Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Zweibrücker Neuling im Bundeskader

Mit Kaderstatus belohnt: Nachwuchs-Hammerwerfer Timo Port von der VT Zweibrücken steigerte seine Bestleistung 2021 enorm.
Mit Kaderstatus belohnt: Nachwuchs-Hammerwerfer Timo Port von der VT Zweibrücken steigerte seine Bestleistung 2021 enorm.

Mit den Hallen-Pfalzmeisterschaften in Ludwigshafen beginnt am Wochenende für einige Zweibrücker Leichtathleten das Wettkampfjahr 2022. Saison-Höhepunkte für die Top-Sportler sind Welt- und Europameisterschaften. Zum Jahresbeginn lohnt ein kurzer Blick zurück auf das Jahr 2021, das den Zweibrückern einen dritten Kader-Athleten bescherte. In der Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes ist die Stadt mehrfach vertreten.

„Die Athleten brauchen die Möglichkeit, sich mit anderen in einem Wettkampf zu messen“, sagt Bernhard Brenner, Nachwuchstrainer des LAZ Zweibrücken. Er freut sich, dass der Verband, unter Einhaltung aller notwendigen Hygieneregeln, den Athleten die Wettkampf-Chance am Wochenende eröffnet. Das sei für die Trainingsmotivation in den kommenden Wochen und Monaten wichtig, unterstreicht Brenner.

Wie erfolgreich ein Leichtathletikjahr verlief, beweist am Jahresende unter anderem der Blick in die Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Speerwerferin Christin Hussong (LAZ) ist die klare Nummer eins im Speerwurf der Frauen in Deutschland. Mit der neuen persönlichen Bestweite von 69,19 Meter – geworfen bei der Team-EM Ende Mai in Polen – führt sie die Bestenliste 2021 an. Sie bereitet sich 2022 auf zwei Großereignisse vor: die Weltmeisterschaft in Eugene/USA und die Heim-Europameisterschaft in München.

In LAZ-Gruppen pushen sich die Sportler gegenseitig

„Angesichts nicht immer einfacher Bedingungen sind wir ganz zufrieden“, bilanziert Brenner das Leichtathletikjahr 2021 für den LAZ-Nachwuchs. Ein gutes Trio, das sich auch im Training gegenseitig pushen kann, ist die Stabhochsprung-Gruppe mit Jakob Legner, Julian Schunck und Mirza Terzic. „Die Jungs haben sich im vergangenen Jahr bei 4,50 Meter plus stabilisiert, da werden die fünf Meter ein Thema“, sagt Brenner. Legner ist mit übersprungenen 4,71 Meter die Nummer eins in der Pfalz und bundesweit die Nummer drei bei der U18-Jugend. Teamkollege Schunck hat 4,50 übersprungen, ist damit die Nummer neun bundesweit. Terzic weist 4,61 Meter Höhe aus, die er übersprungen hat. Allerdings bei einem Wettkampf im Juni in Gräfelfing, dessen Ergebnisse nicht für die DLV-Bestenliste gewertet wurden. Am Samstag kämpfen die drei in Ludwigshafen um den pfälzischen Hallentitel der U20.

„Gute Trainingsgruppen sind wichtig. Die pushen sich gegenseitig“, freut sich Brenner, dass im Jahrgang 2007 mit Ben Silas Kribelbauer, Lukas Hell, Paula Legner, Livia Könzgen und Evelina Lizenberg eine solche Gruppe beim LAZ existiert. Kribelbauer hat 2021 die Bestleistung von übersprungenen 3,75 Meter zu Buche stehen. Er ist damit deutschlandweit bei den M14-Jungs auf Rang zwei geführt. Direkt hinter ihm reiht sich in der DLV-Jahresbestenliste Teamkollege Lukas Hell ein. Er hatte 3,63 Meter übersprungen. Die nächsten Entwicklungsschritte stehen an.

