Abseits RHEINPFALZ Plus Artikel Ein extrem kurzer Kurzeinsatz und eine Lücke, die keine ist

Benjamin Haag.
Benjamin Haag.

TSC: Schneller wieder draußen als drin

Eine neue Definition für das Wort Kurzeinsatz schaffte Spielertrainer Jan Weinmann von Landesligist TSC Zweibrücken. Jokerqualitäten waren es aber nicht, die er für seine Mannschaft einbrachte. Es fiel mehr unter die Rubrik Pleiten, Pech und Pannen und begann schon vor seiner Einwechslung beim Klassenprimus Sportfreunde Bundenthal. Bereits eine Minute davor hatte sein Teamkollege Tim Schadrin in der 86. Spielminute die Ampelkarte gesehen. Dann wurde es turbulent, als die Zweibrücker versuchten, – in einem nach Weinmanns Worten „klasse Landesliga-Spiel, bei dem es zur Halbzeit schon 3:3 stehen kann“, – die Führung über die Zeit zu retten. Das 3:3 fiel zwar erst in der dritten Minute der Nachspielzeit, aber da stand der TSC-Spielertrainer schon wieder neben der Seitenlinie. „Ich hatte, schon vorher auf der Bank, wegen ein paar strittiger Entscheidungen eine Gelbe Karte gesehen“, sagte der Lehrer. Ein einfaches Foul sorgte dann für TSC-Feldverweis Nummer zwei für Weinmann. „Es tut mir als Verantwortlicher leid, dass ich nicht so helfen konnte wie geplant“, fügte Weinmann an, der nur eine Minute später noch den Ausgleich der Bundenthaler schlucken musste – was er wie Ex-Bundesliga-Profi Sebastian Reinert aber wieder von außen betrachtete.

Lieber ohne Kopfstreichler gleich in die Startelf

Dann war da noch der Niederauerbacher Erik Bischof, der nicht ganz so erfreut war, dass er am Sonntag keinen Platz in der Startelf des FK Pirmasens II im Verbandsliga-Spiel gegen den TuS Hohenecken fand. Sein Trainer, der frühere SVN-Kicker Martin Gries, redete auf seinen Stürmer kurz vor der Einwechslung in der 56. Minute ein. Bischof wirkte jedoch gar nicht so glücklich darüber, reinzukommen. Ein Kopfstreichler hier und auch mal ein Klopfen auf den Rücken waren da zu sehen. Es sah fast so aus, als wollte der lange Schlaks Gries seinem Stürmer gut zureden – wie Bundestrainer Jogi Löw Mario Götze weiland vor seinem entscheidenden Treffer im WM-Finale 2014. „Er wollte mich aufmuntern, weil ich nicht von Anfang an gespielt habe. Er hat gesagt, dass ich es ihnen zeigen soll“, sagte Bischof. Das tat er dann auch. Denn er bereitete den entscheidenden Treffer kurz vor Spielende zum 3:1 vor. Von etwa fünf einfachen Möglichkeiten, den Ball zum einem Mitspieler zu passen, wählte Bischof die nicht vorhandene, die dann doch klappte, als er durch eine Lücke schlüpfte, die außer ihm keiner erblickte. „Ich bin immer etwas angefressen, wenn ich nicht von Anfang an spiele. Ich will was zeigen, wenn ich eingewechselt werde“, fügte Bischof an, der nun unbedingt wieder in die Startelf will. Gerne ohne Kopfstreichler und Schulterklopfer ...

Immer einen guten Aufmunterer für die Woche, wünscht Benjamin Haag

x