Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Ein Schleswig-Holsteiner im Zweibrücker VTZ-Trikot

Spielmacher Lasse Finck möchte mithelfen, die VTZ vor dem Abstieg aus der Oberliga zu bewahren. Am Sonntag setzt er diese Missio
Spielmacher Lasse Finck möchte mithelfen, die VTZ vor dem Abstieg aus der Oberliga zu bewahren. Am Sonntag setzt er diese Mission mit seinen neuen Zweibrücker Teamkollegen im Heimspiel gegen Worms fort.

Norddeutsche in den Zweibrücker Vereinen, da wurde in der Vergangenheit schon so manche Erfolgsgeschichte geschrieben. Seit Februar trägt ein Schleswig-Holsteiner das Trikot von Handball-Oberligist VTZ Saarpfalz.

Moin Moin sagen Norddeutsche gerne, wenn sie hallo meinen. Moin Moin hat im Februar auch Lasse Finck gesagt, den es von Hamburg ins Saarland zog. Er war wohl eine der schnellsten Neuverpflichtungen, die Oberligist VT Zweibrücken-Saarpfalz je getätigt hat. Mittrainiert, verpflichtet, gespielt, getroffen. So lassen sich die vier Tage rund um Fincks erfolgreiche Premiere im VTZ-Trikot zusammenfassen.

„Ja, hat ganz gut geklappt“, sagt der 25-Jährige und freut sich auf sein zweites Heimspiel für die VTZ am Sonntag (17 Uhr, Westpfalzhalle) gegen die HSG Worms. Fünf Treffer steuerte er bereits gegen Kastellaun bei. Und wenn die Schlagzeile am Saisonende heißen würde: Er kam, traf und half, die VTZ vor dem Abstieg zu bewahren, „wäre das ein tolle Sache“, bestätigt Finck lachend.

Bis 2020 Kapitän bei Nord-Oberligist Ellerbeck

Dass er zwei Jahre kein Handball mehr gespielt hat, glaubt niemand, der ihn gegen Kastellaun gesehen hat. Zwei Jahre ohne Handball, „hätte ich mir lange Zeit gar nicht vorstellen können. Aber ich habe jetzt auch wieder richtig Lust“, sagt der 1,85 Meter große torgefährliche Spielmacher. Handball ist bei den Fincks Familiensache. Mama, Papa, Schwester – „alles Handballer“, erzählt Finck, der aus der Gemeinde Ellerau stammt. 26 Kilometer vor den Toren Hamburgs gelegen, „und damit bin ich Schleswig-Holsteiner“, erläutert er. In der Handballhalle aufgewachsen, habe er wohl mit drei Jahren bei den Minis begonnen. Talent hatte er, auch für das Tor, das er in der Jugend hütete. „Aber ich wollte auch vorne mitmischen, Tore werfen“, erzählt er. Nach dem Kompromiss – eine Halbzeit im Tor, eine im Angriff – „bin ich schließlich ganz draußen geblieben“, verrät er. Über Bad Bramstedt, Henstedt-Ulzburg führte sein Weg zum schleswig-holsteinischen Oberligisten TSV Ellerbeck. Dort war er bis zum coronabedingten Saisonabbruch 2020 Kapitän.

Als solcher verließ er den TSV dann aus beruflichen Gründen. Der Wirtschaftsinformatiker, der ein duales Studium absolviert hatte – neben dem Studium arbeitete er bei der Fielmann AG, bei der er nach Ende des Studiums auch in der Hauptzentrale tätig war –, wollte den Master machen. Für Wirtschaftsinformatiker ist Saarbrücken eine Top-Adresse. „Es hat mich gereizt, mal eine ganz neue Ecke kennenzulernen“, sagt Finck, der den Norden, auch Dänemark, sehr gut kennt. 2020 zog er um, hängte die Handballschuhe an den Nagel. Was bedingt durch Corona und die Folgen gar nicht so schwer war, wie gedacht.

Sportverrückter mit viel Verantwortungsgefühl

„Ich bin sportverrückt“, bekennt Finck, der sich in Saarbrücken sehr wohl fühlt. Immer in Bewegung, mal mit Schläger in der Hand, mal mit, mal ohne Ball. Im Winter auch gerne mal auf dem Snowboard.

Finck ist ein Typ, der gerne Verantwortung übernimmt, strategisch die Fäden in die Hand nimmt. „Das ist wohl so“, bestätigt er. In der Rückraum-Mitte fühlt er sich am wohlsten. Und das war das Glück der VTZ. Unter anderem diese Eigenschaft ließ ihn an der Uni in Saarbrücken eine Workshop-Reihe im Bereich Consulting belegen. Im Beratungsbereich später mal zu arbeiten, „das kann ich mir sehr gut vorstellen“, sagt Finck.

Über Uni-Workshop zur VTZ

Bei diesem fachübergreifenden Workshop lernte er VTZ-Spieler Hendrik Rolshausen kennen, der Chemie studiert. Die beiden verstanden sich gut, spielen unter anderem immer mal wieder zusammen Tennis. Rolshausen fragte ihn, ob er nicht mal mit ins Training kommen wolle. Als es bei der VTZ personell immer enger wurde, sagte Finck ja, kam mit. Der Rest ist bekannt. Fast. Denn dass es schnell so gut funktionierte bei der VTZ, lag auch daran, dass Finck und Rolshausen die gemeinsame Fahrzeit in die Halle nutzten, um Spielzüge zu lernen. Gegen Worms soll das wieder zur Erfolgsgrundlage werden.

Davon können sich am Sonntag wieder mehr Zuschauer überzeugen: Seit Freitag gilt beim Sport die 3G-Regel. Ungeimpfte mit aktuellem Test haben nun wieder als Zuschauer Zutritt und dürfen auch als aktive Sportler wieder am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen.

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