FußballEinige B-Klasse-Teams haben im Winter noch mal personell nachgerüstet
Niklas Lohr (links) von B-Klasse-Tabellenführer SG Rieschweiler II erzielt hier im Spiel beim SC Stambach das 2:0, Nicolas Veith vom SCS kann nicht eingreifen. Am Ende gewann Rieschweiler die Auswärtspartie 3:1.
In der B-Klasse West geht Ende Februar für die ersten Teams die Winterpause zu Ende. Ein Überblick darüber, was sich bei den Mannschaften aus der Region getan hat.
Der SV Bottenbach und die SG Harsberg-Wallhalben-Mittelbrunn steigen als erste Mannschaften nach der Winterpause wieder ins Tagesgeschäft der B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West ein. Anpfiff der Partie ist am Freitag, 28. Februar, um 19 Uhr auf dem Wallhalber Rasenplatz. Am jenem Wochenende stehen weitere Partien an, bevor am Sonntag, 9. März wieder der erste volle Spieltag ansteht. Der SV Großsteinhausen empfängt am Samstag, 1. März, um 16 Uhr den FC Höheischweiler, tags darauf kickt der SV Hornbach um 14.30 Uhr zu Hause gegen den SV Hermersberg II. Wie ist die Vorbereitung bei den Teams aus dem Zweibrücker Beritt gelaufen?
Die SG Rieschweiler II hat bei der Wiederaufnahme des Spielbetriebs als Tabellenführer mit derzeit 43 Punkten (104:28 Tore) die besten Aussichten, den Meistertitel in der B-Klasse West einzufahren. Gelänge dies, wäre es für Spielertrainer Daniel Preuß und seine Jungs der direkte Wiederaufstieg. Das wäre auch für den Gesamtverein wichtig, damit der Ligaabstand an der dicken Eiche zur ersten SGR-Mannschaft in der Landesliga nicht zu groß ist. „Sicher ist, dass noch nichts sicher ist“, stellt Preuß aber fest und sieht sein Team noch längst nicht durch im Titelrennen. „Es gibt Tage, an denen liegt dir eine Mannschaft einfach nicht, siehe bei uns die Pleiten gegen Knopp/Wiesbach. Und der SV Hermersberg II auf Platz zwei hat nur vier Punkte Rückstand auf uns und noch ein offenes Nachholspiel. „Eine Schwächephase, darfst du dir nicht erlauben, sonst ist der Vorsprung weg“, weiß Preuß daher genau.
Professionelle Leistungsdiagnostik
Ebenfalls in Lauerstellung in Sachen Aufstiegsrennen liegt der SV Ixheim auf Rang vier (35 Punkte, 59:32 Tore). Hier übernahm Thorsten Lahm im vergangenen Sommer die Zügel. Er beschreibt die Hinserie als eine mit vielen Schwankungen. „Wir hatten viele Abgänge im Sommer zu verschmerzen, haben es dennoch an vielen Stellen sehr gut gemacht, unseren technischen Fußball aufzuziehen.“ Auf dem heimischen Kunstrasen sei dies mitunter sehr gut gelungen, auf Naturrasen nicht immer. „Es kann mehr drin sein, wenn wir mehr Stabilität reinbekommen und uns mitunter nicht mehr so schlafmützig verhalten“, findet Lahm. In der Vorbereitung ergab sich für den SVI die Gelegenheit, eine professionelle Leistungsdiagnostik durchzuführen. „Das war interessant mal zu sehen, was jeder Einzelne drauf hat und ob das deckungsgleich zu meinen Eindrücken ist“, lobt Lahm diese Analyse als tolle Sache.
