Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Der Zweibrücker Experte für Verschleißschutz

Gleich rappelt’s in der Kiste: SV 64-Kapitän und Rechtsaußen Philipp Hammann nimmt Anlauf aufs gegnerische Tor.Er freut sich auf
Gleich rappelt’s in der Kiste: SV 64-Kapitän und Rechtsaußen Philipp Hammann nimmt Anlauf aufs gegnerische Tor.Er freut sich aufs Pfalz-Derby, auch wenn nicht so viele Fans wie sonst zugelassen sind.

Handball: Dritte Liga, Derbyzeit. Der SV 64 Zweibrücken empfängt das Spitzenteam der TSG Haßloch. 1000 Fans wären in einer Saison ohne Corona-Einschränkungen wohl garantiert in der Westpfalzhalle gewesen. Auch vor solchen Spitzenspielen hat SV-Kapitän Philipp Hammann eine Expertin in Sachen Kommunikation an der Hand.

„Es ist neben dem Duell gegen Saarlouis das Spiel, auf das ich am meisten freue“, bekennt Philipp Hammann mit Blick auf das Spiel seines SV 64 Zweibrücken. Zu Gast ist am Samstag die TSG Haßloch (Anwurf 18 Uhr, Westpfalzhalle). Weil Hammann als Kapitän die Befindlichkeiten seiner Mitspieler genau kennt, weiß er: „Das geht uns allen so.“ Nicht nur Neuzugang Tim Götz, der sich im direkten Spielmacher-Duell mit Bruder Dennis sieht, der für die TSG spielt.

Des Käpt’ns heißer Draht zum Trainer

„Wir haben aber ein gutes Verhältnis“, sagt Hammann über Dennis Götz, der auch schon eine Saison für den SV 64 spielte. Just die, als die Zweibrücker aus der Dritten Liga abstiegen und beide Duelle gegen Haßloch verloren. „Aber mit Bulli auf der Trainerbank habe ich noch kein Spiel gegen Haßloch verloren. Und das soll so bleiben“, verweist Hammann lachend auf den zurückgekehrten Trainer als Glücksbringer, der den SV in der Abstiegssaison nicht coachte.

Hammann und Stefan Bullacher, „das sind schon einige Stunde telefonieren pro Woche“, verrät der Kapitän, dass er in engem Austausch mit dem Coach steht. „Genau so verstehe ich meine Rolle als Kapitän. Als Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer“, sagt Hammann, dessen Wiederwahl unumstritten war. „Was mich natürlich freut“, bekennt der Maschinenbaustudent, der aktuell seine Master-Arbeit bei der Firma TLT in Zweibrücken schreibt. Er sei nicht der Kapitän, der die Mannschaft auf dem Spielfeld immer wieder nach vorne treibe, „ich sehe mich als Kapitän in der Rolle des Kommunikators“, sagt er. Dass miteinander geredet werde, „ist unglaublich wichtig“, weiß Hammann. Damit aus Problemchen, die in einer kräftezehrenden Saison nicht ausbleiben, keine kaum noch zu lösenden Probleme werden.

Die Regenerationsphasen werden etwas länger

Expertentipps in Sachen Kommunikation könnte sich Hammann, der aus Niederwürzbach stammt, in Zweibrücken wohnt und an der TU Kaiserslautern studiert, von Freundin Eileen Pinodi holen. Sie studiert Lehramt in Landau, Pädagogik gehört also zu ihrem Lehrplan. Mit ihr tauscht sich Hammann auch über das aus, was ihn als Kapitän beschäftigt. „Das hilft mir wirklich sehr“, schätzt er diese Gespräche. Zusammenziehen steht auf der Wunsch- und To-do-Liste der beiden weit oben. Aber Corona hat auch Auswirkungen auf die Lebensplanung. Wenn alles gut läuft, „hoffe ich Anfang nächsten Jahres mein Studium zu beenden“, sagt Hammann. Er würde anschließend gerne in der Region bleiben, „aber bedingt durch Corona hat sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt doch verändert“, weiß er. Auch für bis vor wenige Monaten noch händeringend gesuchte Maschinenbau-Ingenieure.

In seiner Master-Arbeit beschäftigt sich Hammann mit dem Thema Verschleißschutz. „Passt auch irgendwie zum Handball“, bestätigt er lachend und bekennt: „Ich merke schon, dass ich andere Regenerationsphasen brauche.“ So wie früher einfach zum Spaß nach dem Training noch mit der dritten Mannschaft kicken, „das packe ich nicht mehr“, bekennt er lachend.

Mit 25 Jahren ist Philipp Hammann bereits einer der Erfahrensten im Team. Auch deshalb weiß er: SV 64 gegen Haßloch, das ist Derby-Zeit. In einer Saison ohne Corona-bedingte Einschränkungen wäre das garantiert ein 1000-Zuschauer-Spiel. „Unsere Fans werden uns wieder so unterstützen, als wären 1000 Leute in der Halle. Die Stimmung am vergangenen Samstag war überragend“, ist Hammann aber sicher und freut sich mit seinen Teamkollegen, dass überhaupt wieder vor Fans gespielt werden darf. Corona ist bei der Mannschaft immer mal wieder Thema, wenn auch meist nur am Rande. „Wir müssen einfach abwarten, was sich wie entwickelt“, verdeutlicht Hammann, dass sich das SV-Team nicht beirren lässt.

SV-Coach Bullacher lobt TSG-Torhüter

Wie sein Trainer Stefan Bullacher hat auch Hammann den Gegner per Video genau analysiert. Beide sind sich einig: „Haßloch hat sich top verstärkt.“ Herausragend sei Neuzugang Jan Triebskorn. „Er ist einer der überragenden Drittliga-Spieler der vergangenen Jahre“, urteilt Bullacher über den Rückraum-Akteur, den sein Team in den Griff bekommen muss. Aber er ist nicht der einzige. „Mit Daniel Schlingmann haben sie seit Jahren einen der besten Torhüter der Liga, jetzt haben sie ihm noch Jan Bitz zur Seite gestellt. Ein Klasse-Duo“, lobt Bullacher. Für ihn ist klar: „Haßloch ist eine Spitzenmannschaft. Alles andere als ein Spitzenplatz am Ende dieser Saison wäre eine Überraschung.“

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