Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Erfahrener Torwart Dentzer hält Kasten der VTZ Saarpfalz sauber

Torwart Norman Dentzer (Mitte, hier in einem Spiel gegen Saulheim, links Tomas Kraucevicius) hat der VTZ Saarpfalz mit seiner la
Torwart Norman Dentzer (Mitte, hier in einem Spiel gegen Saulheim, links Tomas Kraucevicius) hat der VTZ Saarpfalz mit seiner langjährigen Erfahrung schon etliche Punkte gerettet. Gegen Eckbachtal will der Kapitän mit der VTZ im vierten Spiel unbedingt den ersten Sieg einfahren.

Das südpfälzische Silz kennen viele Zweibrücker wegen des Wild- und Wanderparks. Den besucht auch der dort lebende Norman Dentzer, gerne mit seiner Familie. Für Sonntag hat der erfahrene Torwart der VTZ Saarpfalz aber einen anderen Plan: Der Mannschaftskapitän möchte mit dem Team den ersten Saisonsieg feiern.

Die Wölfe im Wild- und Wanderpark haben Nachwuchs bekommen. „Faszinierend“, sagt Norman Dentzer, Torwart des Handball-Oberligisten VT Zweibrücken-Saarpfalz. Am Sonntag steht aber kein Ausflug an. Denn der 36-Jährige empfängt mit der VTZ die HSG Eckbachtal und peilt den ersten Saisonsieg an (Anwurf: 17 Uhr, Westpfalzhalle).

Die Silzer Wölfe besucht Dentzer sonst gerne mit seinen Frauen. Er wohnt gleich mit vieren zusammen: Ehefrau, zwei Töchter und eine Stieftochter. Rechne man Familienhündin Amy dazu, „sind es sogar fünf Frauen“, bestätigt Dentzer lachend. In Silz kann der Handballverrückte zur Ruhe kommen. Zum Haushalt gehören noch drei Pferde, um die sich Ehefrau Jasmin kümmert, und vier Ziegen. „Die halten unser Grundstück und die Grundstücke unserer Nachbarn sauber“, freut sich Dentzer. Die Rasenmäher auf vier Beinen retteten die Dentzers vor einem Ende im Schlachthof.

Eine richtige Handballfamilie

„Wir sind eine richtige Handballfamilie“, sagt der Vertriebsleiter, der beruflich viel unterwegs ist. Die Töchter Ylvi (3) und Emma (6) spielen bei der HSG Trifels. „Die wollten das unbedingt“, sagt Dentzer, der auch mal im Nachwuchstraining aushilft. Schon als noch Feldhandball gespielt wurde, war der Name Dentzer ein Begriff: Papa und Opa spielten Oberliga auf dem Großfeld. Mama und Schwester schnürten gleichfalls die Handballschuhe. Zu den treuesten Fans des VTZ-Kapitäns gehören seine Eltern, die seit Jahrzehnten kaum eins seiner Spiele verpasst haben.

Der 1,91 Meter große Torwart begann in Annweiler mit dem Handball. Die Familie zog nach Landau, und ab der D-Jugend spielte Dentzer für den TV Offenbach. Bis 2008. Es folgte ein Jahr Baden-Württemberg-Oberliga in Leutershausen und die Rückkehr nach Offenbach.

VTZ-Torwart liebt volle Hallen

„Ich habe immer gerne in der Halle in Offenbach gespielt. Da war immer was los, war immer Stimmung. Wir haben uns 60 Minuten lang mit dem Gegner auf dem Spielfeld bekämpft und anschließend zusammen gefeiert“, erinnert er sich gerne. So legendär wie viele Spiele „waren auch einige Feste in der Kabine“, verrät er. Vier Jahre blieb er und entschied sich dann in die Pfalzliga zu wechseln. Zur TS Rodalben. Fünf Jahre blieb er der TSR dann treu, auch wenn es mit dem angepeilten Aufstieg in die Oberliga letztlich nicht klappte. „Wir hatten einen super Zusammenhalt in Rodalben. Mannschaft, Fans, Freundeskreis. Das hat wirklich Spaß gemacht“, erzählt er.

Lautstarke Fans, die die Mannschaft bedingungslos anfeuern, würde sich Dentzer auch in größerer Zahl in der Westpfalzhalle wünschen. „Das macht viel aus. Die Fans können der entscheidende Faktor in engen Spielen sein. Habe ich oft erlebt“, stellt der erfahrene Keeper fest. Dass es die TSR über Jahre schaffte, über 1000 Fans für ein Pfalzliga-Spiel in die Halle zu holen, „fand ich super“, sagt Dentzer.

Dentzer wartet lange auf Entscheidung des Schützen

Eine Rolle bei der Entscheidung bezüglich seiner Vereinswahl spielte auch die berufliche Entwicklung. Der gelernte Groß- und Außenhandelskaufmann bildete sich betriebswirtschaftlich weiter. Für zwei Jahre kehrte noch mal nach Offenbach in die Oberliga zurück. Bis er 2020/21 – es war die Saison, in der coronabedingt kein Spiel stattfand – zur VTZ nach Zweibrücken wechselte. Mit Trainer Philip Wiese hatte er gemeinsam in Jugend-Auswahlteams gespielt.

Der Keeper hat der VTZ schon etliche Punkte gerettet. Seine Erfahrung sei sicher sein großes Plus, glaubt Dentzer, der viele gegnerische Angreifer gut kennt, sich per Videostudium intensiv vorbereitet. Was das Torhüterspiel anbelangt, „gehöre ich zu den Stehern“, erläutert er. Das heißt, er wartet lange auf die Entscheidung des Schützen. „Da spielt die Erfahrung eine große Rolle. Die hätte ich mir schon als 21-Jähriger gewünscht, dann hätte ich sicher höherklassiger gespielt“, sagt er lachend. Das Torwartspiel habe sich stark verändert. Nicht nur abwehren, auch das Angriffsspiel schnell machen ist gefragt. „Wenn man ehrlich ist, ist die Torhüterposition eigentlich die wahre Königsposition im Team“, findet er.

36-Jähriger hat Kabinenparty nach Heimsieg fest im Visier

Der 36-Jährige gilt bis heute als einer der besten Oberliga-Keeper. Wenn ihm, wie nach dem Spiel in Bingen, der jüngere Torhüterkollege Luca Korbion erzähle, dass er versuche, den Dentzer-Move bei Würfen von außen zu kopieren, „freut mich das natürlich riesig“, sagt Dentzer. Er ist gerne Vorbild, will die Mannschaft auch gegen Eckbachtal motivieren. „Da muss ein Sieg her“, setzt er auf das erste Saison-Erfolgserlebnis und eine Kabinenparty.

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