Bestleistung gelaufen. Der Saalstadter steigerte sich auch im Donaustadion in Ulm um drei Sekunden auf 6:08,58 Minuten. „Lars hat im wichtigsten Wettkampf der Saison eine Top-Leistung abgeliefert. Er ist ein tolles Rennen gelaufen“, lobte Vater und Trainer Klaus Klein den 19-Jährigen. Vom Start weg legte der favorisierte Kurt Lauer (LAZ Ludwigsburg) ein hohes Tempo vor und siegte in 5:39,46 Minuten.
Im saarländischen Dillingen stand Mama Christine Port bei den südwestdeutschen Titelkämpfen Sohn Timo indes kaum nach: Sie kam im Weitsprung der W40-Klasse auf starke 5,29 Meter. Sie sprang damit weiter als die Siegerinnen der jüngeren Altersklassen. Mit Timos Hammwurf-Sieg halten die Ports jetzt zwei aktuelle Deutsche-Meister-Titel in der Familie: Denn die Mama ist auch amtierende Deutsche Seniorenmeisterin im Weitsprung. Sie wird im September versuchen, den Titel zu verteidigen.
Weitere Ergebnisse
Zweibrücker bei den südwestdeutschen Senioren-Meisterschaften in Dillingen
5000 m Senioren M35: 1. Christian Mayer, VT Zweibrücken, 19,47 min - gemischter Wettbewerb: 6.
Kugelstoßen Senioren M60 (5 kg): 5. Uwe Tittelbach, VTZ, 7,40 m - Diskuswurf, Senioren M60 (1 kg): 6. Uwe Tittelbach, VTZ, 23,31 m - gemischter Wettbewerb M30 (2 kg): 17. - Hammerwurf, Senioren M60 (5 kg): 4. Uwe Tittelbach, VTZ, 19,21 m - gemischter Wettbewerb M40 (7,26 kg): 20.
5000 m Senioren M70: 2. Josef Reich, VTZ, 26:42,0 min
Hammerwurf Seniorinnen W40 (4 kg): 1. Evelyn Günther, LAZ Zweibrücken, 39,06 m - gemischter Wettbewerb W35: 2.