Zweibrücken
Drei Firmen möchten neben Amazon bauen
„Es gibt keinerlei Kontakt“ – weder zur Baufirma Scannell noch zum künftigen Mieter der riesigen Logistikhalle, Amazon, sagt Zweibrückens Oberbürgermeister (OB) Marold Wosnitza. Deshalb möchte er sich auch gar nicht festlegen, wie es am Steitzhof weitergeht: „Ich hab’ keine Einschätzung“, sagt er, und: „Mit glauben kommen wir da nicht weiter.“
Zu dem seit dem Frühjahr kursierenden Gerücht, dass Amazon die Logistikhalle gar nicht nutzen werde, hatte Landrätin Susanne Ganster Anfang August im Gespräch mit der RHEINPFALZ gesagt, dass auch sie nicht wisse, wie viel Wahrheit darin steckt: „Wir haben keine offizielle Mitteilung, ob die Gerüchte stimmen.“ Sie hatte ergänzt: „Ich halte mittlerweile alles für möglich. Dass Amazon doch noch kommt, aber auch das neue Mieter einziehen.“ Ganster ist Vorsitzende des Zweckverbandes Entwicklungsgebiet Flugplatz, Wosnitza ihr Stellvertreter. Der OB sagt: „Ich werde der Landrätin nicht widersprechen.“ Dazu zählt auch die Zuversicht, dass die Halle nicht leerstehen wird – ob mit oder ohne Amazon: „Ich bin überzeugt, dass sich das da oben positiv entwickeln wird.“ Dennoch sagt er zur derzeitigen Situation: „Es tut mir selber weh.“ Wie viel Steuereinnahmen der Stadt und den übrigen Kommunen verloren geht, lasse sich nicht abschätzen.
Firmen haben schon jetzt Probleme, Leute zu finden
Etwas Positives kann Wosnitza dem Zögern der US-Firma abgewinnen: Die Logistikunternehmen in der Region hätten schon jetzt Probleme, Mitarbeiter zu finden. Amazon hätte möglicherweise sogar Arbeitskräfte abgeworben. Wobei das die Sicht der Arbeitgeber wiedergibt: Amazon könnte auch mit höheren Löhnen oder anderen Anreizen Angestellte zum Wechsel bewegen. Eine Hoffnung, die die Region mit Amazon verknüpft, ist aber die, dass dort auch ungelernte Kräfte Arbeit finden, auch welche, die derzeit keine Arbeitsstelle haben. Diese Leute gebe es durchaus, sagt der OB. Das Problem sei, sie zu mobilisieren.
Zwar hat Scannell den größten Teil des Industriegebiets Richtung Walshausen und Dellfeld gekauft und entwickelt, aber ein kleines Eckchen ist noch frei. 5400 Quadratmeter. Hierfür gebe es drei Interessenten, sagt der OB. Sie kämen aus drei unterschiedlichen Bereichen: Logistik, Produktion/Montage und Support/Service. Mehr verrät der OB nicht.