Schwimmen RHEINPFALZ Plus Artikel DM in Berlin: Drei Zweibrücker stehen ab Donnerstag auf dem Startblock

Michael Raje (links) und Lukas Fritzke möchten gerne an der U23-Europameisterschaft teilnehmen.
Michael Raje (links) und Lukas Fritzke möchten gerne an der U23-Europameisterschaft teilnehmen.

Die Normzeiten für ersehnte internationale Einsätze in diesem Jahr zu erreichen, wird für das Trio der Wassersportfreunde nicht leicht – aus mehreren Gründen.

Wenn die Zweibrücker Schwimmer Michael Raje, Lukas Fritzke und Leo Ilias Baumann ab Donnerstag in der Berliner Schwimm- und Sprunghalle im Europasportpark (SSE) bei den deutschen Meisterschaften auf dem Startblock stehen, sind sie auf der Jagd noch Normzeiten für internationale Einsätze. Ob sie die im Team der SSG Saar Max Ritter aber knacken können, ist aus vielerlei Gründen fraglich.

Alle drei Sportler der Wassersportfreunde Zweibrücken hatten nämlich über den Winter in der Vorbereitung mehrfach mit Erkältungen und Infekten zu kämpfen, fielen immer mal wieder wochenweise ganz fürs Training aus. Keine guten Voraussetzungen, um sich fit zu machen für die angestrebten Saisonhöhepunkte. Das ist für Raje und Fritzke (beide Jahrgang 2006) die U23-Europameisterschaft vom 23. bis 29. Juni in der Slowakei, am gleichen Ort will auch Baumann (Jahrgang 2008) eine Woche später bei der Junioren-EM ins Wasser gehen.

Häufige Krankheiten, kurzer Zeitraum

Was das Unterfangen, Normzeiten für die EM abzuhaken, zusätzlich erschwerte, war die Tatsache, dass der Zeitraum, in dem dies möglich ist, in diesem Jahr mit nur etwa vier Wochen sehr klein ist. Und Raje und Fritzke müssen sich zudem nun bei den Erwachsenen deutlich härterer Konkurrenz erwehren.

„Ja, wir sind halt jetzt in der offenen Klasse. Wir sind zuversichtlich, aber wir müssen es ein bisschen vorsichtiger angehen“, sagt der 19-jährige Raje im Einklang mit seinem Heimtrainer Thomas Schappe. Er möchte bei der U23-EM gerne über 100 Meter Kraul (Normzeit 49,5 Sekunden) und 100 Meter Delfin (53,5 Sekunden) starten. Die Zeiten am Wochenende bei den Berlin Swim Open seien okay gewesen. Auch weil er noch 50 Meter und 200 Meter Kraul und 200 Meter Delfin geschwommen ist. „Über 50 Meter Kraul war ich in 49,8 nur drei Zehntel über der Normzeit und bin das erste Mal seit dem Vorjahr unter 50 Sekunden geschwommen“, sagt Raje, der nach bestandenem Abitur in einem Schnellrestaurant jobbt und ab August an der Hilgard-Grundschule in Niederauerbach dann ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.

Normzeiten schaffen und gleichzeitig Abitur

Lukas Fritzke war am Wochenende nicht in Berlin dabei, er startete bei einem Wettkampf in Heidelberg. Das passte besser, die Anfahrt war nicht so weit. Denn am Dienstag stand für den Wahl-Saarbrücker am Rotenbühl-Gymnasium in Deutsch die erste schriftliche Abiturprüfung an. Seine Leistungsfächer Englisch und Sport sowie das Fach Biologie folgen dann in den kommenden Wochen. Vor der DM am Wochenende ist er fast aufgeregter als vor den Abi-Prüfungen, findet er.

Fritzke möchte in der Slowakei gerne über 200 und 400 Meter Kraul dabei sein, „der Fokus liegt aber auf den 200 Metern“. Für die längere Strecke müsste er dazu seine Bestzeit (3:53,2 Minuten) bestätigen, das würde reichen für die Norm. Über 200 Meter (Norm 1:49,0 min) sollte er noch ein wenig zulegen (Bestzeit 1:49,8). „Die Vorbereitung lief zuletzt aber ziemlich gut mit unserem neuen Landestrainer Tobias Müller“, sagte Fritzke, der im Internat an der Saarbrücker Hermann-Neuberger-Sportschule lebt. Müller ist seit dem 1. März für den Saarverband tätig. Genaue Pläne, wie es nach dem mündlichen Abitur am 25. Juni weitergeht, hat Fritzke noch nicht, er hat sich aber bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr beworben. Mit seinem Auftritt in Heidelberg war er zufrieden, „ich wollte vor allem morgens voll reingehen, damit ich es am Wochenende ebenfalls morgens in ein A-Finale schaffen kann“.

Baumann will Ticket für Junioren-EM lösen

Auch Leo Ilias Baumann lieferte jetzt in Berlin gute Ergebnisse ab. Über 200 Meter Kraul (Norm 1:50,9 min) hat sich der 16-Jährige gegenüber dem Vorjahr um eine Sekunde gesteigert, da fehlen noch zwei Sekunden bis zur Norm. Über 200 Meter Lagen (Norm 2:04,2 min) sind es fünf Sekunden. Der Schüler der elften Klasse des Rotenbühl-Gymnasiums (Leistungsfächer Englisch und Sport) hofft, dass er am Wochenende noch was draufpacken kann, um das Ticket für seine erste Junioren-EM tatsächlich zu lösen.

Leo Ilias Baumann hat seine erste Junioren-EM im Visier.
Leo Ilias Baumann hat seine erste Junioren-EM im Visier.
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