Zweibrücken Der Schlenker um die große Linde, die es nicht mehr gibt

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Warum macht der Oberauerbacher Radweg entlang der Landesstraße 469 auf Höhe der Bushaltestelle Tannenblick bloß so einen engen „Schlenker“? Auf den ersten Blick erschließt sich das dem Radler nicht mehr. Die große Linde nämlich, die wie ein Turm zwischen Straße und Radweg stand, dieses schon von weitem sichtbare Hindernis, ist weg.

Im vergangenen Jahr wurde der Baum gefällt – die Baumkontrolle der zuständigen Straßenmeisterei Waldfischbach-Burgalben und ein anschließend eingeholtes Schadensgutachten hatten ergeben, dass die alte Linde krank geworden war und irgendwann umzustürzen drohte. Warum die Planer den Mitte 2005 eröffneten Radweg überhaupt in einer engen Kurve um diesen Baum herumlegten (ein Naturdenkmal ist nicht ausgewiesen), können auf Anfrage weder Hedi Danner sagen, die damals Ortsvorsteherin war, noch Andreas Hüther, der es heute ist. Hüther wohnte zur Bauzeit noch nicht in Oberauerbach und Danner erinnert sich mehr an die schwierige Finanzierung. Gelungen sei das Projekt eigentlich nur, weil die Stadtwerke die Trasse vorfinanziert hätten, sagt sie. Baumumarmer haben sich damals tatsächlich nicht angekettet: Es sei Usus, bei der Planung von Radwegen auf gesunde Bäume Rücksicht zu nehmen, wenn es das Gelände zulasse, schon wegen des Naturerlebnisses, sagt Richard Lutz, der Leiter des zuständigen Landesbetriebs Mobilität in Kaiserslautern. Wenn der durchwurzelte Boden einen neuen Baum ernähren und halten kann, soll im Frühjahr wieder ein Exemplar gepflanzt werden, versichert Lutz. Das letzte Wort haben auch hier Fachleute. Zumindest bis dahin gilt auf Höhe des bremsenden Schlenkers am Tannenblick der dem Autor Franz Kafka zugeschriebene Ausspruch: „Verbringe die Zeit nicht mit der Suche nach einem Hindernis. Vielleicht ist keines da.“ (kgi)

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