Zweibrücken Ein Schubs, und sie schwingen

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„Tanzende Schilde“ („Boucliers Dansants“) heißt eine vierteilige Skulptur des in Zweibrücken aufgewachsenen Bildhauers Gérard Koch (1926-2014). Die Volkshochschule Kaiserslautern – in Kaiserslautern ist Koch geboren – hat sie nun mit Spendengeldern erworben, um an den jüdischen Künstler zu erinnern, der den Nazis entkam.

Bei der Spendenaktion, die der frühere Zweibrücker und heutige Kaiserslauterer VHS-Leiter Michael Staudt ins Leben rief, kamen 8400 Euro zusammen, auch Zweibrücker haben gespendet . Von dem Geld wurde nun aus dem Nachlass, direkt bei der Witwe Thérèse Koch diese 130 mal 110 Zentimeter hohe Werkgruppe aus Aluminium gekauft. Sie besteht aus vier schmalen Aluminiumstelen. Jede ist mit unregelmäßig dicken, vertikalen, schwarzen Linien überzogen, ähnlich wie Maserungen im Holz. Die Stelen sind wellenartig gebogen und wie Schilde aufgestellt. Die vier Stelen federn. Wenn man sie anschubst, beginnen sie zu schwingen und zu tanzen, daher der Name. Die Plastik hat nun ihren festen Platz bei der VHS in Kaiserslautern, Kanalstraße 3, im Erdgeschoss, im Übergang zwischen dem Altbau und dem Neubau. Daneben hängt eine Infotafel, die das Werk erklärt. „Es war uns wichtig, ein aktuelleres Werk auszusuchen, die Serie ,Boucliers Dansants’ ist zwischen 2008 und 2013 entstanden“, erläuterte Staudt bei der feierlichen Übergabe Anfang Juli in Kaiserslautern. Dazu hat die VHS Kaiserslautern eine reich bebilderte, quadratische Broschüre über das Leben und das Werk Gérard Kochs herausgebracht, die kostenlos bei der VHS Kaiserslautern erhältlich ist. Denn in der Pfalz und in Deutschland war der in Paris lebende Emigrant nie so bekannt wie in Frankreich, wo er zahlreiche Preise erhielt. Gérard Koch wurde als Günther Manfred Julius Koch 1926 in Kaiserslautern als Sohn des jüdischen Getreidehändlers Eugen Koch und der Zweibrückerin Amalie Eskeles geboren und wuchs in Zweibrücken auf, wo er schon als Schüler aus Lehm seine ersten Plastiken formte. Im November 1938, kurz nach der so genannten Reichskristallnacht, konnte er nach Frankreich fliehen. 1999 kam er nach Zweibrücken zurück und stellte in der Weißen Kaserne seine monumentalen Plastiken aus. Dort war auch „Clairière“ zu sehen, das über zwei Meter hohe, siebenteilige Objekt, in dem sich das Licht so schön spiegelt. Die Stadt kaufte die Werkgruppe 1999 als „Kunst am Bau“. Sie steht im Foyer des Rathauses, setzt das Lichtspiel auf einer Waldlichtung im Pfälzer Wald um und ist der Familie Eskeles gewidmet. Diese beiden Objekte sind die einzigen permanent zu sehenden Werke Kochs in der Pfalz. Lesezeichen „Boucliers Dansants“ – Gérard Koch (1926-2014) Leben und Werk, 54 Seiten, 21 Abbildungen. Kostenlos erhältlich bei der VHS Kaiserslautern, Kanalstraße 3, 67655 Kaiserslautern, Telefon: 0631/3625800, www.vhs-kaiserslautern.de

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