Oberauerbach
Die Ortsvorsteherkandidaten im Porträt: Jörg Wagner (parteilos)
Jörg Wagner erfuhr von der RHEINPFALZ, dass er zur Wahl zugelassen wurde. Grund für seine Bewerbung sei Andreas Hüther gewesen. „Mir hat seine ruhige, konkrete und verbindliche Art imponiert. Daran möchte ich anknüpfen“, sagt der Verwaltungsbeamte, der der Liebe wegen nach Oberauerbach zog. Dass ihn vorab wohl niemand auf dem Schirm hatte, sieht Wagner nicht als Nachteil. „Im Gegenteil: Ich denke, ich habe einen anderen Blick auf die Dinge – gerade weil ich kein Alteingesessener bin.“ Wagner wirbt nicht mit Plakaten und Flyern für seine Wahl. „Mein bescheidenes Wahlkampfbudget spende ich zu gleichen Teilen der Tierauffangstation Maßweiler und dem Zweibrücker Tierheim.“ Stattdessen betreibt er Haustürwahlkampf. „Bis 13. September, dem Wahltag, möchte ich an jeder Haustür gewesen sein.“
Volleyballfeld und Lebensmittelautomat
Wie seine Kontrahenten um das Ortsvorsteher-Amt betont er die Wichtigkeit von schnellem Internet, Verkehrsberuhigung und einem modernisierten Dorfbrunnen. „Das sind Dinge, die wichtig, aber bereits entschieden sind, für die Geld bereitsteht“, so das „bekennende Landei“, wie sich der aus Pirmasens stammende Wagner selbst bezeichnet. Unter anderem will er Orte schaffen, die von allen Oberauerbachern genutzt werden können. So schwebt ihm ein Rohstoffsammelplatz vor, eine Art Tauschort für Steine, Holz oder anderes Baumaterial. „Jeder hat daheim etwas rumliegen, was er nicht mehr braucht. So können Rohstoffe im Umlauf bleiben.“ Ein Platz dafür müsste noch gefunden werden. Teile der Grünflächen Oberauerbachs könnte man mit Erdbeeren, Kräutern, Salaten oder Blumen bepflanzen, zudem möchte er sich für einen Lebensmittelautomaten im Vorort einsetzen („einen Tante-Emma-Laden gibt es nicht mehr“) und für eine Ladesäule für E-Autos. Gerade letzteres sei ein ambitioniertes Vorhaben, aber „man kann auch private Sponsoren für so ein Projekt suchen“, sagt er mit Blick auf das begrenzte Vorortbudget.
Der Vater dreier Kinder – zwei Kinder brachte seine Frau mit in die Ehe – und Halter zweier Landschildkröten ist arbeitet beim Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz in Saarbrücken. „Ich kenne die Prozesse der Bürokratie, weiß wie Verwaltung funktioniert“, betont er. In seiner Freizeit treibt er gerne Sport. Deshalb überrascht es kaum, dass er sich als Spielort und Treffpunkt ein Beach-Volleyballfeld auf dem Spielplatz vorstellen kann. Um die Dorfgemeinschaft zu stärken, plant er die „Oberauerbach Open“, einen sportlichen Wettkampf, ins Leben zu rufen.
Zum Sport gehört auch eine gesunde Ernährung. Wagner hat die Idee, ein besonderes Vollkornbrötchen backen zu lassen – von wem, ist noch offen. Der Orleknorze oder Oberauerbachtaler solle mit Zutaten aus der Region hergestellt werden und eine Marke in der Region werden.