Nachruf Der Gründer der Zweibrücker Hochschule ist tot

Kurt Neumeier
Kurt Neumeier

Nächstes Jahr feiert die Zweibrücker Hochschule 30-jähriges Bestehen. Der Mann, der sie gegründet hat, starb am 20. Oktober, kurz vor seinem 82. Geburtstag: Gründungsdekan Kurt Neumeier.

Er gilt als der Vater der Zweibrücker Hochschule, auch wenn ihm dieser Begriff gar nicht gefiel, wie er einmal verriet. Gründungsdekan treffe es besser. Kurt Neumeier war 1993 von der Mainzer Landesregierung beauftragt worden, in Zweibrücken auf dem Kreuzberg, wo vorher die Amerikaner einen Militärstandort hatten, eine Zweigstelle der Kaiserslauterer Fachhochschule (FH) aufzubauen. Im Oktober 1994 startete die FH mit 160 Studierenden und fünf Professoren, acht Jahre später war die Zweigstelle mit 2000 Studierenden größer als der Hauptstandort in Kaiserslautern.

Bis 2002 lief Neumeiers Mandat als Gründungsdekan. Damals erinnerte er sich im Gespräch mit der RHEINPFALZ an die Anfänge: Es sei schon chaotisch gewesen, in jenen ersten Gründertagen: „Einmal habe ich in meinem Privatauto Kreide und Klopapier von Kaiserslautern nach Zweibrücken gekarrt, weil wirklich nichts da war.” 2007, als er in Ruhestand ging, erzählte er: „In den ersten Jahren war ich Mädchen für alles. Ich erledigte von Hausmeister- bis Dekanarbeiten alles.“ Der Mann, für den Anzug, Seidenschal und Zigarre charakteristisch waren, half mit, wo er gebraucht wurde.

Bei der Gründung hatte Kurt Neumeier die Gelegenheit, Neues auszuprobieren und innovativ zu sein: Studiengänge wie Mikrosystemtechnik oder Mittelstandsökonomie bot Zweibrücken als eine der ersten Hochschulen in Deutschland an. Für sein Engagement beim Aufbau des Fachhochschulstandorts erhielt er 2002 die Stadtehrenplakette und 2003 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Vor seiner Zeit an der Zweibrücker FH war Kurt Neumeier, der in Ottweiler geboren wurde und in Neunkirchen zur Schule ging, seit seit 1971 Professor an der Fachhochschule Kaiserslautern. Als Dekan leitete er 20 Jahre den Fachbereich Elektronik, und er war vier Jahre lang Vize-Präsident der Fachhochschule. Seine Fachgebiete als Hochschullehrer waren Bau- und Maschinenwesen sowie Elektrotechnik. Studiert hatte er in Darmstadt.

Die Trauerfeier für Kurt Neumeier beginnt am Freitag, 3. November, um 10 Uhr in der Friedenskirche in Ixheim. Anschließend wird die Urne auf dem Zweibrücker Waldfriedhof beigesetzt.

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