Eishockey
Der EHC Zweibrücken und die besondere Stärke von Neuzugang Elvis Kaimins
Seit Januar verstärkt der Lette Elvis Kaimins den EHC Zweibrücker in der Meisterrunde der Baden-Württemberg-Liga. Der 28-Jährige stand in der Vorsaison in der lettischen Ersten Liga für HK Prizma Riga auf dem Eis. Trotz mangelnder Spielpraxis waren sich die EHC-Verantwortlichen sicher, dass Kaimins eine sofortige Verstärkung sein wird. Diesen Eindruck bestätigte der nur 1,73 Meter große Spieler bereits bei seinen wenigen Auftritten. „Seine große Stärke: Wenn man ihn sieht, unterschätzt man ihn“, veranschaulicht EHC-Trainer Ralf Wolf den ersten Eindruck seines neuen Spielers. „Elvis ist technisch stark, wendig und kaum vom Puck zu trennen“, fällt sein Urteil weiter positiv aus. Für den Coach ist es ein Spieler, der den Unterschied auf dem Eis ausmachen kann, wenn es darauf ankommt.
Trotz der zuletzt wechselhaften Spielverläufe mit den „Hornets“ fühlt sich der Neuzugang aus dem baltischen Staat an der Ostsee in der Westpfalz wohl. „Bislang kann ich nichts Schlechtes sagen. Die Leute hier um mich herum sind alle gastfreundlich und sehr nett. Sie fragen immer, ob ich Hilfe benötige. Alle sind sehr bemüht, dass ich mich wohlfühle“, sagt Kaimins. Auch die Teamkollegen haben ihn gut aufgenommen, selbst ohne ein spezielles Ritual zur Begrüßung, wie beispielsweise ein Lied zu singen. Was er nicht schlecht fand, denn nur weil sein Vorname bei der offiziellen Transferverkündung des Vereins mit Elvis Presley in Verbindung gebracht wurde, soll das kein Hinweis auf gesangliches Talent sein. „Mein Name ist in Lettland sicher einer der selteneren, aber ich bin nicht der einzige damit. Meine Eltern waren auch keine großen Fans des Musikers, sie fanden den Namen einfach schön“, klärt er darüber auf. Er sei zum Eishockeyspielen hier und arbeitet im Finanzbereich.
Elvis Kaimins: „Ich mag Zweibrücken“
Der ehemalige A-Nationalspieler hat ein abgeschlossenes Master-Studium im Finanzbereich. In Zukunft will er versuchen, den Sport mit dem Hauptberuf zu kombinieren. Dabei interessiert ihn neben dem Finanzsektor auch die Wirtschaft. „Mein Anspruch lautet, so gut wie möglich zu spielen und damit meiner Mannschaft helfen, die besten Ergebnisse zu erzielen. Es wird sich zeigen, wohin mich das führen kann. Ich möchte immer an den Aufgaben wachsen, als Eishockeyspieler und als Person.“ Sein Engagement bei den „Hornissen“ ist erstmal nur bis zum Saisonende festgelegt. „Ich mag Zweibrücken; die Möglichkeit, darüber hinaus hierzubleiben, ist immer da. Wir werden sehen, wie es läuft und welche Möglichkeiten sich ergeben“, mag sich der verheiratete Offensivspieler nicht abschließend zu seiner sportlichen Zukunft äußern. „Bis dahin möchte ich die besten Ergebnisse erzielen, also bestenfalls die Meisterschaft. Meine Mitspieler sind alle großartig. Wenn wir als Team zusammenfinden, dann werden wir den maximalen Erfolg haben“, ist Kaimins kurz vorm Beginn der Play-offs überzeugt. Der torgefährliche Angreifer hat zwar nur gegen wenige Teams gespielt, „aber bislang finde ich, dass viele gute Spieler in der Liga unterwegs sind“. Es werde aber nicht so körperlich gespielt, wie er es gewohnt ist.
Erste Auslandsstation zum Eishockeyspielen
Er ist in der kleinen Stadt Tukums geboren, und dort hat ihn auch mit etwa fünf Jahren der Kufensport gepackt. In seinem Heimatland lief er für mehrere Klubs auf. Zwei Meistertitel in der Ersten lettischen Liga, Teilnahme bei der World-Universiade der Studenten und Einsätze für die U18- und A-Nationalmannschaft finden sich in seiner Vita. Zweibrücken sei nicht sein erster Deutschland-Aufenthalt, wie er erklärt. „Ich habe früher schon einiges gesehen, wie Mannheim, Frankfurt, Berlin und München. Jede Stadt hat etwas Schönes, ich kann nicht sagen, wo es am besten war. Aber der EHC ist meine erste Auslandsstation zum Eishockeyspielen.“
Jetzt haben Kaimins und seine EHC-Mitspieler erst mal Wiedergutmachung für die erschreckende Leistung bei der Auswärtspleite zuletzt gegen den 1. CfR Pforzheim im Blick. Das wird keine leichte Aufgabe für die Jungs von Ralf Wolf am Samstagabend ab 19.30 Uhr, denn es geht in die Eissporthalle im Baden-Airpark. Dort treffen die „Hornissen“ auf den Tabellenführer ESC Hügelsheim – der daheim noch ungeschlagen ist.