Zweibrücken Erst Festival der Fehler, dann kommt mit Majbik die Wende

Kam nach 16 Minuten ins Spiel und drückte ihm gleich den Stempel auf: Hier trifft SV-Rückraumspieler Lukas Majbik (links, gegen
Kam nach 16 Minuten ins Spiel und drückte ihm gleich den Stempel auf: Hier trifft SV-Rückraumspieler Lukas Majbik (links, gegen Max Zerwas, rechts Kian Schwarzer) zum 6:6. Am Ende hatte Majbik zehnmal getroffen.

Als Tim Schaller am Samstag in der 49. Minute der Handball-Oberliga-Partie zwischen dem SV 64 Zweibrücken und dem TV Mülheim das 24:20 erzielte, Benny Zellmer das 25:20 folgen ließ und Mülheim eine Auszeit nahm, ahnten die SV-Fans, dass es was werden könnte mit dem erhofften zweiten Heimsieg. Sechs weitere Zweibrücker Treffer später war es soweit: Der 31:23 (14:10)-Erfolg der Zweibrücker durfte bejubelt werden.

«ZWEIBRÜCKEN.»Unbändige Freude auf der Zweibrücker Bank in den Schlussminuten, als vieles gelang, was in der Anfangsphase noch nicht geklappt hatte, wenn auf das Mülheimer Tor geworfen wurde. Sehenswerte Treffer, gekrönt vom 31. Tor, das Schaller mit perfektem Kempa nach Zuspiel von Benny Zellmer abschloss. „Wir wollten diesen zweiten Heimsieg unbedingt“, freute sich auch Zweibrückens Trainer Stefan Bullacher. Der hatte sich in dieser deutlichen Form im ersten Spielabschnitt so noch nicht abgezeichnet. Mit der Anfangsviertelstunde seiner Mannschaft sei er durchaus zufrieden gewesen, sagte Bullacher. Es sei vieles richtig gemacht worden, aber Mülheims in dieser Phase überragend haltender Torwart Tobias Zelter zog den Zweibrücker Angreifern den Zahn. Egal ob es Christopher Huber mit Wucht probierte, Philipp Hammann mit Raffinesse, Schaller vom Siebenmeterpunkt oder der engagierte, aber glücklose Niklas Bayer aus dem Rückraum: Zelter war immer da und setzte sich in den Köpfen der SV-Angreifer fest. Das habe die Mannschaft sichtlich verunsichert, resümierte Bullacher. Aus dieser Verunsicherung entwickelte sich zunächst ein Festival der Fehler, an dem beide Mannschaften beteiligt waren. Bullacher reagierte, nahm eine Auszeit und stellte taktisch um. Das schien im ersten Moment nicht zu fruchten, da Zweibrücken nach Wiederanpfiff prompt ein Fehlabspiel unterlief und sich Mülheim per Gegenstoß auf 8:6 absetzte. Aber die Umstellungen zeigten nach und nach doch Wirkung. Weil ein Spieler, den Bullacher kurz vor der Auszeit gebracht hatte, zu großer Form auflief: Lukas Majbik. „Mit ihm kam die Wende“, freute sich Bullacher und lobte Majbik, der wohl sein – zumindest in dieser Saison – bestes Spiel für den SV ablieferte. Selbstvertrauen holte sich der sensible Rückraumspieler spätestens mit seinem zweiten erfolgreichen Wurf zum 7:8. Hammann war die spürbare Erleichterung anzumerken, als er Zelter zum 8:8 überwunden hatte. Das 9:8 durch Zellmer gab weiter Auftrieb. Zudem zeigte eine zweite taktische Maßnahme Wirkung: Giona Dobrani löste die Aufgabe, vorgezogen mit starker Orientierung zu Mülheims umtriebigem Spielmacher Julian Vogt zu decken, sehr gut. An Majbiks Seite tankte auch Huber Selbstvertrauen und spielte jetzt stark. Zur Pause führte der SV unerwartet mit 14:10. Kaum zu stoppen war Mülheims exzellenter Torjäger Max Zerwas. Das 10:12 in der 29. Minute war schon Zerwas’ fünfter Treffer in diesem Spiel und sein 100. in dieser Saison. Weitere sieben addierte er am Samstag noch dazu. Dass der Zweibrücker Sieg völlig in Ordnung ging, am Ende ein bisschen zu hoch ausgefallen sei, darüber war sich Bullacher mit seinem Mülheimer Trainerkollegen Hilmar Bjarnason einig. Eine Erklärung hatte Mülheims Coach für den deutlichen Zweibrücker Sieg: „Es war unser viertes Spiel in acht Tagen. Da ist es verständlich, wenn am Ende etwas die Kräfte schwinden.“ So spielten sie SV 64 Zweibrücken: Berz, Santarini (ab 56.) - Bayer, Schaller (5), Huber (5) - Hammann (3), Zellmer (5) - Grieser (2) - Schwarzer (1), Majbik (10/2), Dobrani TV Mülheim: Zelter, Winkel (43.) - Becker (3), Vogt (1), Zerwas (12/3) - Langen, Backes - Schwenzer (3) - Lütkemeier (3), Lebernegg, Hommen (1) Spielfilm: 0:1 (3.), 1:1 (5.), 6:6 (18.), 6:8 (21.), 9:8 (25.), 14:10 (Halbzeit), 21:16 (43.), 21:18 (46.), 23:20 (49.), 28:20 (56.), 31:23 (Ende) - Zeitstrafen: 2:2 - Siebenmeter: 3/2 - 3/3 - Beste Spieler: Majbik - Zerwas - Zuschauer: 350 - Schiedsrichter: Meyer/Hemmer (Dansenberg).

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