Zweibrücken Ein ehemaliger Schwerverbrecher, der sich aus der Bibel Kippen drehte, liest in Zweibrücken
Im Gefängnis griff Buntz zur Bibel, las eine Seite, riss sie heraus und rollte sich eine Kippe. So qualmte er sich bis zum Neuen Testament. Da packte ihn der Text, und er fühlte sich persönlich angesprochen und befasste sich bewusst mit Gott. Vielleicht erinnern sich einige: Wilhelm Buntz war im Sommer 2020 auch beim Motorradgottesdienst in Winterbach zu Gast.
Damals schrieb DIE RHEINPFALZ: „Buntz versucht gar nicht, etwas zu beschönigen. Von der Mutter ohne Liebe aufgezogen, nennt der Schwabe in der ersten Klasse sein Berufsziel: ,Ich will Gangster werden.’ Sein Traum erfüllt sich. Als Kind wurde er ins Heim gesteckt, mit 18 begann seine Karriere als Krimineller: Er raubte Banken aus, war in Menschenhandel verstrickt. Es kam noch schlimmer: Eine Flucht aus Jugenderziehungsmaßnahmen endet für zwei Polizeibeamten tragisch. Einer stirbt, der zweite wird für den Rest seines Lebens im Rollstuhl sitzen. Buntz’ Leben scheint vorbei zu sein, ehe es richtig begonnen hat. Als junger Mann stehen ungezählte Straftaten, vier Tote, 14 Jahre Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung zu Buche, weil er für die Gesellschaft eine zu große Gefahr darstellte. Ausgerechnet die Sucht bahnt dem Schwaben den Weg zur Rettung seiner schwarzen Seele, wie er sagt. Im Gefängnis in Bruchsal lässt er sich vom Anstaltspfarrer eine Bibel geben, in deren Blätter er Tabak zum Rauchen hüllt. Bevor er die Blätter wegqualmt, liest er die Seiten. Sieben Jahre lang. Aus dem Schläger und Kriminellen wird der Bibelraucher. Gott habe ihn besiegen müssen, erzählt Buntz.“
Die Veranstaltung bei der Stadtmission dauert 90 Minuten. Wer nicht gegen Corona geimpft oder davon genesen ist, muss einen negativen Test vorweisen. Anmeldung unter zweibruecken.church-events.de. Der Eintritt ist frei, Veranstalter ist die Evangelische Allianz Zweibrücken.