Zweibrücken Einkaufsziel Schuhstadt soll 2021 seine Tore öffnen

So soll sich der Eingangsbereich der künftigen Schuhstadt am Exerzierplatz präsentieren.
So soll sich der Eingangsbereich der künftigen Schuhstadt am Exerzierplatz präsentieren.

Man liege im Zeitplan, und erste Vorverträge mit Mietern seien auch schon unterschrieben: Die Macher des geplanten Schuhverkaufszentrums „Schuhstadt“ auf dem Areal der ehemaligen Kaufhalle in Pirmasens bemühen sich, viel Positives zu verbreiten. Die Stadt beginnt jetzt mit dem Abriss der ersten Häuser. Wer aber sind die drei Männer hinter dem Millionenvorhaben?

Hinter dem Projekt stehen Rolf Schäfer, Patrick Buch und Christoph Arnold. Die ersten Mietvorverträge seien nun abgeschlossen, sagt Schäfer. Jetzt arbeite das Trio auf die nächste Pirmasenser Stadtratssitzung hin: Dort sollen sie einen Fragenkatalog von Verwaltung und Rat abarbeiten, mit dem die endgültige Zusage der Stadt und der Verkauf der städtischen Grundstücke verknüpft sind. Unter anderem geht es dabei um eine Finanzierungsbestätigung mit der nötigen Eigenkapitalquote von 20 Prozent. Danach soll es in die detailliertere Planung gehen. Arnold will im Frühjahr 2020 mit dem Bau beginnen. Ein Jahr später soll eröffnet werden. Die Gesellschaft Schuhstadt Projektentwicklung GmbH wurde ins Handelsregister eingetragen – mit Schäfer und Buch als Geschäftsführer. Arnolds Name taucht im Handelsregister nicht auf. „Ich sehe mich mehr als Dienstleister bei dem Projekt“, erklärt der Architekt, dass sich sein Büro um Bau und Planung zu kümmern habe. Das Projekt selbst sei Sache von Schäfer und Buch. Der Gersbacher Rolf Schäfer, Jahrgang 1956, sagt, er habe Marketing und Handel im Betriebswirtschaftsstudium erlernt. Später sei er unter anderem bei Südmilch in Stuttgart „für die Innovationen zuständig“ gewesen, erzählt Schäfer und nennt als Beispiel das Sahnekännchen für die Kaffeesahne, das den Umsatz bei Südmilch angekurbelt habe. In Pirmasens war er zeitweise bei Leder-Schmenger tätig und hatte dort Prokura. Vor einigen Jahren hat er sich im Leder-Großhandel selbstständig gemacht und betreibt zudem noch einen Handel mit medizinischen Schaffellen. „Mein Vater hatte eine Schuhfabrik. Da kriegt man ein Gefühl dafür“, sieht Schäfer seine Ziele mit dem Schuhstadt-Projekt auf dem richtigen Gleis. Der in Schellweiler bei Kusel lebende Patrick Buch ist in Pirmasens durch die Aktivitäten der Energiebau Ramstein am Sommerwald und im Schachen bekannt. 1979 geboren, hat er Betriebswirtschaft studiert und sich auf Immobilienprojekte spezialisiert. Unter anderem in Mannheim und Ludwigshafen war er nach eigener Aussage in die Erschließung von Neubaugebieten der Kaiserslauterer Kafitz-Immobilien mit eingebunden. Inzwischen sei er als Projektentwickler mit eigener Gesellschaft aktiv. Unter anderem arbeitet er immer noch für die Energiebau Ramstein und entwickelt zusammen mit Arnold in Hütschenhausen ein sogenanntes Boardinghouse, in dem sich Leute einquartieren können, die dort auch hotelähnliche Leistungen erhalten. Buch war unter anderem in der Suche nach Investoren für das Schuhstadt-Vorhaben aktiv. Das Eigenkapital für das Projekt soll von zwei bis drei Investoren kommen, die im Umkreis von 30 Kilometer um Pirmasens leben, sagt Buch. Das Investitionsvolumen beziffert er auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Der Pirmasenser Christoph Arnold ist einer von drei Geschäftsführern der Firma Arnold & Partner in der Volksgartenstraße. Als Kammersprecher der Pirmasenser Architektenkammergruppe engagiert er sich ehrenamtlich für die Baukultur. Sein Büro hat mehrere große Projekte in der Region realisiert wie die Sanierung der Alten Post in Pirmasens, den Neubau der Kita Erlenbrunn oder die Neuapostolische Kirche in der Arnulfstraße. Große Industriebauten wie die Werkhalle von Kubota in Zweibrücken mit 5000 Quadratmetern gehören ebenfalls zum Portfolio seines Büros. Bei der Schuhstadt sieht er sich „ein bisschen mehr als nur der Architekt“. Mit dem Kaufhallen-Areal sei er schon vor Jahren als Gutachter in Berührung gewesen; das Gebäude und das Potenzial kenne er also bestens. Die derzeitigen Beschwerden von Anliegern wie dem Restaurant „Drebbelbrinche“ oder der Weingalerie will Christoph Arnold „nicht überbewerten“. Die Schuhstadt-Macher seien mit allen im Gespräch, erst am Montag habe er mit dem Inhaber vom „Drebbelbrinche“ gesprochen. „Die Höfelsgasse wird nicht zur Riesenbaustelle“, versichert Arnold. „Wir verbessern das bauliche Umfeld. Das wird für alle besser“, verspricht er und verweist auf die jüngste Sanierung der Zweibrücker Fußgängerzone: Dort habe der Handel während der Bauzeit weiterhin gute Umsätze machen können. Die derzeitige Konfusion in der Pirmasenser Höfelsgasse und dem Umfeld werde sich legen, wenn die Pläne konkreter werden.

x