Zweibrücken „Etwas Wehmut ist dabei“
Mit dem Aus- und Aufräumen in seinem Büro ist er schon eine Weile beschäftigt. Zweibrückens Hauptamtsleiter Richard Körner geht im Herbst in den Ruhestand. Wenn er seine Amtsstube verlässt, kann Körner auf 43 Jahre im Zweibrücker Verwaltungsdienst zurückblicken.
„Offiziell ist zwar erst im Januar Schluss, aber da sind noch Urlaubstage und Überstunden angefallen“, erklärt Körner. Anfang September will er sich verabschieden (wir berichteten am 24. Juni). Der Mittelbacher, der im Dezember 65 Jahre alt wird, spricht von einem lachenden und einem weinenden Auge. „Etwas Wehmut ist dabei, aber auf den neuen Lebensabschnitt freue ich mich auch“, meint er. Dass er mit Eintritt in den Ruhestand ins vielzitierte Loch fallen könnte, glaubt Körner nicht. „Man wird dann andere Dinge zu tun haben“, sagt er. Körner will unter anderem seiner Reiselust mehr Platz einräumen. Mit seiner Frau – der Amtsleiter ist seit 1977 verheiratet – sieht er sich schon in Reisebussen sitzen: So manche interessante Stadt in Deutschland und Europa gebe es noch zu erkunden. „Ich war beispielsweise noch nie in Hamburg“, stellt er fest, und die neuen Bundesländer seien für ihn bislang unbekanntes Terrain. Außerdem will er noch einmal nach Toronto, wo ein Großcousin lebt. Der Literatur wolle er ebenfalls mehr Zeit widmen. Richard Körner liest heutzutage gerne wieder die Klassiker, die ihn schon als Schüler beschäftigt haben. „Dürrenmatt und Kafka etwa“, zählt er auf. In seiner Schreibtischschublade liege Johann Wolfgang von Goethes „Faust“. Die Beschäftigung mit den alten Sprachgenies habe mittlerweile auf seinen eigenen Sprachgebrauch abgefärbt. Es sei aber nicht so, dass er deshalb oft das bekannteste Zitat Götz von Berlichingens verwendet. Das sei in dem Zusammenhang zwar ein naheliegender, aber falscher Gedanke, wie Körner lachend versichert. Die Leseratte in Diensten der Stadt hat sich nach dem Abitur gegen ein Studium und für eine Laufbahn in der Verwaltung entschieden. „Angefangen habe ich im November 1973 mit dem Besuch der Verwaltungsschule, die war damals noch in Pirmasens“, erzählt er. Nachdem er die Prüfung abgelegt hatte, hieß es: „Geh mal aufs Bauamt.“ Dort hat Körner bis 1988 gearbeitet, ein „breites Feld“ beackert, wie er sagt. „Ich habe beispielsweise in die Bauförderung reingeschnuppert, ein großes Thema war auch das Liegenschaftswesen.“ Als Körner zum Hauptamt wechselte, das er ab 2003 leitete, arbeitete er mit Personalleiter Hans Koch zusammen. Das bezeichnet Richard Körner als „Glücksfall“. Koch habe ihn mit seiner ruhigen, souveränen Art beeindruckt, er selbst sei etwas anders gestrickt: „Ich bin emotionaler, kann schon mal laut werden und aus der Haut fahren.“ Sein Mitarbeiterstab habe solche Reaktionen in all den Jahren aber nur selten hervorgerufen. Körner betont das kollegiale Klima auf dem Amt. „Wenn du gute Sachgebietsleiter hast, vereinfacht das die Sache“, sagt er. Richard Körner sieht sich nach seinem Ausscheiden aber nicht zu regelmäßigen längeren Besuchen des alten Arbeitsumfelds aufbrechen. „Ich werde wohl mal reinkommen und guten Tag sagen. Aber wenn etwas vorbei ist, ist es vorbei.“ |bun