Zweibrücken
Dieter-Kruber-Halle: Wie der Sanierungsstau das Herzstück des LAZ belastet
Kennen Sie das? Wenn Sie Besitzer eines Eigenheims oder einer anderen Immobilie sind, bestimmt. Die Liste der Dinge, die man instandhalten, renovieren, restaurieren, erneuern oder sogar modernisieren kann oder sollte, reißt einfach nicht ab. Und streicht man oben auf der Liste mal was als erledigt ab, kommen unten gefühlt wieder zwei neue Baustellen hinzu. Besonders bei älteren Häusern ergibt sich so häufig ein Sanierungsstau.
Die Halle des LAZ Zweibrücken, seit 2006 nach dem LAZ-Gründer und Ideengeber Dieter Kruber benannt, ist noch gar nicht so alt, noch ein Twen, also in den Zwanzigern. 1997 erbaut, 1998 eingeweiht, marschiert die vereinseigene Trainingshalle, die auf einem Erbpachtgrundstück der Stadt steht, jetzt stramm aufs 30. Lebensjahr zu. „Sie ist unser Wohnzimmer, wo Weltmeister und Jugendliche zusammen 24 Stunden am Tag trainieren können“, sagt Alexander Vieweg, geschäftsführender Vorstand des LAZ Zweibrücken (mit Holger Passauer und Alexander Gakstädter). „Die Halle ist für die Sportler ein Segen. Für den Vorstand ist sie manchmal auch ein Fluch und eine große Bürde“, stellt Vieweg fest.
Dach und Heizung marode
Seit 2012 ist der 39-Jährige, der mit seiner vierköpfigen Familie in Homburg wohnt, beim LAZ in der Verantwortung. Der frühere Speerwerfer (Bestweite 83,26 m) – U23-Europameister 2007, U20-Vize-Euromeister 2005, Olympia-Teilnehmer 2008 – hat das quasi von LAZ-Gründer Dieter Kruber vorgelebt bekommen und später so fortgeführt.
Die Halle „dürfte es so eigentlich gar nicht geben“, sagt Vieweg. Nur dank des hohen persönlichen Engagements von Dieter Kruber war sie überhaupt realisiert worden. Dass sie durchaus ein problematisches Erbe ist, gibt er aber unumwunden zu. Auch unlängst bei der Wahlarena Ende Oktober, als Politiker der verschiedenen Parteien der rheinland-pfälzischen Landesregierung in der Dieter-Kruber-Halle über die Infrastruktur des Sports im Bundesland diskutierten. Die Halle ist 2600 Quadratmeter groß, im Sprintschlauch vier Meter, im Stabhochsprungschlauch 11,50 Meter hoch. Sie verschlingt einen hohen fünfstelligen Betrag im Jahr für den Strom-, Gas- und Wasserverbrauch – auch weil sie in die Jahre gekommen ist.
Das Dach ist sanierungsbedürftig; wenn’s regnet, stehen an vielen Stellen der Halle Eimer, die das Wasser auffangen. Die damals verbauten zwölf Heizelemente unterm Dach sind nicht mehr effektiv genug. Zudem sind für die in Osteuropa gebauten Elemente Ersatzteile kaum noch, zu bekommen, schon gar nicht mehr zu erschwinglichen Preisen. Die Drainage und die Regenrinne an der Seitenwand zum Kunstrasenplatz sorgen für Feuchtigkeit an der Innenwand, die aber nur Salzflecken und keinen Schimmelbefall hinterlassen. Das sind derzeit die dringlichsten Baustellen.
Eine Baustelle selbst erledigt
Eine Baustelle hat das LAZ zwischenzeitlich selbst erledigt. „Vor vier Jahren haben wir, mit einem Hubsteiger, die 400 Leuchtstoffröhren selbst gegen LED-Lampen ausgetauscht“, berichtet Alexander Vieweg, der sich von Berufs wegen mit dem Bauen durchaus auskennt: Seit sechs Jahren arbeitet er bei der Firma Werko-Hauskonzept in Zweibrücken. Nach drei Jahren habe sich die Maßnahme mit den LED-Lampen bereits amortisiert, weil die dafür erforderlichen Stromkosten deutlich gesunken sind.
Doch damit ist es nicht getan. „Wir haben eine gute Unterstützung, um die Halle hier am Laufen zu halten. Das geht nur mit Förderung, ist aber immer zweckgebunden. Der Großteil geht fürs Betreiben und die Instandhaltung drauf“, sagt Vieweg, und: „Da können wir keine großen Sprünge machen.“
Da es dem Verein finanziell zwischendurch nicht gut ging, habe man sich der Halle nicht immer so finanziell widmen können, wie es nötig gewesen wäre, weiß Vieweg. Einmal sah die finanzielle Lage besser aus: 2018 reichte der Verein mit 500 Mitgliedern einen ersten Förderantrag ein, um den Kraftraum zu erweitern und wichtige Sanierungsmaßnahmen anzugehen. 2,8 Millionen Euro waren veranschlagt, Zusagen von Bund und Land gab es schon, in Berlin stand die LAZ-Halle auf Position eins der Prioritätenliste.
2026 soll’s losgehen
Doch dann warf die Corona-Pandemie das alles über den Haufen. „Wir haben dann das Geld aus den Rücklagen lieber in unsere Athleten gesteckt, damit die weiter ihren Sport betreiben können“, erzählt Vieweg. Die Firma Nike habe beispielsweise damals alle Sponsorenverträge gekündigt.
Jetzt gerade lese er wieder intensiv Förderanträge, die bis spätestens Januar 2026 eingereicht werden müssen, so Vieweg. Dach, Heizung, Drainage – das alles soll dann mit einer Million Euro im kommenden Jahr saniert werden. Der Eigenanteil des Vereins beträgt 130.000 Euro. „Wir müssen kreativ sein und ein gutes Paket schnüren“, weiß der LAZ-Chef. „Wir wollen und müssen die Halle am Leben erhalten und auch mit Leben füllen. Dafür wollen und müssen wir 2026 aber auch in die Umsetzung gehen“, fordert er.