Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel DJ Andy Düx: „Das Gemeinschaftsgefühl ist das Wichtigste“

DJ aus Mainz: Andy Düx
DJ aus Mainz: Andy Düx

Andy Düx ist DJ und betreibt seit über 28 Jahren einen Plattenladen mit rund 5000 Platten. Der Mainzer lebt für die Musik. Am Sonntag legt er im Hof der Zweibrücker Eventhalle am Flugplatz auf. Es ist – abgesehen von ein paar Streams – seine erste Session mit Publikum seit dem aktuellen Lockdown.

In Zweibrücken, in verschiedenen Locations, war er schon etwa zehn Mal. Mit nicht immer allzu positiven Erinnerungen. Im Interview mit der RHEINPFALZ verrät Düx, wie seine Leidenschaft fürs DJ-Dasein durch eine Tanzschule geweckt wurde. Und, wie er nach einer Nacht voll heißer Beats abschalten kann.

Andy, es ist am Sonntag deine erste DJ-Session seit dem aktuellen Lockdown. Jetzt wieder vor Leuten spielen zu können – wie fühlt sich das an?
Es ist jetzt kein besonderes Gefühl. Ich seh so langsam halt das Licht am Ende des Tunnels, weil immer mehr Leute sich impfen lassen. Je mehr Leute sich impfen lassen – desto schneller werden wir wieder hinterm DJ-Pult stehen. Das ist jetzt ein erster Schritt. Du spielst was, und die Leute können deine Musik hören, und haben ein bisschen Spaß. Aber wir sind noch nicht da, wo wir hinmüssen.

Hast du dir was Spezielles für Sonntag überlegt? Was erwartet die Zuschauer?
Ich sag mal so – ich mach mein Ding. Ich werde neue Tracks aus dem Jahr spielen, die ich einfach gut finde, und die aus den letzten zwei, drei Monaten sind. Wenn ich das dann spiele – es ist ja nicht so, dass die Leute dann ausrasten. Da sind wir ja noch ganz weit entfernt. (Bezogen auf die Corona-Abstandsregeln, Anm. d. Red.) Eher kommt mir das jetzt so vor, wie wenn ich vor Jahren im Palazzo war. Da wird ein bisschen Chillout gespielt, und die Leute haben einfach in der Ecke oder an der Seite rumgesessen – und der DJ hat die Leute eben ein bisschen nett unterhalten. Das ist ja momentan das Äußerste, was gemacht werden kann.

Das tut doch auch ein stückweit weh, dieses Abgespeckte?
Ja. Es ist halt nervig, klar.

Ist das dann auch für dich ein anderes Gefühl, wenn du hinterm DJ-Pult stehst – ohne die tanzenden Leute? Macht das einen Unterschied für dich?
Also, grundsätzlich ist das für mich alles dasselbe. Das einzige, wo ich mich wirklich drauf freue, ist, dass ich Menschen, Freunde, die du seit Monaten nicht mehr gesehen hast, wahrscheinlich dann wieder siehst. Das ist das gute Gefühl an dem Tag. Das Gemeinschaftsgefühl – das ist der wichtigste Punkt an der Sache.

Welchen Stil legst du grade besonders gerne auf?
Im Moment, und trotz Corona, hab ich das Gefühl, dass ich vor allem Lust hab auf neue Sachen. Seit zwei, drei Jahren hab ich mein Classics-Programm völlig neu umstrukturiert. Früher hab ich wirklich nur die „Real Classics“ gespielt (also die originalen Platten, die in den 80ern/90ern rausgekommen sind). Aber mittlerweile gibt es so viele Tracks von früher, die im Remix richtig gut gemacht sind – ob das jetzt „La La Land“ ist, oder „Age of Love“. Das muss dann aber nah am Original sein – also jetzt nicht zerstückelt. Sondern, wo man gleich erkennt: Aha, das ist das Lied. Das werde ich aber am Sonntag natürlich nicht machen. Da stehen Sachen aus dem Jahr auf dem Programm.

Und was hörst du privat? Zum Abschalten?
Meistens ist es so gewesen, dass ich gesagt hab: Ich hör gar keine Musik mehr (lacht). Ich schalte einfach ab, indem ich nix hör. Da bin ich einfach ein bisschen lustlos. Im Moment finde ich es ganz nett, eine Linkin Park-CD im Auto zu hören. Aber zuhause nichts.

Wie hast du fürs DJ-Dasein Feuer gefangen?
Das ist ganz witzig. Ich war mit 15 in der Tanzschule, und da gab“s halt immer sonntags die Teenie-Disco (lacht). Da fand ich es immer interessant, dass da ein DJ stand und hat Musik gemacht. Dann hab ich mich meistens nebendran gestellt und zugeguckt, was der macht. Ich hab ihn dann mal gefragt, wo es die Musik gibt, die er spielt. Und in diesem Schallplattenladen hab ich sogar auch angefangen zu arbeiten.

Wie schaltest du nach einer Nacht voller Beats ab – wenn du heimkommst?
Ich hab da eigentlich nie Probleme damit. Meistens ist das so, dass ich meine – ich sag mal, nie zu viel – zwei, drei Bier trinke, und einen Jägermeister, und dann passt das. Meistens ist das so, dass wenn ich nach Hause komme, dann einfach müde bin, dann noch ein bisschen Fernsehen gucke und dabei einschlafe (schmunzelt).

Welche Erinnerungen hast du an vergangene Auftritte in Zweibrücken?
Ich war bestimmt schon um die zehn Mal dort. Oft auch im ehemaligen Ypsilon, da hab ich glaub ich auch zum ersten Mal in Zweibrücken aufgelegt. Das war ja früher recht entspannt – da waren ganz lustige Partys. Da hatte ich schon Auftritte in den 90ern. Das letzte Mal, als ich im Ypsilon war, fand ich ganz schlimm. Da waren zwei Floors, und im einen war Hip Hop. Es macht halt einfach keinen Sinn. Du kannst nicht Hip Hop machen, und direkt daneben Techno.

Was machst du grade so privat, wenn du nicht grade auflegst und im Plattenladen bist?
Momentan kümmere ich mich um meinen Garten und gucke, dass das nicht zu wild aussieht. Das hab ich in letzter Zeit ein bisschen schleifen lassen.

Info

  • Sonntag, 6. Juni, 13.30-22 Uhr

    Elektronischer Biergarten

    Zweibrücken, vor der Eventhalle, Flugplatz

    Eintritt: zehn Euro

  • DJs: Andy Düx (Mainz), Der Tonlehrer (Bitburg), Bazeball (Kaiserslautern), Holger Heber (Kaiserslautern), Andy Oaks (Kaiserslautern), Housemaker (Landau), Schreck (Zweibrücken), Lennard Sparx (Zweibrücken)
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