Zweibrücken
Exklusiver Blick ins Weltall – Warum ein riesiger R2-D2 über Zweibrücken thront
Der kleine Roboter R2-D2 ist vielen ein Begriff. Berühmtheit erlangte der putzige Droide durch die Star-Wars-Filme. Doch er ist auch in der Pfalz präsent, und zwar in Übergröße. Anmutig steht die Sternwarte auf einem Hügel neben der Hochschule in Zweibrücken. Doch das Design ist mehr als ein außergewöhnliches Fotomotiv: Von September bis Ende April öffnen die Mitglieder des Naturwissenschaftlichen Vereins Zweibrücken freitagabends die etwa fünf Meter große Kuppel für Besucher, die durch die Teleskope im Inneren einen Blick in die Sterne werfen können.
An diesen öffentlichen Beobachtungsabenden erklären die Mitglieder des Vereins den Besuchern, wie sie mit dem Teleskop umgehen und was genau sie damit am Himmel sehen. Sie erklären, was es mit schwarzen Löchern auf sich hat, wie das Universum entstanden ist, und zeigen den Betrachtern sogar ganze Galaxien. Wer eine ganz besondere Erinnerung an seinen Besuch auf der Sternwarte möchte, kann sogar ein Foto von dem Blick in dem Himmel durch das Teleskop machen.
Der R2-D2-Look entstand im Rahmen einer Renovierung des Außenanstrichs der Sternwarte vor einigen Jahren. Das Design erzeugte große Aufmerksamkeit im Internet, die man immer noch verfolgen kann. Das Observatorium wurde 2000 gebaut, erklärt Vereinsvorsitzender Walter Arnold. „Ein Science-Fiction-Verein sind wir nicht. Wir wollen den Besuchern die Astronomie und andere Naturwissenschaften näherbringen“, betont er. „Dazu tragen wir regelmäßig mit Vorträgen im Kolloquium der Hochschule bei“, ergänzt sein Stellvertreter Klaus Portscheller.
Mehr als 130 Vorträge hat der Verein an der Hochschule schon mitorganisiert. Zum Teil mit ganz besonderen Gästen wie dem ersten deutschen Astronaut auf der russischen Raumstation Mir. Auch die erste unbemannte Landung auf dem Mars haben sie mit Schaubildern der ESA präsentiert.
Der Naturwissenschaftliche Verein Zweibrücken interessiert sich nicht nur für die Beobachtung der Sterne. „Wir befassen uns mit der Entstehung und Ausdehnung des Universums“, nennt Portscheller ein Beispiel. „Wir diskutieren auch über dunkle Energie und dunkle Materie. Unsere Galaxie dreht sich und es stellt sich die Frage, wieso fliegen die äußeren Teile nicht weg? Dafür könnte dunkle Materie verantwortlich sein.“
Die Sternwarte erfreut sich vor allem bei besonderen Ereignissen am Himmel größter Beliebtheit. „So waren am 15. August 2003 rund 1000 Besucher auf dem Zweibrücker Kreuzberg, um den Merkurtransit zu beobachten“, erzählt Portscheller stolz. Dabei schob sich der Merkur als kleiner schwarzer Punkt vor der Sonne vorbei. Die Mondfinsternis 2018 zog rund 300 Menschen auf die Sternwarte und die partielle Sonnenfinsternis am 29. März in diesem Jahr zog 100 Besucher zur Sonnenbeobachtung an.
Ein Blick in die Sterne ist von der Sternwarte aus freitags nur von September bis Ende April möglich. „Im Sommer sind die Nächte zu kurz“, erklärt Portscheller. Wer das Teleskop in Sommernächten nutzen möchte, kann eine Mail an den Verein schreiben und einen individuellen Termin vereinbaren, den dann einer der Aktiven der 71 Vereinsmitglieder betreut und die Kuppel des Observatoriums öffnet.
Eintritt kostet die Sternwarte nicht, aber eine kleine Spende ist erwünscht, da sich der Verein ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert.