Umfrage zum WM-Aus für Deutschland
„Die Nationalelf ist zu alt“
„Ich habe das Spiel geschaut, aber eigentlich mit einem Einzug ins Achtelfinale gerechnet“, sagt der Zweibrücker Roland Stauder. Zum Hintergrund: Ein Sieg Deutschlands gegen Costa Rica hätte dazu nur beigetragen, wenn gleichzeitig Spanien gegen Japan gewonnen hätte. Das war nicht der Fall. „Die Leistung der Deutschen war aber in allen drei Spielen schlecht. Für die Bundesliga sind das gute Spieler, aber nicht für ein solch hochrangiges Turnier“, findet Stauder. Für den Zweibrücker ist die Abwehr der wunde Punkt des Teams, gleichzeitig hätten die Spieler eine etwas hochmütige Einstellung. „Und Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.“
Der Saarbrücker Sascha Schwarz ist Mitglied im örtlichen BVB-Fanclub, mit den Spielen der Nationalmannschaft kann er aber nichts anfangen. „Ich hatte weder Zeit noch Interesse, mir das Spiel gegen Costa Rica anzuschauen“, sagt Schwarz. Knackpunkt der DFB-Jungs laut Schwarz: Wille und Teamgeist ließen im Gegensatz zur WM 2014 stark zu wünschen übrig. „In Katar hätte man sich zudem mal mehr auf den Fußball konzentrieren sollen“, ergänzt der Saarbrücker.
Heiko Saberatzky hat das Fußballspiel nicht geschaut, aber das Ergebnis mitbekommen. „Ich hatte keine Zeit. Bei mir hat derzeit der Weihnachtsmarkt Priorität eins.“ Dass die Deutschen raus sind, kommentiert Saberatzky typisch Pfälzisch mit: „Jo alla!“. Es sei nicht das erste Mal, dass die DFB-Elf so früh aus dem Turnier ausscheidet, für Saberatzky liegt vieles am Team und am Spielverlauf. „Die wachen immer viel zu spät auf. Und dann fahren zu viele alte Spieler mit“, findet Saberatzky. Eine junge Mannschaft, von der Pike auf großgezogen, würde der Nationalmannschaft gut tun, findet der Zweibrücker.
„Wenn ich mir die WM-Spiele der Deutschen so anschaue, sehe ich die ohnehin nicht im Achtelfinale“, sagt Michael Wolf. Beim Team habe „das gewisse Etwas“ gefehlt, findet der Zweibrücker, die Gegner hätten es leicht gehabt, Tore zu schießen, die deutsche Defensive sei schlecht. „Mir fallen keine drei guten Stürmer ein, die hätten mitfahren können“, sagt Wolf. Auch er findet, dass der DFB ein neues, junges Team von Grund auf ausbilden und dabei alle Positionen besetzten muss.
Der Franzose Manuel Freyermuth aus Saargemünd ist nicht schadenfroh, dass seine National-Elf weiter ist und die deutsche nicht. „Ich bin da schon etwas traurig drüber“, sagt er. Als ehemalige Fußballspieler berichtet Freyermuth, dass bei Vorrunden in solchen Turnieren bereits das erste Spiel entscheidend sei. Dabei Punkte zu verdienen, sei fast schon essenziell, um in die KO-Runde gestuft zu werden. Die französische Nationalmannschaft habe einen großen Vorteil: Im Gegensatz zu Deutschland, so Freyermuth, seien alle wichtigen Posten mit guten Spielern besetzt. Und für verletzte Top-Spieler sei Ersatz gefunden worden. „Ich gebe aber zu, dass ich überrascht war, dass das französische Team so gut war“, ergänzt Freyermuth.
Ruth Stegner aus Dietrichingen sagt, dass es bei der Weltmeisterschaft keine schlechten Teams mehr gebe – anders als noch vor einigen Jahren, als immer südamerikanische und europäische Mannschaften gewannen. „Alle sind viel stärker geworden. Spanien hat sich gegen Japan auch nicht so leicht getan“, so Stegner. Dass die Deutschen erneut in der Vorrunde rausgeflogen sind, findet die Dietrichingerin schade. „Ich hätte die schon gerne weiter gesehen.“ Und auch Stegner ist der Meinung, dass die National-Elf zu viele zu alte Spieler hat. „Wäre ich der Flick, hätte ich mehr junge Leute spielen lassen.“