Handball
Der Sonntags-Spieltermin in Zweibrücken ist Geschichte
Sonntag, 17 Uhr. „Wenn meine Tochter Hanna nicht spielt, habe ich künftig sonntags zu dieser Zeit handballfrei“, freut sich VTZ-Trainer Marek Galla. Seit 2006 gehören für ihn Sonntage im VTZ-Dress – mal im Trikot als Spieler, mal im T-Shirt als Trainer – zum Leben dazu. Seit 2006, seit er als Spieler zur VTZ kam, für diesen Verein ununterbrochen spielte oder als Trainer zur Verfügung stand, wurden Sonntagstermine immer diesem Spieltermin untergeordnet. „Bei aller Freude über frei planbare Sonntage, ist da am Sonntag natürlich auch Wehmut dabei“, bekennt der B-Schein-Inhaber und hofft, dass sich seine Mannschaft der Bedeutung des Spiels gegen die HSG Nahe-Glan (Anwurf: 17 Uhr, Westpfalzhalle) bewusst ist, „und noch mal alles für einen würdigen Abschluss gibt“.
Als Marek Galla selbst noch aktiv war, wurden VTZ-Heimspiele oft sonntags noch um 18 Uhr angepfiffen. Unter anderem, um nicht in Konkurrenz mit dem Eishockey in Zweibrücken zu geraten, war der Spieltermin einst auf 17 Uhr vorverlegt worden. Galla, bekennender Eishockey-Fan freut sich, dass er künftig auch mehr Zeit hat, im Zweibrücker Eisstadion als Fan dabei zu sein.
Galla: zum letzten Mal hoffentlich oft jubeln
Eishockey hat bereits Pause, Handball noch nicht. Deshalb ist der Trainer Galla am Sonntag noch mal gefordert. Zum letzten Mal als VTZ-Coach. Denn im abschließenden Saisonspiel muss Galla passen. Er bestreitet ein Veteranen-Turnier in Kroatien. „Das ist schon lange vereinbart. Da war ich noch kein Trainer bei der VTZ“, erklärt er. Er wird also zum letzten Mal beim VTZ-Team taktische Anweisungen geben, Auszeiten nehmen, taktische Umstellungen vornehmen, sich ärgern, „und hoffentlich oft jubeln“, sagt er lachend.
Ein Sieg gegen Nahe-Glan wäre nach der sportlich erfolgreichen Mission Klassenverbleib auch für ihn ein schönes Abschiedsgeschenk. Was für den Trainer gilt, gilt auch für Spieler wie Dominik Rifel, in den vergangenen Wochen ein absoluter Leistungsträger im VTZ-Team, oder Kreisläufer Julian Kreis, die gemeinsam zu Saarlandligist TuS Brotdorf wechseln. Mit einem Sieg würde auch Torwart Pascal Glöckner, der in die Pfalzliga nach Kaiserslautern wechselt, gerne tschüss sagen. Seine aktuellen Teamkollegen Marian Graff, Moritz Michel, Dennis Bernt, der zuletzt auf der rechten Außenbahn gut mit Tomas Kraucevicius harmonierte, und Tobias der ewige „Schnulli“ Stauch, wollen im künftigen Saarlandliga-Team der neuen Spielgemeinschaft SG SV 64/VT Zweibrücken weiter auf Torejagd gehen.
Erwünscht: eine schöne VTZ-Abschiedskulisse
Noch mal eine schöne Abschiedskulisse beim letzten VTZ-Heimspiel, „das würde uns natürlich freuen“, sagt Galla. Mit Einsatzwille, taktischer Disziplin, einem überragenden Norman Dentzer im Tor hatte sich die VTZ, die jahrzehntelang ein Garant für Ober- oder Regionalliga-Handball in Zweibrücken war, zwei Runden Dritte Liga spielte, sportlich für eine weitere Oberliga-Saison qualifiziert. Dentzer wird weiter Oberliga spielen. Wie Allrounder Moritz Baumgart, für die neue Zweibrücker Spielgemeinschaft, die mit dem SV 64 Zweibrücken gebildet wird. Auch wenn es am Sonntag keine 800 Zuschauer mehr werden, wie im März beim Derby gegen den SV 64, der voraussichtlich letzten großen Handball-Fankulisse an einem Sonntag in Zweibrücken, würde sich das VTZ-Team über tolle Abschiedsstimmung freuen.
Ein Selbstläufer wird die Partie gegen die noch um den Klassenverbleib kämpfende HSG Nahe-Glan ganz sicher nicht. Im Hinspiel waren die Zweibrücker bei der 21:34-Niederlage böse unter die Räder gekommen. Auch wenn dort ohne Harz gespielt wurde, „da hat die Einstellung nicht gestimmt, das darf sich nicht wiederholen“, warnt Galla.
HSG Nahe-Glan mit starker Offensive
Es gilt, die starke HSG-Offensive in den Griff zu bekommen. Mit Heinrich Löwen (186 Tore), Julian Sehls (136 Tore) und Marco Magro-Arzt (112 Tore) verfügt die HSG über ein treffsicheres Trio. Von dem Magro-Arzt einige Wochen verletzungsbedingt fehlte, im Saisonendspurt aber wieder dabei ist und natürlich den VTZ-Fans, ohne jegliche Sentimentalität, den Abschied ein bisschen verderben möchte. „Die werden sicher alles daransetzen, ihre Chance auf den Klassenverbleib bis zum letzten Spieltag zu wahren“, erwartet Galla einen hoch motivierten Gegner.