Zweibrücken
Deutsche und Kanadier feiern Partnerschaft mit der Stadt Barrie
Mit militärischem Zeremoniell der kanadischen Community, die auf dem Flugplatz Ramstein zuhause ist, wurde am Freitag, 6. Mai, auf dem Zweibrücker Hauptfriedhof das Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Barrie auf eindrucksvolle Weise eingeleitet. Bei der würdigen Feier wurde deutlich, wie sehr auch Gräber – 147 sind es dort – zur Erinnerung beitragen und zugleich auch verbinden können.
Zu Beginn des Gedenkens wies Stephanie Neumüller im Namen des Deutsch-Kanadischen Clubs (DKC) darauf hin, wie sehr man sich in Zweibrücken über den Besuch der Delegation der kanadischen Stadt Barrie freue, mit der man nun seit einem Vierteljahrhundert in Partnerschaft verbunden ist. Viele seien sehr stolz auf diese Freundschaft, die von beiden Städten unterstützt werde.
Kanadisches Oberkommando interessiert
Das kanadische Oberkommando in Deutschland sei sehr an der Partnerschaft mit Zweibrücken interessiert, sagte Oberstleutnant Martin Gagne in Anwesenheit einer Fahnenabordnung. Von 1953 bis 1969 hatten sich kanadische Soldaten auf dem Zweibrücker Flugplatz für die Freiheit eingesetzt und dabei viele Kontakte mit der deutschen Bevölkerung geknüpft.
Diese seien nie abgerissen. „Es ist wichtig, sich zu erinnern – auch dass es Friedhöfe gibt, zu denen man zurückkehren kann. Zweibrücken hat einen solchen“, sagte Oberbürgermeister Marold Wosnitza. Er wies darauf hin, dass das kanadische Verteidigungsministerium für das Bestehen der Gräber, die allesamt mit Granit aus dem nordamerikanischen Land bedeckt sind, Bestandssicherheit bis 2051 geschaffen habe. Gemeinsam kümmerten sich die Stadt Zweibrücken und der Deutsch-Kanadische Club um die Gräber. „Das ist sehr wichtig für uns“, sicherte der OB zusammen mit Bürgermeister Christian Gauf und der Beigeordneten Christina Rauch zu. Bei der Gedenkfeier lagen auf jeder Grabplatte eine Rose und eine kleine Flagge mit dem Ahornblatt. Walter Rimbrecht gab mit seinen Trompetenbeiträgen dem Treffen Würde. Die Militärs wurden von einem Dudelsackspieler begleitet.
„Laut und fröhlich feiern“
Gemeinsam mit Janice Lakin, der damaligen Bürgermeisterin von Barrie, hatte der frühere Zweibrücker Oberbürgermeister Hans-Otto Streuber vor Jahren an einem kalten Tag im Mai einen Baum gepflanzt als Zeichen der Partnerschaft mit Zweibrücken. Nun, nach über einem Vierteljahrhundert, bestätigte Streuber am Rande des Festakts im Herzogsaal: „Eine großartige und herzliche Freundschaft ist inzwischen entstanden.“ Das bekräftigte auch Oberbürgermeister Marold Wosnitza in seiner Ansprache: „Ein großer Tag für Zweibrücken, für Barrie, für uns.“ Man hätte gerne früher das Jubiläum begangen, aber die Pandemie ließ dies nicht zu. Zugleich gebe das Treffen Gewissheit, dass es sich auszahlt, wenn sich Menschen um Freundschaft bemühen und gewillt seien, es dabei nicht bei Worten zu belassen.
Wosnitza erinnerte auch an die aktuellen Sorgen in Europa. „Der Nationalismus breitet sich wie ein Virus aus“, bedauerte der OB. Gerade deshalb dürfe sich jeder glücklich schätzen, wenn er Freunde zum gemeinsamen Feiern habe. „Wir müssen laut und fröhlich feiern, damit das Gebrüll der Demokratiefeinde, die uns Schranken in den Kopf setzen wollen, in ihrem, Licht verstummt“, meinte Wosnitza.
Erinnerung an Rob Warman
Die Festversammlung gedachte des im Januar verstorbenen Kanadiers Rob Warman, der sich sehr für die Städtefreundschaft eingesetzt hatte. Besonderen Dank gab es für Jean Maurice Pigeon, der den Freundschaftskreis zwischen beiden Städten maßgeblich auf den Weg gebracht hat. Dabei hatten seine persönlichen Beziehungen zu Zweibrücken eine wichtige Rolle gespielt. Der OB dankte auch der Vorsitzenden des Deutsch-Kanadischen Clubs, Stephanie Neumüller, und Christine Brunner von der Stadtverwaltung.
Neumüller würdigte „die wunderbare Partnerschaft“ und dankte den kanadischen Gästen für die Freundschaft im zurückliegenden Vierteljahrhundert. Sie würdigte auch die Verstorbenen und erinnerte daran, dass die „Rosenkinder“ schon früh für die Städteverbindung geworben haben. Gedankt wurde auch dem früheren Verkehrsamtschef Fritz Presl für dessen Engagement quer über den „Großen Teich“ hinweg.
Viele private Verbindungen
Der Sprecher der kanadischen Delegation, Bill Sergeant, erinnerte daran, dass sich die Militärs in der Garnisonsstadt Zweibrücken stets wohlgefühlt hätten. Damals seien viele private Verbindungen entstanden, die den Abzug der Kanadier 1969 überdauert haben. Mit humorvollen Anmerkungen würdigte er die Helfer der Partnerschaft und überreichte ihnen Geschenke.
Viel Lob und lang anhaltenden Beifall erntete der junge Harfenist Junias Kretschmer, der mit seinem Können die Zuhörer im Herzogsaal begeisterte und die Feierstunde zusätzlich aufwertete.
