Zweibrücken Die Wochenend-Kolumne: Ich bin der Meinung, dass ...

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Wie jedes Unternehmen und jede Organisation hat auch jede Bank einen Chef. Bei Banken heißt der Chef Vorstand. Die Volksbank Kaiserslautern leistet sich gleich fünf davon. Das sind im Vergleich außerordentlich viele. Die meisten anderen Banken im Land kommen mit zwei Vorständen aus, zum Beispiel die Kreissparkassen Kusel, Kaiserslautern, Donnersberg und die Volksbanken in Neustadt, Trier und Koblenz. Wenn sich die Volksbank Kaiserslautern fünf sicherlich ordentlich bezahlte Chefs leisten kann, dann muss es ihr ja besonders gut gehen, sprich: Sie muss viel Geld verdienen. Könnte man denken. Aber das scheint nicht der Fall zu sein. Denn die Volksbank Kaiserslautern schließt in den nächsten Wochen nicht nur ihre Filiale in Wallhalben, sondern gut ein Drittel ihrer Standorte. Sprich: In der Filiale, in der früher Menschen arbeiteten, stehen künftig nur noch Automaten. Oder: Wo es zuletzt sowieso nur Automaten gab, ist künftig gar nichts mehr. Das ist ein radikaler Schnitt. Die Bank begründet ihn mehr oder weniger ungeschminkt damit, dass sich die Filialen nicht mehr rentieren. Sprich: Sie kosten mehr als sie einbringen. Das mag so sein. Allerdings: Die Genossenschaftsbanken leben wie die Sparkassen von der Verwurzelung in der Region. Wenn sie sich aber zu sehr aus der Fläche in ihre Hauptstellen zurückziehen: Aus welchem Grund sollen dann Kunden, die auf dem Land und nicht in der Stadt wohnen, ihrer Bank treu bleiben? Diese Frage muss sich die Volksbank, müssen sich alle Sparkassen und regionalen Genossenschaftsbanken stellen. Wobei die Volksbank Kaiserslautern schon recht ungeniert vorgeht. Vor nicht einmal einem Jahr ist sie durch eine Fusion der VR-Bank Westpfalz und der Volksbank Kaiserslautern-Nordwestpfalz entstanden. Damals versprachen die beiden, dass durch die Fusion alles besser werde. Zitate gefällig? Es entstehe „eine Heimatbank, die für ihre Mitglieder und Kunden echte Mehrwerte gegenüber dem Status quo bieten“ werde. Der Kunde in Wallhalben und anderswo fragt sich, worin dieser Mehrwert nun für ihn besteht. Vor Jahresfrist versprachen die Bank-Vorstände auch, dass der Maßstab bei der Fusion dieser sei: „Der Mensch im Mittelpunkt. Dafür stehen wir persönlich ein.“ Das klingt heute in den Regionen, aus denen sich die Volksbank zurückzieht, wie Hohn. Die fusionierte Bank hat nicht einmal die Schamfrist von einem Jahr eingehalten, um von ihren vor der Vereinigung gegebenen Zusagen abzuweichen. Künftig unterhält sie im gesamten Kreis Südwestpfalz nur noch drei Filialen mit Personal, im Kreis Kusel nur noch eine einzige, im Donnersbergkreis nur noch drei. Das ist ein radikaler Rückzug aus den Randzonen des Geschäftsgebiets – in den Raum Kaiserslautern. Seite 5 Käshofen zählt zu den vier schönsten Dörfern in Rheinland-Pfalz! Es hat beim Dorf-Wettbewerb des Landes eine Gold-Medaille gewonnen. Das ist auch deshalb ein großartiger Erfolg, weil es beim Dorf-Wettbewerb schon lange nicht mehr in erster Linie um Schönheit geht, sondern um die Zukunftsfähigkeit des Ortes. Käshofen hat zwar keinen Kindergarten mehr, keine Schule, keine Wirtschaft und auch kein Lebensmittelgeschäft, trotzdem ist Käshofen kein Schlafdorf, sondern die Dorfgemeinschaft funktioniert. Käshofen zählt viele Anwesen, die liebevoll, ländlich und einfach sehr schön gestaltet und gepflegt sind. Da sieht man, dass da Menschen leben und arbeiten, die mit Herz und Verstand ans Werk gehen. Und das betrifft nicht nur die privaten Anwesen, sondern auch die Gemeinschaftseinrichtungen. Ein Dorf, in dem man gerne lebt. Davon gibt es im Zweibrücker Land vergleichsweise viele. Und der Erfolg Käshofens wird die anderen ermutigen, den „Käsis“ auf den Fersen zu bleiben. Seite 3

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