Seinen sehr guten Saisonstart, der das Team an den ersten sieben Spieltagen gleich sechsmal auf Platz eins brachte, konnte der Tabellenfünfte SC Stambach (33 Punkte, 72:23) in der Folge nicht fortführen. „Wir haben gegen die Mannschaften von oben zu wenige Punkte geholt. In den Phasen, wo wir hätten da sein müssen, waren wir es nicht“, berichtet Dennis Hirt leicht ernüchtert. Der Spielertrainer, der im Sommer 2024 vom TSC Zweibrücken kam, schiebt das leichte Absinken in der Tabelle aber ein Stück weit auch auf die vielen Ausfälle. Die beiden Winterzugänge (Matthias Lepiarczyk, Palatia Contwig und Marcel Boßlet, TSC) seien gerade darum wichtig. Im Fußball gäbe es den Spruch: „Nix ist unmöglich. Es wird natürlich schwer bis ganz nach vorne. Wir werden aber bis zum Ende alles geben und schauen, ob wir in der Verlosung dabei sind.“ Entscheidend für dieses Unterfangen: Es bedarf einer Wiederholung und eines nicht minder erfolgreichen Starts in die Rück– wie in die Vorrunde.
Der Favoritenschreck
Die SG Knopp/Wiesbach geht auf Platz sechs mit gleicher Punktezahl wie die Stambacher (42:35 Tore) in die Rückserie. Im alten Jahr waren sie häufig für die Spieltagsüberraschung verantwortlich, indem sie so manchen Favoriten in die Schranken verwiesen. Das bestätigt Spielertrainer Steffen Martin. „Wir sind mit der Saison bislang sehr zufrieden. Im Nachgang ist festzustellen, dass wir sogar noch ein paar Punkte vergeben haben“, berichtet Martin, der im Sommer auf der Trainerposition abgelöst wird und danach nur noch als Spieler auftreten wird. Wer ihn ablöst, dazu laufen laut Martin momentan noch Gespräche. Ansonsten stießen im Winter eigene A-Jugend-Spieler zum Kader SG-Ersten hinzu, die nun Stück für Stück an das Aktivenniveau herangeführt werden sollen. In der Endabrechnung möchte die SG im oberen Drittel landen.
Kopfballduell in der Partie des SV Ixheim (gelb) gegen SG Knopp/Wiesbach. Die SG überraschte mit ihrem 3:1-Auswärtssieg.
Mit Patrick Müller übernahm im Sommer ein Trainer das Amt beim SV Großsteinhausen, der sich bis dahin als Übungsleiter ausschließlich im Jugendfußball bewegte. „Wir haben uns schnell zusammengefunden, es wurde mir von allen Seiten sehr leicht gemacht. Alle sind mit offenen Armen auf meine Ideen eingegangen und meine Art, wie ich bin und versuchen will, dem Team meine Spielidee näherzubringen“, fällt Müllers Resümee mit Platz sieben derzeit (31 Punkte, 37:25) positiv aus. Für das zweite Halbjahr nutzte Müller die Vorbereitung, um an der Spielform zu feilen und seinen Spielern weitere Lösungsansätze aufzuzeigen. Weiter in die Spitzengruppe reinkommen, ist das ausgesprochene Ziel. Mithelfen wird dabei ab sofort Rückkehrer Marc Garus: Der Franzose war früher über viele Jahre Spieler des SVG und kehrt nach einem halbjährigen Intermezzo vom SV Hochstellerhof zurück.
Arbeit an der Spielidee
Gut vier Kilometer liegen die Sportplätze des SV Großsteinhausen und des SV Bottenbach auseinander. Genauso viele Punkte liegen zwischen den beiden Vereinen in direkter Nachbarschaft. Positiv gestimmt bezüglich des bisherigen Abschneiden (Platz sieben, 27 Punkte, 46:38) ist Maximilian Kochmann, der ebenfalls erst seit dem Vorsommer an der aktuellen Wirkungsstätte ist. „Die Versuche, das Spielsystem von einer Kontermannschaft in eine zu ändern, die auf viel Ballbesitz aus ist, haben durchaus gut funktioniert“, findet Kochmann in der Nachbetrachtung. Die Umwandlung der Spielidee wurde im Winter weiter vorangetrieben. „Wenn wir in Zukunft weniger Ausfälle beklagen müssen, dann werden wir sicher weiter vorrücken“, bemerkt Kochmann. Angreifer Timo Lugenbiehl (SV Hornbach) treibt diese Aufgabe zukünftig mit voran.
