Zweibrücken Echter Formtest für Klassepferde

Fabian Xaver Weißmeier (Zweiter von rechts) gewann beim Frühjahrsrenntag 2018 vier Rennen, hier siegte er mit Southern Comfort.
Fabian Xaver Weißmeier (Zweiter von rechts) gewann beim Frühjahrsrenntag 2018 vier Rennen, hier siegte er mit Southern Comfort. Morgen sattelt er Matchwinner, den er zuletzt in einem Gruppe-I-Rennen ritt.

«ZWEIBRÜCKEN.»Maningrey im ersten Rennen um 14.15 Uhr, Matchwinner und Pearl Dragon im letzten Rennen des Tages (17.50 Uhr): Das sind drei Pferde, die alle bereits in Gruppe-Rennen am Start waren. Herausragend dabei ist Matchwinner. Im Juli 2018 startete er im Großen Dallmayr-Preis in München, einem Gruppe-I-Rennen, wurde allerdings abgeschlagen Letzter. Matchwinner und Maningrey starten für den Stall Adelresort von Adel Massaad, der an der deutsch-niederländischen Grenze in Kevelaer ein auf Sehnen, Bänder und Gelenkerkrankungen von Pferden spezialisiertes Therapie- und Trainingszentrum betreibt. 2017 verbuchte Matchwinner zwei Gruppe-3-Siege, allerdings noch für das Neusser Quartier von Axel Kleinkorres. Pearl Dragon schnupperte einmal Gruppe-1-Luft in Chantilly, lief auch schon im britischen Ascot. Der Achtjährige gehört mittlerweile zum Stall von Christian von der Recke, Anfang April endeten im belgischen Mons zweieinhalb sieglose Jahre. Lange Distanz und Flaggenstart Pearl Dragon wird zum Abschluss des Renntages auf Matchwinner treffen. Das Rennen, das zu Ehren des 2018 verstorbenen Kurt Kasper, der den Rennverein lange geprägt hat, veranstaltet wird, ist ein außergewöhnliches. Es führt über 2950 Meter, eine in Zweibrücken ungewöhnliche Distanz, die aus einem Missverständnis resultierte. Beschlossen war, dass das Rennen über die auf der Rennwiese klassischen 2400 Meter führt, angemeldet wurde es beim Direktorium für Vollblutzucht und Rennen mit einer Distanz von 3200 Metern. Auf den letzten Drücker musste diese Distanz geändert werden, weil es dafür auf der Bahn keine Startstelle gibt. Nach dem Start müssen die Pferde mindestens 150 Meter geradeaus laufen, das wäre hier nicht möglich gewesen. So sind es jetzt eben 2950 Meter. Das Rennen weist noch eine zweite Besonderheit auf. Die Pferde rücken vor dem Start nicht in die Startmaschine ein. Es gibt einen Flaggenstart, wie man ihn etwa aus Webenheim kennt oder von den Juniorcup-Rennen kennt. Der Starter versammelt die Pferde an einer bestimmten Stelle, dann gibt er mit der Flagge das Signal zum Losgaloppieren. „Es gibt in Deutschland viele startschwierige Pferde“, nannte Heike Schreiner, die Geschäftsführerin des Rennvereins, den Grund für das Experiment. Zu diesen Pferden, die Schwierigkeiten mit dem Einrücken in die Startmaschine haben, gehört etwa Art of Happiness, die vierjährige Stute von Horst Stuppi aus Bruchmühlbach-Miesau. Mit Germanwings, der dem Stall Andiamo B. der Pirmasenserin Bärbel Hausner gehört, ist ein zweites Pferd mit Lokalkolorit am Start. Sieben Galopper mit Heimvorteil Acht Rennen sind morgen vorgesehen, sieben Galopprennen und der Juniorcup für Nachwuchsrennreiter stehen auf der Karte. Die Zweibrücker Trainingsgemeinschaft ist unter den insgesamt 52 Startern ebenfalls vertreten. Die Niederbexbacher Sven und Christof Schleppi entsenden vier Pferde, der Herschberger Christoph Schwab ist mit zwei Galoppern vertreten, Thomas Gries aus Waldmohr lässt Troyanda satteln. Die Starterzahlen sind hinter den Erwartungen des Rennvereins zurückgeblieben. Dass im mit 3500 Euro dotierten Preis der VR-Bank Südwestpfalz (1800 Meter) nur fünf Pferde an den Start kommen, bezeichnete Schreiner als enttäuschend. Für Wetter sind die kleineren Felder dagegen verlockend – „kleine Felder, große Gelder“, lautet eine Zockerweisheit. Mit acht Pferden gut besetzt ist das Juniorcup-Rennen für Nachwuchsjockeys. Einige Starter haben im März den Rennreiterlehrgang des Südwestdeutschen Rennverbandes in Honzrath absolviert, morgen absolvieren sie ihren ersten richtigen Start.

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