Die Wochenend-Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Ein bisschen Licht an Weihnachten muss sein

Die Zweibrücker Fußgängerzone zur Weihnachtszeit – hier ein Foto aus dem Jahr 2002.
Die Zweibrücker Fußgängerzone zur Weihnachtszeit – hier ein Foto aus dem Jahr 2002.

Ich weiß es jetzt schon: Am Ende von Charles Dickens’ „Weihnachtsgeschichte“, wenn Tiny Tim sagt „Gott segne uns alle, jeden von uns“, werd’ ich wieder ein paar Tränen in die Augen bekommen. Ist immer so. Wird auch in zwei Monaten wieder so sein, wenn ich mir eine Verfilmung anschaue – und sei es nur die Version mit den Muppets. Ansonsten bin ich nicht unbedingt rührselig. Ich bräuchte nicht mal einen Weihnachtsbaum. Aber ich merke auch: Wenn die Straßen und Läden in der Vorweihnachtszeit in diesem besonderen Licht erstrahlen, dann laufe ich immer ein wenig fröhlicher durch die Stadt.

Ein bisschen Licht in den dunkelsten Wochen des Winters tut einfach gut. Gerade in einer Zeit, in der viele Familien große Sorgen haben, wäre es falsch, sie durch eine dunkle und wenig einladende Fußgängerzone laufen zu lassen und die Stimmung weiter zu drücken. Deshalb freue ich mich über die Entscheidung der Zweibrücker Händler, auch dieses Jahr eine Weihnachtsbeleuchtung anzubringen.

Ein wenig Licht hellt die Stimmung auf

Vor einigen Jahren lebte ich ein paar Monate in Finnland. Anfang Januar wurde es morgens um neun hell und nachmittags um halb vier wieder dunkel. Dazwischen war der Himmel wolkenverhangen. Es war den Menschen anzusehen, wie sehr das aufs Gemüt schlägt. Eines Morgens brach die Sonne durch die Wolken und schien auf die Spitze der Kathedrale von Helsinki, die golden im Licht strahlte. Die Stadt war wie verwandelt. Die Menschen kamen aus der U-Bahn, und plötzlich lächelten sie. Ein paar Sonnenstrahlen hatten eine ganze Stadt verwandelt. Auch die Lichter an Weihnachten hellen die Stimmung ein wenig auf.

Den Weg, den die Zweibrücker Händler jetzt gewählt haben, halte ich aber aus einem weiteren Grund für genau richtig und treffend. Weihnachtsbeleuchtung ja, aber nicht so üppig wie sonst. Das passt haargenau in die Zeit. Nicht nur zu Weihnachten. Nach Corona, während des Ukraine-Kriegs und in der jetzigen wirtschaftlichen Lage hat es auch einen Symbolcharakter: Nicht auf alles verzichten, aber nicht einfach so weitermachen wie bisher. Schauen, was geht; das möglich machen; aber sich besinnen darauf, was notwendig ist. Das ist auch ganz allgemein eine gute Richtschnur.

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Wie geht es Ihnen, liebe Leserinnen und Leser? Könnten Sie auf die Weihnachtsbeleuchtung verzichten? Oder freuen Sie sich jetzt schon drauf, Ende November die ganzen Lichter vom Speicher zu holen und aufzuhängen? Schreiben Sie uns einen Leserbrief an: RHEINPFALZ, Rosengartenstr. 1-3, 66482 Zweibrücken E-Mail: redzwe@rheinpfalz.de.

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