Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel Die Leiden des künftigen Knopper Trainers Benny Früh

Der Fußball fehlt ihm: Spielertrainer Benny Früh.
Der Fußball fehlt ihm: Spielertrainer Benny Früh.

Benny Früh ist ein Vollblut-Fußballer. Einer, der offen seine momentane Zerrissenheit zum Ausdruck bringt. Auf der einen Seite ist der Spielertrainer des Landesligisten VfB Reichenbach und künftige Coach der SG Knopp/Wiesbach zum Nichtstun verdammt. „Wenn man fast ein ganzes Leben lang immer Fußball gespielt hat, dann fehlt da schon etwas“, sagt er.

Doch der 33-Jährige weiß die Situation richtig einzuschätzen: „In Zeiten, in denen es um die Gesundheit und Existenz von Menschen geht, ist der Fußball das Unwichtigste.“ Mit diesem Widerspruch müssen derzeit alle Fußballer leben. Wann geht es weiter? „In dieser Situation möchte ich nicht in der Haut der Entscheider stecken“, gesteht Früh. Vereine bangen um ihre Existenz, andere fürchten um die Früchte ihrer bisherigen Arbeit.

„Wir können uns als Tabellen-Achter halbwegs gemütlich zurücklehnen, aber was ist mit den Mannschaften, die sich Hoffnungen auf den Aufstieg machen?“ Der Verwaltungsfachwirt bei der Stadtverwaltung Kaiserslautern kann nachempfinden, wie sich Trainer und Spieler dieser Vereine fühlen. Die Ohnmacht ist allgegenwärtig. Der Verband versucht alles, die Spielzeit zu retten. Die Spielpläne für die restliche Saison liegen in der Schublade, die Wechselfrist wurde aufgehoben, die Vereine befragt. Noch besteht Hoffnung. Der Sommer ist lang.

Neue Termine werden nur mit Bleistift eingetragen

Die Situation macht es für Benny Früh nicht einfacher. Bereits im Herbst vergangenen Jahres hat er seinen Wechsel zur nächsten Saison angekündigt. Beim Bezirksligisten SG Knopp/Wiesbach sucht er eine neue Herausforderung. „Unser Glück ist, dass die Planungen fast abgeschlossen sind und der 20-Mann-Kader für die neue Runde bereits steht.“ Selbst Trainingspläne und Testspiele sind geplant, das Datum dazu ist aber vorsichtshalber mit Bleistift geschrieben.

Wann er sein neues Engagement antreten wird, steht in den Sternen. Bis dahin gilt sein Vertrag in Reichenbach. Wie Früh geht es derzeit wohl allen Trainern im Amateurbereich: „Wir müssen uns darauf verlassen, dass die Spieler eigenverantwortlich was machen.“ Es klingt fast flehentlich, wenn er sagt: „Fußballer, die den Fußball lieben, halten sich automatisch fit.“ Doch er weiß auch: Je länger kein Mannschaftstraining stattfinden kann, desto schwieriger wird es, die Motivation hochzuhalten. Zudem sei die Arbeit mit dem Ball am Ende das entscheidende Teil im Mosaik.

Trainerlehrgang hängt auch in der Schwebe

Doch auch Frühs persönliche Pläne könnten durcheinander gewirbelt werden: Der ehrgeizige Defensivspezialist ist für den A-Lizenz-Trainerlehrgang im Spätsommer in der Sportschule Hennef angemeldet. Niemand weiß zurzeit aber, ob der überhaupt stattfinden kann. Ausgang ungewiss. Wie so vieles in diesen Tagen.

Zur Person

Der gebürtige Lauterer Benny Früh erlernte bei der TSG Trippstadt das Fußballspielen, ehe er in der C-Jugend zum TuS Hohenecken wechselte. Als Aktiver stieg er mit dem Klub in die Oberliga auf, was ihm danach auch mit dem SVN Zweibrücken gelang. Weitere Stationen waren der SV Morlautern und Borussia Neunkirchen. Der Linksfuß bestritt mehr als 150 Oberliga-Spiele und mit dem SVN zwei im DFB-Pokal (gegen 1. FC Köln und FSV Mainz 05). Seine Trainer hießen unter anderen Matthias Hamann, Peter Rubeck und Karl-Heinz Halter. Seit 1. Juli 2014 steht Benny Früh als Spielertrainer beim VfB Reichenbach unter Vertrag, wo ihm 2017 der Aufstieg von der Bezirks- in die Landesliga gelang. In der nächsten Saison trainiert er den Bezirksligisten SG Knopp/Wiesbach.
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