Zweibrücken
Diese Entwicklungen in der Zweibrücker Industrie machen Mut
Wenn Landwirte neues Großgerät für ihren Fuhrpark benötigen, wird’s oft teuer. Bei Mähdreschern oder Feldhäckslern, wie sie bei John Deere in Zweibrücken hergestellt werden, ist man schnell mit einem sechsstelligen Betrag dabei. Maschinen aus zweiter Hand sind auf dem Markt hingegen rar – vor allem, wenn die Gebrauchten wirklich verlässlich sein sollen, damit sie nicht mitten in der Ernte schlapp machen. Bei John Deere hat man das erkannt: Aus einer guten Idee, die Klaus Kellner im Zweibrücker Werk vor einigen Jahren hatte, ist bei dem Industriekonzern jetzt ein weltweit ganz neues Geschäftsmodell erwachsen. Das Unternehmen kauft gebrauchte Landmaschinen aus eigener Herstellung zurück und saniert sie in Zweibrücken. Auf diese Weise entstehen so gut wie nagelneue Geräte, die aber nur einen Teil des Neupreises kosten. So erschließt John Deere nun auch Kunden, die sich Maschinen dieses Herstellers bislang nicht leisten konnten. Die verlängerte Lebensdauer macht die Erntefahrzeuge nachhaltiger und schont Ressourcen. Alles das sorgt am Standort Zweibrücken nicht nur für einige neue Arbeitsplätze, sondern trägt auch dazu bei, die schon vorhandenen noch zukunftssichererer zu machen. Und das ist doch mal eine gute Nachricht für eine Region, die zuletzt so viele Hiobsbotschaften zu verdauen hatte. Etwa bei Autozulieferern wie Bosch, ZF oder Voit.
Ein anderes Beispiel: Nachdem die gut 120 Jahre alte Zweibrücker Firma Pallmann schon seit 2017 Teil des international agierenden Konzerns Siempelkamp ist, trägt sie dessen Namen seit einigen Tagen nun auch offiziell. Pallmann heißt jetzt also Siempelkamp. Traditionalisten mögen das bedauern – entscheidend ist aber, dass bei dem Zweibrücker Unternehmen für Zukunftssicherheit gesorgt ist.
Und Tadano? Dort scheint man sich nach Monaten der Krise, Entlassungen, Arbeitskämpfe und Werksschließung mittlerweile aus dem Allergröbsten heraus zu bewegen. Ungebrochen ist das rege Kundeninteresse, das Tadano mit seinem neuen Großkran CC 78.1250-1 erregt. Und das bisherige Tadano-Werk auf dem Wallerscheid? Der benachbarte Betrieb Kubota ist froh, dass er die Fabrik kaufen konnte. Schließlich ist Kubota auf mehr Platz für die angepeilte Verdopplung seiner Baumaschinenproduktion bis 2030 angewiesen. Noch eine gute Nachricht.