Für DM-Teilnahme benötigt: eine zweite Disziplin

Das gilt auch für Paula Legner, die in der DLV-Liste mit 3,20 Meter Rang drei belegt. Livia Könsgen folgt in der DLV-Liste auf Rang sechs mit übersprungenen 3,03 Meter und Evelina Lizenberg reiht sich mit 3,00 Metern auf Rang neun ein. In der Pfalz ist das Trio führend. Der nächste Schritt für den Jahrgang 2007 „ist in diesem Jahr die Möglichkeit, an deutschen Meisterschaften teilzunehmen“, bemerkt Brenner. Dazu bedarf es neben der Stabhochsprungleistung einer zweiten zu erfüllenden Norm. Deshalb starten diese fünf Athleten in Ludwigshafen auch über 300 Meter.

Bei den U20-Frauen war LAZ-Sportlerin Milena Heintz mit übersprungenen 3,50 Meter die Nummer zwei der Pfalz (25. bundesweit). Ihre Teamkollegin Helena Noll ist Pfalz-Dritte mit 3,43 Metern und am Sonntag bei den Frauen in Ludwigshafen die einzige Starterin.

Henkel startet über drei Strecken in Ludwigshafen

Sina Mayer, Vierte der deutschen Meisterschaften über 100 Meter, ist mit der Saisonbestzeit von 11,26 Sekunden 2021 die siebtschnellste deutsche Sprinterin gewesen. In der Pfalz über die Strecke klar die Nummer eins, folgen der LAZ-Sprinterin in dieser Rangliste die Teamkolleginnen Jana Faltermann, Sarah Gilles und Carolin Aurich. Faltermann hat am Sonntag für die 60 Meter Hürden und die 200 Meter gemeldet.

In der U18-Klasse der Jungs geht LAZ-Sprinter Thorben Henkel in Ludwigshafen über die 60, die 200 und die 400 Meter an den Start. In der Pfalz ist Henkel mit 51,06 Sekunden der Schnellste über die Stadionrunde – das ist Rang 35 in der DLV-Liste. Über 100 und 200 Meter war Henkel im vergangenen Jahr der zweitschnellste Pfälzer.

Port einsame DLV-Spitze bei Hammerwurf-Jungs

„Wir haben ein bisschen Pause gemacht und sind jetzt wieder ins Training zurückgekehrt“, berichtet Jörg Zimmermann, Trainer von Hammerwerfer Timo Port. Der Athlet der VT Zweibrücken hat ein „Super-Jahr gehabt, ist einfach ein toller Sportler“, freut sich Zimmermann rückblickend. 64,04 Meter weit warf Port den Hammer. Bei der Altersklasse M15 ist er damit in der DLV-Jahresbestenliste die unangefochtene Nummer eins, hat sein Sportgerät über vier Meter weiter geworfen als die Konkurrenz. Die Belohnung: Schnupperwoche in Kienbaum und die Aufnahme in den Bundeskader. Port gehört dem Nachwuchskader zwei an, der steht für nationale Spitze in der jeweiligen Altersklasse. Damit ist er aktuell – neben Hussong und Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, für den die Saison 2021 verletzungsbedingt früh endete – der dritte Zweibrücker Kaderathlet. Hussong und Holzdeppe (Vierter in der DLV-Liste der Stabhochsprung-Männer) gehören dem sogenannten Perspektivkader an.

Den Hammer lässt Timo Port am Wochenende ruhen. Dafür drückt er am Sonntag seiner Mama Christine (VTZ) die Daumen. Die deutsche Nummer eins in der Klasse W40 im Weitsprung – mit der Bestweite von 5,65 Meter sprang sie an die DLV-Bestenliste-Spitze – kämpft in Ludwigshafen um den Frauen-Pfalztitel.

Klare Nummer eins in Deutschland: die immer noch amtierende Europameisterin im Speerwurf, Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken.
Klare Nummer eins in Deutschland: die immer noch amtierende Europameisterin im Speerwurf, Christin Hussong vom LAZ Zweibrücken.
Bundesweit die Nummer drei der U18: Für LAZ-Stabhochspringer Jakob Legner werden bald die 5,00 Meter ein Thema.
Bundesweit die Nummer drei der U18: Für LAZ-Stabhochspringer Jakob Legner werden bald die 5,00 Meter ein Thema.
x