Golf
EG Westpfalz verpasst Bundesliga-Aufstieg, erntet aber Respekt
Es wurde ein Aufstiegsspiel zur Ersten Bundesliga in Kurzform, in dem das stark ersatzgeschwächte Damenteam des Ersten Golfclubs Westpfalz dem schier übermächtigen Stuttgarter GC Solitude mit 0,5:5,5 unterlag. Somit bleibt dem Meister der Zweiten Bundesliga Mitte der Respekt von Süd-Primus Stuttgart und ein weiteres Jahr in Liga zwei.
Am Samstag flatterte den Hitscherhof-Golferinnen um Kapitänin Andrea Pfersdorf eine Änderung ins Haus. „Es wurden die Einzel und die Vierer getauscht. Das wurde gemacht, weil es ab 14 Uhr in München eine Gewitterwarnung gab“, erläutert Pfersdorf. So wurden am Morgen gleich alle sechs Einzelrunden ausgetragen, danach sollten die Vierer, eine Art Doppel im Golf, folgen.
Gegen Junioren-Europameisterin
Auf der Anlage des GC München-Straßlach ging der EGW ohne seine bereits studienbedingt in die USA gereisten Stammkräfte Katja Müller und Patrizia Schäfer ins Aufstiegsspiel. Die Gegnerinnen könnten allesamt locker in einem Erstliga-Team Platz finden, waren aber diese Saison für den Meister der 2. Bundesliga Süd am Abschlag. Und die Schwäbinnen gewannen alle fünf Spieltage ihrer Staffel souverän. Sie ließen auch im Aufstiegsspiel den EGW-Spielerinnen kaum eine Chance.
Maxime Holletschek spielte gegen die 15-jährige Junioren-Europameisterin und deutsche Lochspielmeisterin Helen Briem. Diese hat zudem etliche kontinentale Turniere gewonnen und ist für das Mädchen-Team beim Solheim-Cup nominiert. Dort spielt eine europäische Auswahl gegen das Team aus den USA. Briem wurde vor der Saison mit einem Handicap von -5,9 gemeldet. „Maxime hat sich echt gut geschlagen“, lobte Pfersdorf ihren Schützling. Das Spiel von Holletschek war aber schon bei Loch 15 beendet, da sie zu diesem Zeitpunkt bereits uneinholbare vier Löcher Rückstand auf Briem hatte. Mit dem gleichen Ergebnis musste sich die 14-jährige EGW-Nachwuchshoffnung Marie Martin Katharina Anglett geschlagen geben. Die Pirmasenserin Sophie-Charlott Hempel war für den EGW gegen Anna-Lena Kasperek (Handicap -2,7) ganz nah am ersten Punktgewinn dran, konnte jedoch am letzten Loch den Rückstand von nur einem Punkt nicht mehr wettmachen.
Starkes Kind
Eine ganz starke Leistung zeigte Anna Bonerz. „Hut ab vor diesem Kind“, lobt Pfersdorf ihre mit gerade mal zwölf Jahren jüngste Spielerin im Team, die das Spiel bis zur Hälfte der Bahnen gegen Hanne Rieke Gerding ausgeglichen gestaltete. „Danach haben wohl die Kräfte nachgelassen. Fast schon schade, dass sie ihren Einstand bei den Damen im Aufstiegsspiel geben musste“, sagte die EGW-Kapitänin.
Inga Nahtz hatte zwar bereits an Loch 13 gegen Sophia Zeeb verloren, wurde jedoch ausdrücklich von Pfersdorf gelobt. „Sie verliert ein Loch mit einem Birdie, weil die Gegnerin einen Eagle spielt“, konnte es Pfersdorf nicht glauben, dass Nahtz so deutlich unterlag. Lediglich die Luxemburgerin Marie Baertz konnte in der Folge eine Punkteteilung gegen Solitude-Akteurin Chiara Jetter erzielen, die jedoch ob der bereits gefallenen Aufstiegsentscheidung aus einer Einigung der beiden vor Abschluss der 18 Loch stattfand.
Keine Vierer gespielt
„Wir haben uns nach den Einzeln darauf geeinigt, dass wir die Vierer nicht mehr spielen. Die wurden dann gestrichen“, berichtet Pfersdorf. In den Vierern hätte der EGW lediglich drei Punkte für sich verbuchen können.