Zweibrücken Der Gitarrist und sein Zauberlehrling

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Unter schwierigen akustischen Bedingungen steht das Zweibrücker Feierabend-Konzert am Freitag mit Dirk Nelly Brill. Ein ganzes Set bestreitet er aber im Duett mit der wunderbaren Josephine Schmidt.

Die Bühne steht in der Poststraße, kurz vor der Einmündung in die Karlstraße. Das sorgt für schwierige akustische Verhältnisse. Aus Bühnensicht muss der Schall vor allem in Richtung Poststraße gleiten. Dort sind die Zuhörer. Links ist aber der Notausgang in die Hallplatz-Galerie, die einen tückischen Schlauch bildet. Rechts von der Bühne befindet sich die große freie Fläche in Richtung Karlstraße. Das ist einfach zu viel Platz, auf dem sich die Musik von der Bühne aus unkontrolliert ausbreiten kann. Deshalb ist es schwer, Feinheiten im Zusammenspiel des nur scheinbar ungleichen Paars zu hören. Nur scheinbar deshalb, weil es Dirk Nelly Brill zu verdanken ist, dass die Stimme der 16-jährigen Josephine Schmidt, angehende Abiturientin an der IGS in Contwig, in den vergangenen Monaten einem immer größer werdenden Publikum bekannt wurde. Während „Fine“ – wie Nelly und Josephines Freunde sie nennen – bei dem Rimschweilerer weiter Gitarrenunterricht nimmt, ruht die Schulung der Stimme schon seit längerem. „Das Abi geht vor“, sagt die bei allem berechtigten Lob auf dem Boden der Tatsachen Bleibende. Deshalb wird sich Josephine vorerst weiter kleineren Projekten widmen wie den gemeinsamen Auftritten mit Nelly oder denen auf der Roten Couch von Markus Wille und Pepe Pirmann. Bei beiden Projekten steht der Spaß an der Musik im Vordergrund. Gerade mit Nelly hat Josephine einen Musikpartner, der Lust auf Experimente hat. So stehen da in etwa 45 gemeinsam gesungenen Minuten Lieder von Bruno Mars, Bill Medley und Jennifer Warnes, Journey, Ed Sheeran und Leonard Cohen beieinander. Man darf aber vermuten dass die Stimme von Fine, die noch Potenzial zur Reife hat, wohl besser im Pop und im Rock aufgehoben ist. Mit Leonard Cohens „Hallelujah“ lässt Josephine die trotz eines anhaltenden Regengusses in bester Sommerlaune befindliche Menge jedenfalls inne halten. Zweibrücken ist eine musikalische Stadt. Das gilt nicht nur für das große Arsenal an Musikern, die Feste beschallen. Auch das Publikum kann für Gänsehautmomente sorgen. Spontan bildet es hier zu „Hallelujah“ einen Chor, der Stimmung und Intonation des Duos perfekt trifft. Dabei geht fast schon die Kunst des Gitarristen und Sängers Nelly unter, der mit der Loopstation Akkorde und Riffs verbindet, um Soli über den live erschaffenen Klang aus der Dauerschleife zu spielen. Das klingt schön und sorgt für Akzente. Weil er sein Können darin weiter verfeinert hat. Ein schöner Abend war das.

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