Zweibrücken Die Wochenend-Kolumne: Ich bin der Meinung, dass ...

Vor einer Woche habe ich an dieser Stelle die Meinung vertreten, dass die Autobahn 6 zwischen der Landesgrenze und dem Neunkircher Kreuz schlampig asphaltiert wurde. Gleich am Montag rief mich ein Leser an und sagte, das sei nicht nur auf der Autobahn, sondern auch im Zweibrücker Land häufig so. Die Ortsdurchfahrt Bechhofen, immerhin eine Landesstraße, sei zum Beispiel sehr schlecht repariert worden. Zwischen der Ortsmitte, also wo der Jungferbach in den Lambsbach mündet, und dem Ortsausgang sei die Rosenkopfer Straße, an der Kirche und der Feuerwehr vorbei, eine einzige Holperstrecke. Nicht viel besser die Straße in Käshofen. Zumindest zwischen der Ortsmitte und dem Wasserturm sei die Höhenstraße vor gar nicht langer Zeit so schlecht erneuert worden, dass man sich darüber nur ärgern könne. Ich fahre beide Strecken hin und wieder, aber mir war das gar nicht aufgefallen. So sehr gewöhnt man sich an den schlechten Zustand unserer Straßen. Deshalb bin ich am Mittwoch die Strecke mal bewusst gefahren – und bin zu dem Ergebnis gekommen: Unser Leser hat Recht. In Käshofen fährt man über breite Flickstreifen. Vom Gefühl her ist das ähnlich wie früher auf der Autobahn 6 nach Kaiserslautern. Da war die Autobahn aus Beton, und gefühlt alle zehn Meter kam eine Teernaht, so dass das Auto Richtung Kaiserslautern im Rhythmus Bubbubb-Bubbubb-Bubbubb hoppelte. In Bechhofen befindet sich die komplette Ortsdurchfahrt in einem schlechten Zustand. Alles Flickwerk. Man kann gar nicht unterscheiden, welche Flicken neueren Datums sind und welche schon vor längerer Zeit aufgebracht wurden. Schlechte Straßen halten Raser vom Rasen ab. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber die andere Seite ist: Wenn unser Staat schon Geld ausgibt, um Straßen komplett zu erneuern oder nur zu reparieren, dann sollten diese Arbeiten auch ordentlich und sorgfältig ausgeführt werden, damit’s lange hält. Heute wird ja nicht mehr geteert, sondern asphaltiert. Doch am Material kann es nicht liegen, dass es der Arbeit an Güte mangelt. Unser Leser hatte nämlich auch ein positives Beispiel auf Lager. Er sagte: „Fahren Sie mal in Homburg die Straße am alten Eisenwerk vorbei.“ Die sei glatt und sauber wie geleckt. „Wenn man will, geht’s also.“ Also sollten die saarländischen Verantwortlichen für die Erneuerung der A 6 an Homburg entlang sowie die Pfälzer, die in Bechhofen und Käshofen gewerkelt haben, mal einen Betriebsausflug zum alten Eisenwerk in Homburg machen, damit es in Zukunft besser klappt. Und noch mal auf die Autobahn. Kaum hatten die Saarländer die A 6 zwischen Waldmohr und dem Neunkircher Kreuz erneuert, die Verengungen und Baustelleneinrichtungen abgebaut und freie Fahrt signalisiert, da staute sich der Verkehr in Richtung Saarbrücken schon wieder. Täglich. Zumindest am Freitag vergangener Woche und diese Woche am Montag, am Dienstag und am Mittwoch war nur die Überholspur frei. Und weshalb? Die Saarländer geruhten, in der Böschung an der Autobahn Äste zurückzuschneiden und kleinere Bäumchen zu entfernen. Auch wurde offenbar ein wenig gemäht. Alles in Handarbeit. Man sah drei Männer mit Motorsäge und Astschere hantieren, wenn nicht gerade Pause war und gar keiner zu sehen war. Wer solche Arbeiten für die Hauptverkehrszeit anordnet, der muss ein sonniges Gemüt haben oder einen anderen Arbeitsweg. Die A 6 zählt zu den am stärksten genutzten Autobahnen. Seit dem Ende des Ostblocks ist die A 6 die wichtigste West-Ost-Autobahn in Europa. Wenn da auf einer Strecke von vielleicht tausend Metern Bäumchen zu entasten sind, dann macht man das, wenn die Straße wegen der Baustelle eh gesperrt ist. Wenn das nicht geht, dann können solche Arbeiten auch innerhalb von ein paar Stunden erledigt sein.