Umfrage
Die Leute spenden noch, aber „es ist wichtig, dass das Geld auch ankommt“
„Ganz einfach, ich spende für das Hospiz“, sagt Hansi Elsberg aus Zweibrücken. Elsberg findet die Hospiz-Arbeit sehr gut, will diese so gut es geht unterstützen. Zur Idee, dem Pirmasenser Hospiz zu spenden, kam es aus persönlichen Gründen. Und die aktuelle Inflation, drückt das die Spendenlaune? „Ich bin bei Spenden ohnehin kritisch. Ich gebe Geld, wenn ich merke, dass es okay ist. Und hier habe ich das auch persönlich erlebt.“ Zu Lebzeiten ihres Mannes hat Elsberg sehr viel Geld gespendet. „Da waren wir Großspender“, sagt sie. Besonders unterstützt sie auch die Organisation zur Heilung einer Kinder-Augenkrankheit in Afrika.
Ute Lang teilt ihre Spenden auf. „Einen Teil bekommt immer ,Ein Herz für Kinder’ von der Bild-Zeitung, dann habe ich auch schon an ,RTL hilft’ gespendet. Die Tafel in Zweibrücken bekommt immer etwas Geld. Ich verteile immer so, dass jeder etwas davon abbekommt“, sagt die Contwigerin. Vor allem spendet Ute Lang zur Weihnachtszeit. Passiert aber unter dem Jahr etwas Schlimmeres, dann gibt sie auch Geld. Beispiel: die Hochwasserkatastrophe im Ahrtal. „Mich ärgert es aber immer, wenn man liest oder hört, dass das Geld nicht ankommt“, kritisiert Lang. „Aber generell geht es uns gut, und ich habe immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Leuten, denen es schlecht geht, nichts gebe.“ Ebenso berichtet Lang, schon zweimal ein Patenkind von der Organisation „Plan“ unterstützt zu haben.
„Ich spende monatlich an ,Ärzte ohne Grenzen’“, berichtet Angelika Georgi aus Zweibrücken. An Weihnachten spendet Georgi an „Brot für die Welt“. „Mit anderen Spenden bin ich mittlerweile vorsichtig. Ich habe früher ans Rote Kreuz und andere gespendet, dann habe ich gemerkt, dass die einen großen Verwaltungsaufwand haben, einen ständig anrufen und anschreiben und so weiter“, sagt Georgi. Ihre Kritik: Spendengelder gehen dann mehr für die Verwaltung als für den eigentlichen Sinn drauf. „Ich möchte, dass das Geld ankommt!“ Wie das gut funktioniert zeigt für Georgi die Spendenaktion einer Zweibrücker Schule nach der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal, da sei gezielt an eine Schule im Ahrtal gespendet worden.
Hans Müller aus Stambach spendet an den Wünschewagen des ASB. Der Wagen erfüllt letzte Wünsche von todkranken Menschen, etwa einen Ausflug ans Meer, in den Zoo oder in die Berge. Müller ist Neuspender beim Wünschewagen, wartet auf seinen Spendenausweis. Müller hat aber auch zu vielen anderen Zwecken Geld gespendet, etwa bei der Ahrtalflut.
„Wir fahren nachher zur Tierfutterhandlung, dort kann man direkt ans Zweibrücker Tierheim spenden“, berichtet Jutta Bauer aus Meisenheim. „Wir haben vor zehn Jahren unseren Hund dort geholt, haben Spaß mit ihm, und das Tierheim braucht das Geld“, so Bauer. Es ist nicht das erste Mal, dass Bauer Geld ans Tierheim gibt, sie macht das jedes Jahr zur Weihnachtszeit.
Peter Hoffmann aus Zweibrücken spendet immer dann, wenn er Geld übrig hat. Auch in der Fußgängerzone gibt er Straßenmusikanten Geld, schaut aber immer, dass die Menschen es wirklich nötig haben und nicht offensichtlich einer Organisation angehören. „Ich spende weiterhin Geld in Maßen. So viel Rente hab ich auch nicht.“ Hoffmann spendet immer dann, wenn er das Bedürfnis hat zu helfen, wie er sagt.