Heavy Metal RHEINPFALZ Plus Artikel Doppelkonzert in Kaiserslauterns Kammgarn

Macht ihrem Namen Ehre: Die Lautrer Band Hammer King.
Macht ihrem Namen Ehre: Die Lautrer Band Hammer King.

Ein Abend, der in Erinnerung bleibt: Im Lautrer Kammgarn-Kasino gastierten die Schweizerinnen Burning Witches, stilvoll unterstützt von den Lokalmatadoren Hammer King.

Das Mittelalter ist gar nicht so weit entfernt von uns. Jedenfalls bei einem Konzert mit zumindest textlich einschlägig orientierten Metalbands. Am Freitagabend waren gleich zwei davon in der Kammgarn zu Gast: Die heimischen Mannen von Hammer King und die fünf Frauen der Schweizer Band Burning Witches nahmen die Menge im brechend vollen Kasino mit auf eine nicht nur thematisch beeindruckende Zeitreise – mit hochwertigem Heavy und Power Metal als unablässig fließendem Treibstoff.

Mehr als eine Vorband

Die Kaiserslauterer Band Hammer King war mehr als nur eine schlichte Vorband mit stimmungsmäßiger Eisbrecher-Funktion. Erstens hatten Titan Fox V (Gesang), Gino Wilde und Marex van Ferum (Gitarren), Günt von Schratenau (Bass) und Count Ivo Shandor of Shandoria (Schlagzeug) ein Heimspiel vor treuem Publikum – das war schon mal ein Garant für eine gute Atmosphäre.

Legendär ist der Hammer

Zweitens hatte man neben dem harten, aber eben auch in melodisch angenehmen Bahnen verlaufenden Personalstil-Rock mit mehrfach ans mittelalterliche Feudalsystem erinnernden Texten („Kingdom of the Hammer King“) auch ein paar nette Überraschungen mitgebracht, etwa heimelig leuchtende große Kandelaber auf der Bühne und die das Bühnen-Personal showmäßig erweiternden Mitglieder Tia Wicked und Major Domus.

Letzterer hatte die Aufgabe, den mittlerweile legendären großen Bühnen-Hammer, das Markenzeichen der Band, effektvoll zu schwingen. Danach erschien die Stimmung stets noch ein bisschen höher als gerade noch zuvor. Und diese hielt lange an: Unmittelbar nach dem Auftritt sah man die auch weit außerhalb der Stadtgrenzen erfolgreichen Lautrer Musiker im Vorraum ausdauernd Autogramme geben und angeregte Fan-Gespräche führen.

Hitzig und hart

Die Hauptband des langen Abends hätte zwar keine „Aufheizer“ nötig gehabt, konnte aber dank Hammer King vom Start weg auf hohem energetischen Niveau agieren. Dabei lieferten die fünf Musikerinnen sowohl musikalisch in Sachen Metal als auch thematisch in Richtung Mittelalter („Maiden of Steel“) mit den Lautrern Vergleichbares ab, was dem Abend eine besonders runde Struktur verlieh.

Hitzig und hart klingt die Hexen-Band, die den 1980ern huldigt, aber durch viele eigene Elemente auf der Höhe der Zeit ist . Eine tragende rhythmische Welle nach der anderen wurde ins aufgekratzte Publikum geschleudert, wobei besonders Bassistin Jeanine Grob und Schlagzeugerin Lala Frischknecht einiges zu tun hatten.

Ein Gesamtkunstwerk

Pausenlos feuerten darüber die Gitarristinnen Romana Kalkuhl und Courtney Cox ihre Saitensalven von der Bühne herunter, wo sich alles zusammen mit einigen Off-Einspielungen und gezieltem Licht- und Nebelzauber zu einem musikalisch schwermetalligen, insgesamt Gold werten Gesamtkunstwerk zusammensetzte.

In vorderster Linie agierte Sängerin Laura Guldemond, die den gesamten Auftritt über in Ausdruck und Stimmstärke nicht nachließ, die Bühne und den ganzen Saal dominierte. Das hatte Stil, das kam an und hielt das Kammgarn-Kasino bis zum Zugabenteil, der gerne etwas länger hätte sein dürfen, in Wallung.

Voller Energie: Laura Guldemond von den Burning Wicthes.
Voller Energie: Laura Guldemond von den Burning Wicthes.
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