Montagsumfrage Essengehen in Zeiten der höheren Mehrwertsteuer
Seit 1. Januar gilt für die Gastronomie wieder der Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Etliche Gastwirte legen die Mehrkosten nun auf die Preise auf ihren Speisekarten um. Wir wollen wissen: Gehen die Leute noch essen oder ist das jetzt zu teuer geworden? Wohin wird gegangen? Restaurant? Imbiss?
Ralf Hüther sagt: „Wir gehen gar nicht so oft essen. Ich habe angefangen abzunehmen. Ich esse nur gewisse Sachen. Ich nehme nicht wegen der Mehrwertsteuererhöhung ab, aber es passt gerade gut. Aber generell bin ich sowieso nicht der Typ, der ständig auswärts essen geht. Ich arbeite nur halbtags und bin eh die meiste Zeit im Homeoffice. Ich kann also direkt an den Kühlschrank gehen und muss mir keine Schnittchen für an den Schreibtisch machen. Während der Coronazeit haben wir allerdings die Wirte unterstützt. Als die Mehrwertsteuer in der Gastronomie abgesenkt wurde, haben wir das aber auch nicht gemerkt, um ehrlich zu sein. Die Erhöhung beeinflusst unser Verhalten in Sachen Essengehen nicht.“
Für Hermann Grieser ist die Steueranpassung in der Gastronomie kein Grund, um weniger essen zu gehen. „Ich weiß nicht, ob man das so stark merken wird. Man hatte ja auch lange davon gesprochen, dass die Benzinpreise zu Jahresbeginn sehr stark steigen, das sehe ich im Moment Gott sei Dank auch nicht. Manchmal nehme ich etwas Vorbereitetes mit auf die Arbeit für die Mittagspause, manchmal kaufe ich mir vor Ort etwas. Das hat sich nicht geändert. Ich habe seit Anfang des Jahres die Steuererhöhung auch noch nicht so richtig gemerkt.“
Sina Noll ist in einigen Lokalen eine Preissteigerung bereits aufgefallen, in anderen jedoch nicht. Allerdings sei eine Preiserhöhung oft schon im vergangenen Jahr erfolgt nach der Erhöhung der Energiekosten. Eine Preissteigerung findet sie aber durchaus in Ordnung. „Die Gastronomen müssen die Kosten ja weitergeben. Die können die höhere Steuer nicht auch noch tragen“, sagt sie. Deshalb möchte sie selbst aber beim Ausgehen nicht sparen. „Wenn ich ausgehe, gehe ich gezielt in Lokale, die ich mir aussuche. Dann zahle ich, wenn die Qualität stimmt, gerne auch ein, zwei Euro mehr. Wir waren gerade gestern in einem griechischen Lokal in Zweibrücken mit ganz tollem Service. Das Personal hat sich gut um die Kinder gekümmert, und die Portionen waren sehr groß. Ich hätte gerne kleinere Portionen für kleinere Preise, damit ich noch eine Vorspeise essen kann.“
Jutta Daniel geht weniger, dafür aber bewusster essen. „Ich glaube schon, dass viele Menschen sich jetzt dreimal überlegen, ob sie sich das Essengehen leisten können oder nicht. Es gibt Menschen, die sich das nicht mehr leisten können. Ich wähle nicht nach Preis aus, sondern wo ich gerne unterstütze. Wo ist das Personal nett, wo stimmt die Qualität, wo fühle ich mich wohl? Ich verdiene keine Reichtümer, aber ich kann es mir leisten“, erzählt sie. Sie gehe nicht weniger essen, aber Vorspeise oder Dessert stünden schon mal zur Disposition.
Cathi Lippick betreibt nebenher als Vorsitzende des Wandervereins Zweibrücken selbst Gastronomie in der Krummackerhütte in Ixheim. „Ich habe natürlich die Steuererhöhung mitbekommen und auch überlegt, ob wir die Preise in der Hütte anheben müssen. Aber wir haben die Preise unverändert gelassen, weil sie schon immer gut kalkuliert waren. Ich habe auch keine Erhöhungen in der Gastronomie bewusst mitbekommen. Im Januar waren wir bereits einmal auswärts essen, aber wir haben keine Riesensprünge bei den Preisen gesehen. Auch beim Essen-Abholen beim Chinesen ist es uns nicht aufgefallen“, berichtet sie. Allerdings schränkt die Familie ganz allgemein das Essengehen inflationsbedingt ein.
Tanja Schwab hat von Freunden gehört, dass die Preise in der Gastronomie gestiegen seien. Sie selbst war noch nicht essen in diesem Jahr, aber hat auch „keinen großen Aufschrei mitbekommen“, wie sie sagt. „Die, die essen gehen möchten, die gehen weiterhin. Und die wollen gezielt bestimmte Restaurants unterstützen. Wir selbst gehen eher seltener essen, weil ich und mein Mann beide kochen. Aber wenn wir ausgehen, genießen wir das auch. Dann spielt der Preis nicht die Hauptrolle“, erklärt sie.