Zweibrücken Elena Loch: „Ich tanze und lerne“

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„Dann schwingt mal wieder. Die Hälfte von euch hat mir eben nicht genug geschwungen.“ Elena Loch erteilt ihren Schülerinnen Anweisungen für den Zigeunertanz. Die 45-Jährige betreibt das Tanzstudio Elmiras Orient und unterrichtet von Bauchtanz bis Bollywood die ganze Palette an orientalischen Tänzen. Und das sehr erfolgreich: Bei den deutschen Meisterschaften in Hameln tanzten sie und ihre Schülerinnen in verschiedenen Kategorien 21-mal aufs Treppchen.

Die Zweibrückerin Elena Loch errang den ersten Platz in der Kategorie „Show/Fantasie“, den zweiten beim klassisch-orientalischen Tanz und den dritten im Bereich Folklore. „Bei Fantasie habe ich einen Schlangentanz gezeigt. Da erzählt man eine Geschichte zur Musik“, erzählt sie. Durch ihren Sieg bei der deutschen Meisterschaft hat sie nun ein Ticket zur nächsten WM im April 2015 in Moskau in der Tasche. Die Tänzerinnen aus Zweibrücken sind bei der deutschen Meisterschaft 22-mal in unterschiedlichen Gruppierungen und Kategorien gestartet. 21-mal standen sie auf dem Siegertreppchen. „Wir hatten zwölf erste Plätze, vier zweite und fünf dritte“, zählt die Studioleiterin auf. Die beiden jüngsten Mädchen von fünf und sechs Jahren traten als Duo auf: Diana Lizenberg und Zoe Chamorro erreichten Platz eins in ihrer Altersklasse, Kategorie Bollywood. Seit neun Jahren unterrichtet Elena Loch orientalischen Tanz, seit fünf Jahren ist sie selbstständig. Davor hatte sie beim VB Zweibrücken unterrichtet. 2005 eröffnete sie dann ihr eigenes Studio „Elmiras Orient“ in der Alten Bubenhauser Straße. Etwa 25 Kurse gibt sie in der Woche. „Ein Junge nimmt Privatunterricht, ansonsten sind die Schüler alle weiblich. Von vier Jahren bis 70“, erzählt die Tänzerin. Sie selbst hat 2005 angefangen zu tanzen, aus ganz praktischen Gründen. „Ich hatte große Rückenprobleme und starke Schmerzen“, erzählt sie. Dann habe sie einen Kurs für Bauchtanz an der Zweibrücker Volkshochschule mitgemacht. Je mehr sie die Rücken- und Bauchmuskulatur stärkte, desto weniger Schmerzen hatte sie. „Ich habe den Bauchtanz für mich entdeckt. Es ist eine sehr schonende Art, die Muskeln und den Körper zu bewegen. Und es werden dabei alle Muskelpartien trainiert“, erklärt die Leiterin des Tanzstudios. Weiterbildungen sind ihr sehr wichtig. Sie nimmt Privatstunden bei Trainern in Berlin und München. Zweimal im Jahr unternimmt sie Fortbildungsreisen ins Ausland. Eine Woche verbringt sie dabei stets beim Training in Istanbul. „Dorthin reisen viele sehr gute Tänzer aus aller Welt, um zu trainieren“, erklärt Loch. Außerdem sucht sie sich jedes Jahr noch ein Festival – in Griechenland oder Marokko etwa. „Ich tanze da und lerne“, erklärt sie schlicht. Jeden Monat verbringt sie zumindest ein Wochenende auf einer Weiterbildung oder bei ihren Lehrern. „Wer sich zeigen will, muss üben“, dieses Motto wendet Loch auch bei ihren Schülern an. Oft zu deren Leidwesen. Sie sei streng, verlange oft viel, denn nur durch stetiges Üben komme man weiter. „Wenn wir auftreten, sind meine Schüler unter den besten“, sagt sie selbstbewusst. Fortbildungen, Reisen zu Auftritten, die Miete fürs Studio und glitzernde Kleider aus Ägypten oder der Türkei, die durchaus mal zwischen 800 und 1000 Euro kosten können – die Zweibrückerin investiert nicht nur viel Arbeit, sondern auch einiges an Geld in ihren Traum. Das Studio schmeißt sie alleine, auch alle Choreografien entwickelt Loch selbst. Mit ihren Schülern trainiert sie unter anderem eine Mischung aus Steptanz, Aerobic und Beckenbodengymnastik zu orientalischer Technomusik, die sie selbst entwickelt hat. Dazu habe sie Bewegungen verschiedener Stilrichtungen gemischt, die die Muskeln auf schonende Weise aufbauen und es auch vorbelasteten Menschen ermöglichen, ihren Körper schmerzfrei zu trainieren. „Man sagt mir, ich soll das patentieren lassen, ich weiß nur keinen Namen dafür“, sagt Loch und lacht. Nebenher arbeitet sie in der Metzgerei Schwitzgebel in Einöd. Bei den Arbeitszeiten komme ihr der kulante Chef oft entgegen, erzählt sie dankbar. „Die Arbeit dort gibt mir ein bisschen Sicherheit. Einbeinig könnte ich nicht stehen.“

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