Der Abstand des SV Battweiler II (17 Punkte, 29:46 Tore) zur Abstiegszone beträgt zehn Punkte. Um sich vom derzeitigen zehnten Rang auf den ersten einstelligen Tabellenplatz zu verbessern, müssen die Battweilerer Kicker neun Punkte aufholen. „Es war das bekannt schwere zweite Jahr, was wir bislang erlebt haben“, berichtet Spielertrainer Marc Bäsel. Als Ziel für die Rückrunde „steht in jedem Fall mal ganz weit vorne, ein Heimspiel gewinnen“. Dazu müsse die Konstanz im Vorbereiten und Verwerten von Toren hinzukommen. Im Angriff gehört Battweilers Zweite zu den fünf schlechtesten Teams der Liga. Bäsel und Trainerkollege Dirk Blügel werden im Sommer ihre Ämter niederlegen und nur noch als Spieler zur Verfügung stehen. Dies habe in beiden Fällen rein private Gründe. Sven Heilmann (derzeit noch SC Stambach) wurde bereits als zukünftiger Spielertrainer vorgestellt.
Rückkehrer stimmen optimistisch
Frederic Beck hofft, dass er und sein SV Hornbach nicht vollends in Abstiegsnöte geraten. Was den Spielertrainer aus Frankreich in dieser Hinsicht zuversichtlich stimmt, sind die vielen Rückkehrer aus dem Krankenstand. „Die Hinrunde war teilweise wie verhext, neun Verletzte waren keine Ausnahme. Wir mussten sogar mit AH-Spielern auffüllen, die glücklicherweise dazu bereit waren“, hebt Beck den Zusammenhalt beim Tabellenelften (17 Punkte, 28:53) hervor. Er selbst musste sogar einmal ins Tor. „Wir haben 2:0 bei der SG Knopp/Wiesbach gewonnen, ich war also nicht schlecht, aber das muss sich trotzdem nicht wiederholen“, bekennt er lachend. „Ich klopfe auf Holz, denn aktuell sieht es gut aus, ich kann wieder aus dem Vollen schöpfen. Wir haben einen schweren Auftakt, je mehr Punkte wir sammeln, desto befreiter können wir hinterher aufspielen“, weiß Beck.
Da Ahmed El Khadem-Neuhäuser zur ersten Mannschaft aufstieg, übernahm Julian Müller die Spielertrainerposition bei der SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken II. Als Dreizehnter und Viertletzter (16 Punkte, 28:73 Tore) haben die SG-Kicker derzeit acht beziehungsweise neun Punkte Vorsprung auf die letzten drei. Dass sie diesen Abstand erreicht haben, „dazu muss ich meinem Vorgänger und der Mannschaft ein riesengroßes Kompliment aussprechen“, betont Müller. Denn nach sieben Spieltagen ohne irgendeinen Punktgewinn sah es nicht nach so einer Aufholjagd aus. Natürlich kann das SG-Ziel nur sein, mehr Punkte als in der Vorrunde zu holen. Frederik Wenz (FC Kleinsteinhausen), Marco Zinsmeister (SC Blieskastel), Babar Fofana (ohne Verein) und ein paar Reaktivierungen sollen dabei helfen. Jannik Brünisholz hat die SG in Richtung TuS Wattweiler verlassen.
Dumme Fehler vermeiden
Mit acht Punkten hinter der SG TuS Rimschweiler/VB Zweibrücken II liegt die SG Harsberg-Wallhalben-Mittelbrunn abgeschlagen auf Rang 14, nur einen Punkt vor den beiden Abstiegsrängen. Es war keine einfache Hinserie für die neu gegründete Dreier-SG, wie Spielertrainer Michael Müller zugibt. „Die Vereine haben sich im Prinzip schnell und gut gefunden, das ist ein prima Miteinander. Leider hatten wir mit mehr Spielern aus Wallhalben und Mittelbrunn gerechnet, das wurde dann unser Manko.“ Bei dem recht dünnen Kader musste Müller sogar selbst mal auf dem Platz mitagieren. Letztlich kamen nur zwei Siege, zwei Unentschieden und zwölf Niederlagen zustande. „Gas geben heißt es für die Rückrunde und den Abstieg abwenden. Dabei darf uns so manch dummer Fehler, wie unnötige Rote Karten oder Gegentore in den Schlussminuten nicht wieder passieren.“ Luca Müller stieß im Winter vom SV Bottenbach hinzu.