Handball
Drittligist SV 64 Zweibrücken kassiert deftige Niederlage in Pforzheim
Das Grauen hatte mehrere Gründe, aber vor allem einen Namen: Bastian Rutschmann. Der 38 Jahre alte SG-Torwart, der nach vielen Jahren in der Ersten und Zweiten Liga, in denen er unter anderem dreimal den EHF-Pokal mit Frisch Auf Göppingen gewann, 2019 zu seinem Heimatverein zurückgekehrt war, avancierte zum unüberwindlichen Hindernis.
Die stabile 3:2:1-Deckung der Gastgeber ließ aus dem Zweibrücker Rückraum, dem es am Samstag an Ideen fehlte, kaum Würfe zu. Und wenn, war meist Rutschmann der Sieger. Die Außen bekamen öfter den Ball, aber die Quote war aus Zweibrücker Sicht desaströs. Nur ein Wurfduell Außen gegen Rutschmann entschieden sie für sich: in der 20. Minute, als Philipp Hammann von rechts einen tiefen Ball im Tor unterbrachte. 6:10 stand es da, und danach wurde es richtig bitter für die Gäste.
SV-Team verteidigt null Bälle vor dem Seitenwechsel
Rutschmann hielt und hielt und hielt. Wie blank die Nerven der SV-Angreifer lagen, zeigte der Strafwurfversuch von Tim Götz kurz vor dem Pausenpfiff. Den warf er, ganz ungewohnt, neben das Tor. Zwei Strafwürfe hatten seine Teamkollegen Benny Zellmer und Kevin Knieps zuvor schon vergeben. Der 1,95-Meter-Riese im SG-Tor war zu übermächtig. Neun Paraden hatte er zur Pause auf dem Zettel, der SV nur sieben Tore erzielt: eine klare Sprache.
„Ich glaube, Journalisten bezeichnen so was gerne als gebrauchten Tag“, resümierte SV-Trainer Stefan Bullacher die SV-Mannschaftsleistung. Keiner seiner Spieler fand seine Form. Der angeschlagene Abwehrchef Tom Grieser probierte es am Anfang, es funktionierte nicht. Auch danach fand die SV-Abwehr nie ihre gewohnte Stabilität. Weil Pforzheim/Eutingen, das ohne Qualitätsverlust auf jeder Position wechseln kann, konzentriert blieb und die Schwächen der Zweibrücker im Eins-gegen-eins-Verteidigen konsequent nutzte. Null war die Zahl der verteidigten beziehungsweise gehaltenen Bälle auf SV-Seite bis zur Pause, als die Partie längst entschieden war.
Rutschmann macht wie vor der Pause weiter
„Wenn es läuft, dann läuft es“, sagte TSG-Trainer Alexander Lipps hinterher. Das galt auch für Keeper Rutschmann, der wie vor dem Seitenwechsel weitermachte. „Wir haben unterm Strich einfach viel zu viele falsche Entscheidungen getroffen“, bilanzierte Bullacher, der daran auch in zwei früh genommenen Auszeiten nichts ändern konnte.
So spielten sie
SV 64 Zweibrücken: Ivankovic, Dörr (ab 20.) - Bayer (3), Tim Götz (2), Kockler (2) - Ihl (2), Zellmer - Knieps (4/3) - Grieser, Hammann (1), Meister (2), Huber (2), Naumann
Spielfilm: 4:1 (6.), 5:3 (9.), 8:3 (14.), 10:6 (20.), 11:7 (21.), 16:7 (Halbzeit), 21:11 (41.), 31:18 (Ende) - Zeitstrafen: 6:4 - Siebenmeter: 2/2 - 3/6 - Zuschauer: 200 - Schiedsrichter: Jaros/Thrun (HV Württemberg).