Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Drittligist SV 64 Zweibrücken hofft gegen Saarlouis auf Fanwand

Die Zuschauerwand mit ihren Fans in der Westpfalzhalle braucht die Mannschaft von Drittligist SV 64 Zweibrücken vor allem wieder
Die Zuschauerwand mit ihren Fans in der Westpfalzhalle braucht die Mannschaft von Drittligist SV 64 Zweibrücken vor allem wieder, wenn sie demnächst in Qualifikationsrunde gegen den Abstieg weiterspielt.

Ein Handballspiel lebt von Emotionen. Die Fans spielen dabei eine ganz große Rolle. Gerade beim Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken. Pünktlich zum Nachbarschaftsderby gegen die HG Saarlouis dürfen die Zuschauer in großer Zahl in die Halle zurückkehren. Die SV-Mannschaft freut sich auf einen Anblick besonders.

Laute „Defense, Defense“-Rufe, wenn die Abwehr unterstützt wird. Trommelwirbel für die Angreifer und eine aufspringende weiße Fan-Wand, wenn die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken ein Tor erzielen. All das ist am Samstag nach langer Zeit mal wieder möglich, wenn die Zweibrücker die HG Saarlouis zum Derby empfangen (Anwurf: 18 Uhr, Westpfalzhalle).

Die begeisterungsfähigen Fans des SV 64 haben in den vergangenen Jahren zusammen mit der Mannschaft viele Spiele zu besonders emotionalen Abenden, zu unvergesslichen Momenten gemacht. Lange Zeit mussten die Zuschauer coronabedingt komplett draußen bleiben, durften dann in stark reduzierter Anzahl in der Halle dabei sein. Zuletzt feierten sie ihr Team beim Heimsieg gegen Großsachsen. Da waren einige Fans schon wieder mit dem „Weiße-Wand-Fan-Shirt“ in der Halle.

Symbiose mit SV-Fans wieder aufleben lassen

Pünktlich zum Derby am Samstag soll erstmals wieder gemeinsam ein richtiges Handballfest gefeiert werden. Bis zu 1000 Zuschauer dürfen dabei sein, wenn der SV 64 und Saarlouis aufeinandertreffen. „Mal wieder ein tolles Handballfest, mit Fans, mit Emotionen, das wäre so schön“, sagt SV-Trainer Stefan Bullacher und weiß, dass gerade seine Mannschaft stark von der Symbiose mit den Fans lebt.

Obwohl besagte Symbiose fehlte oder eingeschränkt war und trotz aller sonstigen Widrigkeiten, spielt die Mannschaft eine starke Runde. Immer unterstützt von den je nach geltendem Hygienekonzept zugelassenen Fans. So wurden zum Beispiel Top-Teams wie Leutershausen zu Hause geschlagen. Ein Sieg, bei dem die Halle sicher Kopf gestanden hätte.

1000 Fans nach 3G-Regel, zusätzliche Abendkasse

„Es gab schon manches Spiel, mit vielen Emotionen, mit Gänsehautmomenten, bei denen man sich als i-Tüpfelchen Fans in der Halle gewünscht hätte“, sagt Bullacher rückblickend. Dazu gehörte auch das erste Pflichtspiel überhaupt in der Vereinsgeschichte zwischen dem SV 64 und Saarlouis im Mai 2021, in der Pokalrunde der Vorsaison. Mit 26:24 gewannen die Zweibrücker, die schon 11:15 zurückgelegen hatten. Dass die Aufholjagd und die überragende Leistung von Spielmacher Tim Götz von den Zweibrücker Fans begeistert gefeiert worden wäre, war allen klar. Dabei sein durften damals pandemie-bedingt keine Fans. Aber dafür jetzt, bei der Neuauflage am Samstag. Es gilt die 3G-Regel. Zutritt hat, wer geimpft, genesen ist oder einen tagesaktuellen Test vorweisen kann. Bis zu 1000 Zuschauer sind möglich. So viele Sitzplätze bietet die Halle.

Die Zweibrücker werden eine weitere Abendkasse öffnen. „Wer dabei sein will, kann dabei sein“, ist sich Bullacher sicher und freut sich ebenso wie die Mannschaft darauf, nach dem Einlaufen mal wieder auf eine gut gefüllte Tribüne zu schauen, vielen Fans zuwinken zu können. Handball ist ein Sport, in dem Emotionen eine enorm große Rolle spielen.

Rein sportlich ist vor dem letzten Spiel der regulären Runde für beide Teams im Grunde alles geklärt. Saarlouis hat sich vorzeitig das Ticket für die Pokalrunde gesichert, für die Zweibrücker geht es in der Qualifikationsrunde weiter, in der sie um den Klassenverbleib kämpfen. Dass dazu die Fans zurückkehren, „ist enorm wichtig“, freuen sich Bullacher & Co.

Bullacher plant mit Abwehrchef Grieser

Ansonsten ist aber viel Brisanz im Spiel, wie bei jedem Derby. Und dann ist da ja noch das Hinspiel im Dezember, das der SV 64 mit 20:29 verlor. In dem die Zweibrücker schwach spielten, das räumten damals alle selbstkritisch ein. Aber es gab auch zwei spielbestimmende Momente. TV-Aufnahmen zeigten sehr detailliert die rüden Attacken von Vladislav Kurotschkin gegen Tim Götz und von Lars Walz gegen Niklas Bayer. Beide SV-Rückraumspieler mussten nach den Fouls vorzeitig vom Platz, laborierten noch im Januar an den erlittenen Schulterverletzungen.

Bullacher kann gegen Saarlouis wohl wieder mit Abwehrchef Tom Grieser planen, der bei den Rhein-Neckar Löwen noch mit einer Fußverletzung hatte passen müssen. Für Linksaußen Sebastian Meister, der an einer Schulterverletzung laboriert, kommt das Spiel zu früh.

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