Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel „Die loyalste Truppe, die je beim SV Bottenbach gespielt hat“

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr zum 90-jährigen Bestehen des SV Bottenbach erlebt Spielertrainer Patrick Veith (rechts, mit ausges
Ausgerechnet im Jubiläumsjahr zum 90-jährigen Bestehen des SV Bottenbach erlebt Spielertrainer Patrick Veith (rechts, mit ausgestrecktem Arm) mit seinen Jungs die sportliche größte Misere der vergangen Jahre. Hier dirigiert er sein Team im Spiel gegen den SV Battweiler II bei einer gegnerischen Ecke.

Die Saison 2025/26 haben sie sich beim SV Bottenbach ganz anders vorgestellt, als nach 16 Spieltagen immer noch ohne Punkt dazustehen.

Der Anfang der derzeitigen sportlichen Misere beim Tabellenletzten der B-Klasse Pirmasens/Zweibrücken West hatte seinen Ursprung schon Ende der vergangenen Runde, wie Spielertrainer Patrick Veith im Gespräch mit dieser Zeitung offen darlegt.

Seit 2018 gehören die Fußballer wieder der B-Klasse an und spielten eigentlich immer solide Spielzeiten. Das Faustpfand beim Dorfclub seit jeher: der Zusammenhalt, die Kameradschaft und größtenteils auf einheimische Jungs zu bauen. „Ein Hauptfehler, der zur jetzigen Situation geführt hat, war einfach, dass zuletzt immer wieder ganze Gruppen an neuen Spielern geholt wurden. Die kommen als Ganzes und gehen so auch wieder“, kritisiert Veith.

„Wenn zehn Spieler inklusive Trainer zwischen dem sechst- und achtletzten Spieltag mitteilen, dass sie im Sommer weggehen, obwohl sie im Winter noch zugesagt hatten, eine weitere Saison hierzubleiben, ist die Planung komplett dahin“, moniert der 36-Jährige. „Wenn man loyal ist, steht man auch zu seinem Wort“, verdeutlicht er sein eigenes, anderes Anspruchsdenken.

Der große Umbruch im Sommer

Im Sommer musste bei den Bottenbachern daher wieder ein größerer Umbruch als geplant umgesetzt werden. Inklusive eines neuen Trainers, den der SVB in Michael Hahn fand. Als Unterstützung wurde ihm der mit ordentlich Stallgeruch behaftete Patrick Veith als Co-Trainer zur Seite gestellt. „Das hat sportlich nicht gepasst, mehr möchte ich dazu nicht sagen. Ich bin dann praktisch mit dem ersten Spieltag alleiniger Spielertrainer geworden“, erläutert der Ur-Bottenbacher. Eine Herzensangelegenheit für Veith, der SVB ist sein Jugendverein.

Es ist seine mittlerweile 13. Saison hier. Der Elektrotechnik-Meister hatte keine Angst vor der Aufgabe und ist sie trotz der sportlichen Null-Punkte-Misere und eines Torverhältnisses von minus 110 (16:126) auch nicht müde oder resigniert. „Aufgeben ist bei uns keine Option. Ganz im Gegenteil, wir sind im Aufbau“, sagt er. Er macht das auch daran fest, dass seine Mannschaft bislang noch kein Spiel abgesagt hat. „Ich habe momentan mit die loyalste Truppe, die es beim SVB bislang gab. Die Jungs sind einfach immer da, auf die kann ich bauen. Menschlich enttäuscht hier keiner, auch wenn da viele dabei sind, die jahrelang keinen Fußball mehr oder noch überhaupt nicht in einem Verein gespielt haben. Da fehlt der Rhythmus und alles, was dazugehört“, stellt er fest.

Trainer sieht viel Potenzial

„Es hört sich vielleicht komisch an, aber wir stehen aufgrund dessen, was wir abliefern, berechtigterweise am Tabellenende. Doch ich sehe viel mehr Potenzial, als in der Tabelle unten drinzustecken. Es muss halt mal vom Kopf in die Füße und dann auf den Platz. Das geht nur in sehr kleinen Schritten voran und braucht noch Zeit. Aber die grundsätzliche Stimmung ist genau das Gegenteil vom Sportlichen.“

Bei 22 Kaderspielern kann er laut eigener Angabe durchschnittlich 13 Akteure im Training begrüßen. „Klar, es ist nicht einfach, immer wieder Spiele zu verlieren. Da hat anfangs der Frust durchgeschlagen, wobei zwischendurch auf dem Platz harte Worte gefallen sind“, will der Spielertrainer nichts verheimlichen. „Das haben wir abgestellt. Bei allem Frust und Ärger pushen wir uns weiter. Wir gehen sachlich und helfend miteinander um, da ist nichts unter der Gürtellinie.“ Der 36-Jährige fühlt sich wohl in seiner Aufgabe, stünde bereit, ligaunabhängig diesen Weg als Spielertrainer weiterzugehen. Mit einzelnen Kandidaten als Winterzugang wurde sich auch schon unterhalten. Spruchreif sei noch nichts, denn im Winter muss die Freigabe des abgebenden Vereins eingeholt werden, und das passiert zumeist erst in der spielfreien Phase.

Das für Sonntag (14.30 Uhr, Rasenplatz an der Schulstraße) angesetzte Heimspiel der Bottenbacher gegen den SV Ixheim, eine der besten Mannschaften der Liga, ist indes witterungsbedingt abgesetzt worden. Es soll am Samstag, 4. April 2026, ab 16 Uhr nachgeholt werden.

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