Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Tempo-Spektakel zwischen Zweibrücken und Gelnhausen

Hier scheitert SV-Linkshänder Peter Gohl zwar am TVG-Torwart Alexander Bechert, zum klaren Heimsieg trug er aber drei Tore bei.
Hier scheitert SV-Linkshänder Peter Gohl zwar am TVG-Torwart Alexander Bechert, zum klaren Heimsieg trug er aber drei Tore bei.

Drittligist SV 64 Zweibrücken hat in der Ligapokal-Runde am Donnerstag mit seinem nächsten Gegner, dem Spitzenreiter HSG Rodgau Nieder-Roden, nach Punkten gleichgezogen und steuert damit weiter in Richtung DHB-Pokal. Im Nachholspiel gegen Gelnhausen liefern die Zweibrücker Löwen wieder einen Beweis ihrer Spielstärke.

Es war angerichtet: Zwei junge Mannschaften, die stark auf ihre Jugendarbeit setzen und den Tempohandball lieben, trafen am Donnerstag im Ligapokal aufeinander. Das Spiel zwischen den Drittligisten SV 64 Zweibrücken und dem TV Gelnhausen hielt, was es im Vorfeld versprochen hatte. Beide Teams boten über 60 Minuten ein Tempo-Spektakel. Am Ende setzten sich die Zweibrücker deutlich mit 35:26 (17:12) durch.

„Wir haben verdient gewonnen. Aber was wir im letzten Spiel an Toren zu wenig hatten, das hatten wir heute zu viel an Toren“, machte SV-Trainer Stefan Bullacher deutlich, dass der Sieg am Ende eigentlich einen Tick zu hoch ausfiel. Mit der Leistung seiner Mannschaft in einem kampfbetonten Spiel, in dem bis zum Abpfiff keine Mannschaft einen Zentimeter Spielfläche preisgab, war „ich superzufrieden“, lobte Bullacher.

Tackerkünste sind gefragt

Seine Mannschaft, die in Tim Götz wieder den torgefährlichen Spielgestalter hatte, der dieses Mal auch vom Siebenmeterpunkt überragend warf, kam sehr gut ins Spiel. Wie kampfbetont das Spiel war, zeigte sich nach neun Minuten. Benny Zellmer zog sich eine klaffende Wunde am Kinn zu. „Wenn man nach wenigen Minuten schon nähen muss, ist alles gesagt“, meinte SV-Teamarzt Jürgen Knoch schmunzelnd. Dank seiner Tackertechnik konnte Zellmer schnell wieder aufs Spielfeld zurück und bewies mit dem Treffer zum 12:6 (17.) ins leere Gelnhauser Tor, dass er wieder voll einsatzfähig war. Auch Gelnhausen ließ Blut auf dem Spielfeld: Kurz vor der Halbzeit musste eine Kopfwunde bei Torben Fehl verarztet werden. Mit einem Turban ging es aber auch für ihn weiter.

Die Zweibrücker waren von Beginn an hellwach. Nur einer hatte ein paar Probleme. Torwart Marko Ivankovic hatte sich beim Einwerfen am Ellenbogen verletzt. Nach 16 Minuten ging nichts mehr bei ihm. Für ihn kam Alexander Dörr, und der kassierte, vor allem aufgrund seiner Leistung in Hälfte zwei, als er etliche freie Würfe der TVG-Angreifer entschärfte, ein Sonderlob von Bullacher: „Alex hat einfach super gehalten. Er hat viele klare Chancen zunichte gemacht.“ Unter anderem die ersten beiden Angriffe der Gäste nach der Pause entschärfte Dörr, Gelnhausen kam nicht mehr heran. Auch wenn, was Dörr wurmte, „der ein oder andere Abpraller mit etwas Pech nicht bei uns landete“. Erfolgsgeheimnis aus seiner Sicht ganz klar: „Wir verstehen uns als Mannschaft einfach super, das passt.“

Nach Abitur zurück aufs Feld

Grund zu feiern hatte auch Youngster Peter Gohl: Vergangene Woche hatte er das schriftliche Abitur mit der Prüfung in Erdkunde beendet. Gestern kam, sah und traf er. Zum 10:6 nach 14 Minuten. „Ich hatte mir auf der Bank angeschaut, wie der Torhüter so reagiert und in dem Moment dachte ich, ein Heber geht“, verriet der 18-Jährige lachend, der drei Treffer auf der Habenseite verbuchte. Seine vierte Chance in der 52. Minute – wieder ein Heber – ging knapp übers Tor. „Der war ein bisschen zu lang“, resümierte Gohl nach dieser Chance, die ihm der klasse spielende Philipp Kockler mit einem perfekten Diagonalpass von halblinks nach Rechtsaußen ermöglicht hatte. Auch Gohl sprach das funktionierende Mannschaftsgefüge an. „Ich bin hier als ganz junger Spieler top aufgenommen worden“, freut er sich auf weitere Top-Spiele.

Gelnhausen hatte im 21-jährigen Spielmacher Jonathan Malolepszy seinen herausragenden Spieler. Der schlaksige Typ begeisterte mit Übersicht, schraubte sich enorm in die Höhe bei Sprungwürfen, war stark im Eins-gegen-Eins. Die SV-Abwehr forderte der wendige Mitte-Spieler ebenso wie die Variante der Gelnhauser, auf den siebten Feldspieler zu setzen. „Das war lange Zeit ein gutes taktisches Mittel“, lobte Bullacher.

Lob gab es aber auch von Gelnhausens Trainer Matthias Geiger für die Zweibrücker, die im Ligapokal ungeschlagen bleiben: „Kompliment an Zweibrücken, die haben heute alles rausgeholt, jeden Fehler von uns konsequent bestraft.“

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, Dörr (ab 16.) - Ihl (2), Götz (8/4), Kockler (6) - Hammann (2), Grieser (3) - Meister (1) – Naumann, Schaller (2), Huber (3), Schwarzer (2), Eisel, Zellmer (1), Alt (2), Gohl (3)

TV Gelnhausen: Sulzbach, Bechert (16. - 30. und 36. - 60.) - Wörner, Malolepszy (6/2), Schenk (3) - Hilb (2/1), Mocken - Borth (1) – Müller (1), Altscher (3), Schmeel (1), Bergau (2), Marquardt (4), Fehl, Hüttmann (3)

Spielfilm: 5:2 (8.), 11:6 (16.), 13:10 (21.), 17:12 (Halbzeit), 22:13 (40.), 26:16 (44.), 30:23 (52.), 35:26 (Ende), - Zeitstrafen: 5:4 - Siebenmeter: 4/4 - 4/3 - Beste Spieler: Götz - Malolepszy - Schiedsrichter: Geiss/ Kretzler (Badischer HV).

„Passt besser auf den siebten Feldspieler auf “ – SV-Trainer Stefan Bullacher mahnte das richtige Agieren gegen Gelnhausens Angr
»Passt besser auf den siebten Feldspieler auf « – SV-Trainer Stefan Bullacher mahnte das richtige Agieren gegen Gelnhausens Angriffsvariante an.
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