Eishockey
Der späte Outzen macht die Zweibrücker „Hornets“ glücklich
Mit einem 0:1-Spielrückstand ging der Eishockeyclub am Sonntagabend in das erste Heimspiel der Endspiel-Play-off-Serie („Best of Five“) in der Baden-Württemberg-Liga gegen die „Baden Rhinos“ des ESC Hügelsheim. Am Freitagabend verloren die „Hornets“ beim Sieger der Meisterrunde mit 1:5 (0:2, 0:0, 1:3).
„Die Hügelsheimer haben körperlich sehr intensiv gespielt. Sie haben harte Checks konsequent zu Ende gefahren, das hat uns dann doch irgendwie überrascht. Ab dem zweiten Drittel haben wir dann körperlich gegengehalten, aber zu viele unnötige Strafen kassiert“, sagte Zweibrückens Coach Ralf Wolf. Alles im allem also kein guter Abend der Gäste aus der Pfalz. 20 Strafminuten – Hügelsheim hatte 14 – sind einfach zu viel.
Noch ein alter Bekannter ist zurück
Eine Überraschung gab es schon vor dem Anpfiff: Mit Frederic Hellmann kam kurzfristig ein ehemaliger Meisterschaftsspieler und Leistungsträger in die Defensive zurück. Der 36-Jährige wurde mit Zweibrücken 2017 und 2023 Meister und hat nach der letzten Meisterschaft mit dem Eishockey aufgehört. „Frederic ist fit und hat gefragt, ob er noch mal aushelfen soll. Mir fehlten am Freitagabend die Förderlizenzspieler des ERC Mannheim wegen eines eigenen Spiels. Und da Hellmann weiterhin fit ist, haben wir zugesagt “, erläuterte Wolf. Aber auch der routinierte Verteidiger konnte die deutliche Niederlage letztlich nicht verhindern.
„Die Anfangsphase des Spiels war ausgeglichen. Da hätten wir auch in Führung gehen können. Dem ersten Gegentor ging dann unsererseits ein Stellungsfehler voraus“, merkte Wolf an. Maxim Engel nutzte auf Vorlage von Denis Majewski diese Unachtsamkeit vor 1000 Zuschauern im Baden-Airpark zur Führung für die Gastgeber aus. Drei Minuten später fiel das 0:2 durch Andy Mauderer.
0:3 war am Freitag der Genickbruch
Das zweite Drittel blieb torlos „und war blass von uns“, räumte Wolf ein. In der Mitte des letzten Abschnitts machte dann der Kanadier Tanner Ferreira in Überzahl – Zweibrückens Kapitän Stephen Brüstle saß wegen eines Stockschlags auf der Strafbank – mit dem 3:0 mehr oder weniger alles klar. „Das war der Genickbruch. Vorher haben wir den Puck vertändelt“, ärgerte sich Wolf. Nach dem 0:4 – trotz der vielen Unterzahlsituationen das einzige Gegentor mit einem Mann weniger auf dem Eis – holte der Trainer bereits frühzeitig Torhüter Viktor Lust zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis.
So erzielte Erik Betzold nach Vorarbeit von Valentin Kopp und Michael Outzen den an diesem Abend einzigen Zweibrücker Treffer zum 1:4. Das Tor kam aber knapp drei Minuten vor Spielende zu spät, 90 Sekunden vor Schluss gelang dem Hügelsheimer Niklas Kolb noch ein Tor zum Endergebnis.
Lette Kaimins fehlt weiter
Positiv an diesem Abend: Mit 19 Feldspielern war der Kader nominell so gut bestückt wie noch nie in dieser Saison. Neben Hellmann waren im Vergleich zum letzten Halbfinale auch Lukas Braun, Chris Kirschenbauer, Fabian Fellhauer und Julian Weis wieder dabei. Auch der verletzt ausgeschiedene Matthew Genest-Schön war direkt wieder an Bord. Allerdings fehlte immer noch der Slowene Elvis Kaimins aufgrund einer Handverletzung. Gerade das Fehlen dieses Leistungsträgers macht in der Offensive einiges aus. Ob er in der Finalserie noch mal auf Eis kann, ist ungewiss.
Auch am Sonntagabend, im ersten Heimspiel der Serie, konnte der Lette noch nicht wieder mitspielen. Hier hatten die Zweibrücker in der heimischen Ice-Arena einen ordentlichen Start: Sie ließen im ersten Drittel des Matches keinen Treffer der Gäste zu, konnten allerdings auch selbst kein Tor erzielen. Im mittleren Spielabschnitt legten dann wieder die Hügelsheimer vor: Paolo de Sousa (25.) traf auf Vorlage von Martin Vachall zum 1:0, erhöhte nur zwei Minuten später auch schon auf 2:0. Hier ging der Assist an Maxim Engel. Gut, dass wenigstens Danil Bihn in der 35. Minute auf 1:3 verkürzte, nachdem Jyry Kortelainen (29.) den Vorsprung der Gäste noch weiter ausgebaut hatte.
Doch der US-amerikanische Kontingentspieler der Zweibrücker, Michael Outzen, stemmte sich der Niederlage vehement entgegen. Er verwandelte am Sonntagabend in der heimischen Ice-Arena im Penaltyschießen schließlich unter dem Jubel der EHC-Fans den entscheidenden Penalty zum 4:3 (0:0, 1:3, 2:0, 1:0)-Erfolg für die Mannschaft von Trainer Ralf Wolf. In der fünfminütigen Verlängerung hatte zuvor keines der beiden Teams ins Tor des Gegners treffen können. Outzen war es auch, der die Zweibrücker überhaupt wieder zurück ins Spiel und wohl auch in die Finalserie brachte: Kurz vor Schluss versenkte er, jeweils in Überzahl, den Puck zum 2:3 (57.) und 3:3 (58.) im Hügelsheimer Kasten.
Weiter geht’s am kommenden Freitag, 20 Uhr, wieder auswärts in Hügelsheim. Das vierte Spiel steigt dann am Sonntag, 19 Uhr, in Zweibrücken.
So spielten sie
ESC Hügelsheim - EHC Zweibrücken 5:1
EHC Zweibrücken: Lust - Brüstle, Kremer; Adolf, Göth; Hellmann, Kopp; Genest-Schön, Weis - Braun, Outzen, Trenholm; Klemmer, Betzold, Herringer; Dörr, Fellhauer, Kirschenbauer; Chilf, Schwebius.
EHC Zweibrücken - ESC Hügelsheim 4:3.